Klimaschutz-Fahrplan startet

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Mühldorf – Der Landkreis Mühldorf und die Städte und Gemeinden Waldkraiburg, Haag, Buchbach und Schwindegg starten gemeinsam das Modellprojekt Klimaschutz-Fahrplan.

Im Rahmen des Projekts soll ein vernetztes Energiemanagement für kreiseigene und kommunale Gebäude geschaffen werden. „Wir müssen jetzt damit beginnen und müssen die Bürger und die Wirtschaft im Landkreis für dieses Thema sensibilisieren“, erklärte der Landrat.

Kurz vor Jahresschluss trafen im Mühldorfer Landratsamt die lange erwarteten Förderbescheide für den Ende 2009 beantragten Klimaschutz-Fahrplan in Höhe von rund 80 000 Euro ein. Somit kann das Klimaschutzprojekt wie geplant 2011 starten. Ziel ist die CO2-Minderung um rund 40 Prozent für den gesamten Landkreis, die Sicherung bezahlbarer Energiepreise sowohl für die Haushalte im Landkreis als auch für die kommunalen Gebäude.

Projektleiter Ralf Stappen, Geschäftsführer der SP Group-Beratungsagentur, erläuterte in der gestrigen Informationsveranstaltung im Landratsamt das weitere Vorgehen. Der Klimaschutz-Fahrplan setzt sich aus zwei Bereichen zusammen. Auf der einen Seite wird auf Grundlage des Energieatlases ein integriertes Klimaschutzkonzept für den ganzen Landkreis mit konkreten Zielen und Projekten erarbeitet. Der zweite Teilbereich untersucht gezielte Energie-Einsparpotenziale bei 50 Liegenschaften des Landkreises und der vier Pilotkommunen und liefert konkrete Vorschläge für energetische Sanierungen und Klimaschutzmaßnahmen.

Das Modellprojekt baut auf den zahlreichen Vorarbeiten des Landkreises Mühldorf und den Pilotkommunen wie dem Energieatlas, dem Energiesymposium oder der Energieberatung auf. Die erste Ideenskizze wurde auf dem zweiten Energiesymposium vorgestellt und diskutiert. "Beim Klimaschutz-Fahrplan geht es nicht um ein Expertenkonzept, sondern er soll vielmehr gemeinsam mit den Bürgern und Unternehmen entwickelt werden", betonte Huber.

Bei der Umsetzung der Klimaschutzziele sind die Kommunen in besonderem Maße gefragt: Aufgrund ihrer komplexen Strukturen wird hier ein großer Teil klimarelevanter Emissonen produziert, dem ein enormes Einsparpotenzial gegenüber steht.

Die Umsetzung der Klimaschutzziele und der damit verbundene Umbau der Energieversorgung wird auch im Landkreis und den Gemeinden erhebliche Investitionen erfordern, die nach den ersten Schätzungen bis 2030 allein im Landkreis Mühldorf bei weit über 100 Millionen Euro liegen werden.

"Wir müssen zusammen diese Aufgabe anpacken und schnell damit beginnen. Es ist höchste Zeit, dieses Projekt in Angriff zu nehmen", sagte Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner.

Am 13. Mai dieses Jahres soll der Mühldorfer Klimaschutztag und damit die Auftaktveranstaltung für den Klimaschutz-Fahrplan durchgeführt werden. Bis dahin sollen bereits die ersten konkreten Planungsschritte vorliegen.

Begleitet wird das Klimaschutzprojekt vom Fachbüro SP Group-Beratungsagentur zusammen mit dem Klimaexperten Professor Wolfgang Sailer und der Energieagentur Chiemgau-Inn-Salzach.

sb/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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