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Offener Brief aus Waldkraiburg an Ministerpräsident Söder

Berufstätige Mutter zweier Söhne über erneute Schließung der Schulen: „Absolut desaströs“

Die Friseure, Baumärkte und weitere erste Geschäfte dürfen endlich wieder öffnen. Doch für die Schülerinnen und Schüler im Landkreis Mühldorf am Inn ist wegen der steigenden Inzidenz erstmal wieder Homeschooling angesagt. Einer Mutter aus Waldkraiburg stößt das sauer auf.
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Die Friseure, Baumärkte und weitere erste Geschäfte dürfen endlich wieder öffnen. Doch für die Schülerinnen und Schüler im Landkreis Mühldorf am Inn ist wegen der steigenden Inzidenz erstmal wieder Homeschooling angesagt. Einer Mutter aus Waldkraiburg stößt das sauer auf.

Andrea Langstein ist die berufstätige Mutter zweier schulpflichtiger Kinder. Sie leidet wie viele andere Eltern auch unter dem lang anhaltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Waldkraiburg - Da aufgrund der steigenden Inzidenz die Schulen im Landkreis Mühldorf am Inn nun wieder schließen müssen, aber dennoch erste Lockerungen seit Montag, 1. März, gelten, wendet sie sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Söder.

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Söder, es freut mich ungemein, dass wir seit 1. März wieder Blümchen kaufen können und die Haare wieder schön bekommen.

Ich bin berufstätige Mutter mit zwei Söhnen, die eigentlich die 6. Klasse Gymnasium und die 3. Klasse Grundschule besuchen würden.

Die Betonung liegt auf eigentlich. Wir sind wohnhaft im Landkreis Mühldorf, der am Wochenende die magische 100er-Grenze überschritten hat. Es ist kaum zu glauben, dass ich mit meinen Kindern zum Frisör oder mir die Fußnägel lackieren lassen kann, aber meine beiden Söhne seit Monaten nicht der gesetzlich vorgeschriebenen Schulpflicht nachkommen dürfen.

Ich entsinne mich noch dunkel an die Aussagen, dass Kinder und Familien bei der Öffnung des Lockdowns oberste Priorität genießen sollen.

Leider kann ich diese Priorität in keinster Weise erkennen oder feststellen. Es freut mich zwar, dass meine Jungs endlich wieder einen vernünftigen Haarschnitt bekommen, eine vernünftige Schulbildung wäre mir als Mutter aber lieber.

Wir Eltern jonglieren seit Monaten zwischen Homeoffice und Homeschooling, ohne jegliche Perspektive oder Verlässlichkeit der Kinderbetreuung.

Bis gestern bin ich noch davon ausgegangen, dass mein jüngerer Sohn zumindest im Wechselunterricht in die Schule gehen darf, heute muss ich meinem Arbeitgeber leider wieder mitteilen, dass ich die nächsten Wochen wohl doch nicht in die Arbeit kommen werde, ohne Aussage wie lange oder wann er wieder mit mir planen kann.

Dies ist dauerhaft kaum zu tragen und für alle Beteiligten - Kinder, Eltern und Arbeitgeber - absolut desaströs.

Ich als Mutter würde mir sehr wünschen, dass unsere Kinder – die Zukunft dieses Landes- endlich eine Lobby bekommen und ihre Bedürfnisse höher stehen als Haare, Fußnägel oder Primeln, so sehr ich mich auch für diese Branchen und deren Lockerung freue!

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Langstein

Offener Brief einer Bürgerin aus dem Landkreis Mühldorf am Inn

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