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Untersuchung

Wie geht es den Fischen im Inn bei Mühldorf? Verbund simuliert leichtes Winterhochwasser

Forscher der Uni Stuttgart untersuchen das Leben im Inn.
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Forscher der Uni Stuttgart untersuchen das Leben im Inn. Sie sollen dazu beitragen, dass die Laichbedingungen von Fischen erleichtert werden.

Das Ökosystem Inn soll verbessert werden. Deshalb simuliert der Energieerzeuger Verbund ein leichtes Hochwasser. Anwohner sind davon nicht betroffen.

Mühldorf/Töging – Um die Untersuchung der Natur am Inn zwischen Jettenbach und Töging fortsetzen zu können, reduziert der Energieversorger Verbund bis kommende Woche die Restwassermenge im Fluss. Danach simuliert der Energieerzeuger ein leichtes Winterhochwasser. Das teilte das Unternehmen jetzt mit.

Laichmöglickeiten für Fische verbessern

Seit zwei Jahren untersucht das Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung der Universität Stuttgart die sogenannte Ausleitungsstrecke des Inns, auf der parallel zum Fluss der Inn-Kanal verläuft. Er dient der Stromerzeugung im Kraftwerk Töging.

Die Untersuchung der Auswirkungen des Wasserabflusses in den Kanal ist Teil des Genehmigungsvertrags, den der Verbund als Betreiber mit dem Freistaat abgeschlossen hat. „Ziel der Untersuchen sind ökologische Verbesserungen im Bereich der Inn-Ausleitungsstrecke“, sagt Verbund-Sprecher Wolfgang Syrowatka.

Zwei Eingriffe in die Wassermenge

Zu diesen Untersuchungen greift der Verbund in den nächsten Tagen zweimal deutlich in die Wassermenge ein. So lässt er Anfang der kommenden Woche für einen Tag ein leichtes Winterhochwasser entstehen und misst dabei die Auswirkungen auf Fische und ihre Laichplätze.

Auch interessant (Plus-Artikel OVB-Online):

250 Millionen Euro-Projekt bei Töging: So steht es um das neue Innkanal-Kraftwerk

Syrowatka betont, dass es sich um ein ungefährliches Hochwasser handele. „Dabei wird der Abfluss langsam auf 130 Kubikmeter je Sekunde erhöht, ein sprunghafter Anstieg des Wasserspiegels ist jedoch nicht zu befürchten“, erklärt der Verbundsprecher.

Von kritischer Hochwassermarke weit entfernt

Das bestätigt das Wasserwirtschaftsamt. Nach Angaben des verantwortlichen Sachgebietsleiters Klaus Moritz, liegt das vom Verbund geplante Hochwasser am Pegel Mühldorf um knapp 20 Prozent über dem durchschnittlichen Wasserabfluss im März. Damit dürfte ein Wasserstand von 1,10 Metern erreicht werden. Zum Vergleich: Bei Hochwasserwarnstufe eins erreicht der Inn einen Stand von vier Metern, größere Überschwemmungen sind damit aber noch nicht verbunden. Lediglich die Innuferwege können bei vier Metern Pegelhöhe betroffen sein.

Gestern flossen nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt etwa 30 Kubikmeter pro Sekunde am Pegel Mühldorf vorbei, der Wasserstand betrug damit 39 Zentimeter.

Mit der jetzigen Studie soll laut Verbund unter anderem überprüft werden, wie die Qualität des Flusssandes verbessert werden kann. Dies habe Auswirkungen auf den Lebensraum von Fischen, die im Kies laichen.

Eine Möglichkeit der Verbesserung könne die Schaffung von kleinteiligen Strukturen wie Kiesbänken sein, eine andere die Beeinflussung der Sand- und Kiesverlagerungen im Fluss.

Alle Daten zum Wasserstand im Inn finden Sie hier:

In den kommenden Wochen sollen laut Syrowatka bestehende Kiesbänke untersucht und ihre Eigenschaften und möglichen Verfestigungen detailliert ermittelt werden. „Dabei werden auch die bereits durchgeführte Kies- und Sedimentzugabe sowie weitere Baggerungen zur Auflockerung der Kiesbänke untersucht.“

Leichterer Zugang zu Laichzonen

Damit die Wissenschaftler besseren Zugang zu den Laichzonen erhalten, leitet der Verbund deshalb in den nächsten Wochen weniger mehr Wasser in den Inn, als normalerweise vorgeschrieben ist. Denn in der Konzession zum Betrieb von Innkanal und Kraftwerke ist genau geregelt, wieviel Wasser zu welcher Zeit in den Inn fließen muss, damit dieser als lebendiges Gewässer erhalten wird. Das sind im März 40 Kubikmeter pro Sekunde. „Die erforderlichen Genehmigungen für die Reduzierung der Restwassermenge liegen vor“, betont Syrowatka.

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