Analyse der Corona-Gemeindezahlen im Kreis Mühldorf

Zahl in Waldkraiburg geht durch die Decke - und ein Dorf hat jetzt 4,4 Prozent Infizierte

Der Landkreis Mühldorf gehört wegen hoher Infiziertenzahlen inzwischen zu den Hotspots in ganz Deutschland. Wir haben die Corona-Zahlen auf Ebene der Kommunen analysiert - zwei Orte fallen dabei besonders auf.

Landkreis Mühldorf - Die Zahl der aktuell Corona-Infizierten im Landkreis Mühldorf steigt und steigt: Während es Anfang April noch etwa 300 waren, stieg die Zahl in der vorigen Woche auf 446, jetzt sind es schon 679 (Stand 20. April). Im Schnitt sind 0,59 Prozent aller Landkreis-Bürger derzeit mit dem Corona-Virus angesteckt. Mehr denn je sticht auch in dieser Woche der „Hotspot“ Schönberg hervor: 49 Gemeindebürger sind dort „aktiv“ infiziert, das entspricht satten 4,4 Prozent der Bevölkerung. Vorige Woche waren es noch 2,6 Prozent.

Coronavirus: Zahl der Infizierten im Landkreis Mühldorf auf Gemeindeebene

Ein weiterer Brennpunkt im Landkreis Mühldorf ist die Stadt Waldkraiburg. Die Zahl der Infizierten lag Anfang April noch bei 68, vorige Woche waren es schon 139 und jetzt sind es 248. Mehr als jeder dritte Corona-Infizierte im Landkreis kommt also aus Waldkraiburg - das Wachstum scheint momentan ungebremst (siehe Liniendiagramm unten). In Relation zur Bevölkerung machen die Infizierten 1,06 Prozent aller Waldkraiburger aus. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl teilt sich die Stadt damit den zweiten Platz im Landkreis mit Lohkirchen, wo die aktuell acht Infizierten ebenfalls 1,06 Prozent ausmachen. Mit jeweils rund 0,9 Prozent folgen Unterreit, Neumarkt-St. Veit und Niederbergkirchen.

Zahl der aktiv Corona-Infizierten in den Kommunen des Landkreises Mühldorf, Stand 20. April.

Wenig verwunderlich führt Waldkraiburg mit 248 auch die Liste der Orte an, wenn man nur die absolute Zahl der „aktiven Fälle“ betrachtet. Mit weitem Abstand folgt dann Mühldorf mit 87, dann kommen Neumarkt-St. Veit (58), Schönberg (49) und Ampfing (32). Ampfing fällt auch deshalb auf, weil sich die Zahl im Vergleich zum 13. April genau verdoppelt hat, in Unterreit hat sie sich mehr als verdreifacht. Gar vervierfacht haben sich die „aktiv“ Infizierten in Obertaufkirchen, wenn auch auf einem relativ niedrigen Niveau von drei auf nun zwölf.

„Aktive“ Corona-Fälle in den fünf größten Orten im Landkreis Mühldorf, Stand 20. April, im Laufe der vergangenen Wochen.

Nicht in allen Orten gehen die Zahlen nach oben

Drei Orte im Landkreis sind aktuell „Corona-frei“, nämlich Zangberg, Kirchdorf und Jettenbach. Außerdem muss festgehalten werden, dass in einer ganzen Reihe von Gemeinden die Infiziertenzahl im Vergleich zur Vorwoche gegen den Trend gesunken ist: in Oberbergkirchen, Buchbach, Schwindegg, Mettenheim und Erharting. Ein Schwerpunkt der Corona-Infektionen im Landkreis Mühldorf bleibt weiterhin der Norden rund um Neumarkt-St. Veit.

Die Fallzahl in einer Kommune lässt aber keine generellen Rückschlüsse auf die Ansteckungsgefahr vor Ort zu. Denn die Zahl sagt nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat - ob im Gemeindegebiet oder nicht. Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben.

In Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sind laut Robert-Koch-Institut insgesamt 137 Todesfälle im Landkreis zu beklagen. Sieben Covid-19-Patienten aus dem Landkreis Mühldorf werden derzeit auf einer Intensivstation behandelt.

xe

Rubriklistenbild: © Stadt Waldkraiburg

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