Vergleich der Gemeinden zur Vorwoche

Zahlen im Mühldorfer „Corona-Hotspot“ steigen weiter: Es sind diese fünf Nachbarkommunen

Der Anstieg der Infiziertenzahlen im Landkreis Mühldorf geht vor allem auf fünf Kommunen zurück - sie grenzen aneinander, sind viel stärker mit Corona belastet als der Rest und dürfen nach unserer Analyse gut und gerne als „Hotspot“ bezeichnet werden.

Landkreis Mühldorf - Fünf Nachbarkommunen im Norden bilden derzeit einen „Corona-Hotspot“ im Landkreis Mühldorf. Alle fünf sind im Verhältnis zu ihrer Einwohnerstärke wesentlich stärker vom Virus betroffen als der Rest des Landkreises und sie sind im Vergleich zur Vorwoche teils für einen Großteil der Neuinfektionen verantwortlich. Die Rede ist von Egglkofen, Neumarkt-St. Veit, Schönberg, Niedertaufkirchen und Niederbergkirchen.

Hotspots und Corona-Zahlen in Mühldorfs Gemeinden

Die fünf Kommunen zählen laut Landratsamt allein 91 aktiv Corona-Infizierte: 43 in Neumarkt-St. Veit, 15 in Niedertaufkirchen, 13 in Schönberg, zwölf in Egglkofen und acht in Niederbergkirchen. Die jüngsten Zahlen, die das Landratsamt dazu veröffentlichte stammen vom 6. April. In der Vorwoche waren es in den Orten noch 30 Infizierte weniger. Vor allem in Neumarkt-St. Veit kamen 15 Corona-Positive hinzu, in Egglkofen zehn, in Niedertaufkirchen fünf und in Niederbergkirchen drei. Nur in Schönberg konnte die Zahl seit voriger Woche um drei gesenkt werden. In Neumarkt-St. Veit hat sich die Zahl Infizierten seit Mitte März sogar mehr als vervierfacht.

Zahl der aktiv Corona-Infizierten in den Kommunen des Landkreises Mühldorf, Stand 6. April.

Auch in Relation zu ihrer Einwohnerzahl sind die fünf Nachbarorte damit am stärksten im Landkreis mit dem Virus belastet. Im Landkreisschnitt tragen derzeit 0,26 Prozent das Coronavirus nachweislich mit sich - in Schönberg sind es dagegen 1,2 Prozent, in Niedertaufkirchen 1,1 Prozent, in Egglkofen ein Prozent und in Niederbergkirchen und Neumarkt-St. Veit 0,7 Prozent.

Absolute Zahlen in Waldkraiburg und Mühldorf am höchsten

Betrachtet man nur die absoluten Zahlen gibt es aktuell die meisten „aktiven Fälle“ in Waldkraiburg mit 68 und Mühldorf mit 49 - aufgrund ihrer hohen Einwohnerzahl bewegen sich beide Städte verhältnismäßig aber im Schnitt. Auf Platz 3 folgt dann Neumarkt-St. Veit, gefolgt von Mettenheim mit 19. Insgesamt 301 Menschen im Kreis Mühldorf galten am 6. April als Corona-positiv, 36 mehr als in der Vorwoche (30. März). Vier Gemeinden haben dagegen derzeit keinen einzigen Infizierten zu vermelden: Taufkirchen, Kirchdorf, Jettenbach und Maitenbeth.

Die Fallzahl in einer Kommune lässt aber keine generellen Rückschlüsse auf die Ansteckungsgefahr vor Ort zu. Denn die Zahl sagt nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat - ob im Gemeindegebiet oder nicht. Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben. Als Beispiel: Kleine Gemeinden mit einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim.

In Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sind insgesamt 136 Todesfälle im Landkreis zu beklagen. Sechs Covid-19-Patienten aus dem Landkreis Mühldorf werden derzeit auf einer Intensivstation behandelt.

xe

Rubriklistenbild: © Socrates Baltagiannis

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