Leserin berichtete uns von Test-Pannen

„Zehn Tage zu Unrecht in Quarantäne gezwungen“? Jetzt reagiert Landratsamt Mühldorf

Landkreis Mühldorf - Ihr Freund wurde Corona-positiv getestet, als Kontaktperson musste auch sie in Quarantäne - doch obwohl nochmal drei negative Tests folgten, wurde eine Leserin zehn Tage isoliert. Das Landratsamt Mühldorf hat nun auf den Fall reagiert.

„Wir wurden zehn Tage zu Unrecht in Quarantäne gezwungen“, berichtete uns Leserin Vera B. aus dem Landkreis Mühldorf. Sie musste im November Quarantäne, weil ihr Freund positiv getestet worden ist. Doch die beiden zweifelten am Ergebnis, ließen sich kurzerhand beide nochmal testen - negativ. Auch ein dritter Test des Freundes von Vera B. war wieder negativ. Krankheitssymptome hätten beide nie gehabt. Erst nach zehn Tage wurde die Quarantäne von Vera B. durch das Landratsamt wieder aufgehoben. Um den aktuellen Stand in ihrer Sache zu erfahren, hätte Vera B. auch immer aktiv bei der Behörde nachfragen müssen.


Zu Unrecht in Quarantäne im Landkreis Mühldorf?

Auf Nachfrage von innsalzach24.de hat das Landratsamt Mühldorf nun reagiert. „Grundsätzlich kann gegen Ende der Infektiosität ein Folgetest negativ sein, während die engen Kontaktpersonen weiterhin gefährdet sind, zu erkranken“, erklärt die Behörde. Wenn ein Schnelltest positiv ist und sich das Ergebnis in der anschließenden PCR-Testung aber nicht bestätigt, würde die Quarantäne „in der Regel“ aufgehoben, heißt es vom Landratsamt zu falsch-positiven Corona-Tests. Zum konkreten Fall von Vera B. will man sich unter Berufung auf die ärztliche Schweigepflicht nicht äußern.


Trotzdem sei es „grundsätzlich eine Einzelfallentscheidung“, wenn eine Quarantäne vorzeitig aufgehoben wird. Alle fallspezifischen Umstände müssten dabei berücksichtigt werden, so das Landratsamt Mühldorf. Wie oft dies vorkomme, könne man nicht sagen. Im Gesundheitsamt sieht man sich in der Kontaktermittlung nach wie vor „gut aufgestellt“. Ausgeforschte Kontaktpersonen würden spätestens am Folgetag verständigt - doch auch die Erreichbarkeit spiele dabei natürlich eine Rolle.

Wie das Gesundheitsamt mit Personen in Quarantäne umgeht

„Wir kontaktieren regelmäßig die Betroffenen in Quarantäne, per Telefon oder per Mail. Unsere Mitarbeiter besprechen die weitere Vorgehensweise, geben Empfehlungen und Tipps, beispielsweise wo es Unterstützung gibt“, so das Mühldorfer Landratsamt zur Frage, wie mit Personen in Quarantäne umgegangen wird - aber: Sind die Fallzahlen im Allgemeinen hoch und viele Kontaktpersonen auszuforschen, konzentriere man sich im Gesundheitsamt lieber auf die Rückverfolgung neuer Fälle als auf die laufende Betreuung isolierter Personen.

Das Landratsamt verweist außerdem auf seine „Corona-Hotline“ für medizinische Fragen (08631/699330), die von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr besetzt ist. Per E-Mail sei man auch am Sonntag erreichbar (corona@lra-mue.de). „Selbstverständlich kann es bei hoher Nachfrage auch mal Geduld erfordern, bei der Hotline durchzukommen oder bis eine Antwort vorliegt.“

xe

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