Themen im Kreistag: Ampfinger Schlachthof und Maskenpflicht an Schulen

Mühldorfs Landrat Max Heimerl: „Corona wird zum Alltag gehören“

Mühldorf am Inn: Landrat Maximilian Heimerl zieht Fazit nach zwei Monaten im Amt
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Landrat Maximilian Heimerl (CSU) berichtete im Kreistag über die aktuelle Corona-Situation im Landkreis Mühldorf.

Landkreis Mühldorf – 38 neue Fälle vermeldete das Gesundheitsamt Mühldorf am Freitag, 23. Oktober. Darunter befinden sich erneut 23 Mitarbeiter des Ampfinger Putenschlachthofes, der inzwischen den Betrieb eingestellt hat. Landrat Max Heimerl hat in der Kreistagssitzung dem Gremium den aktuellen Stand mitgeteilt.  

Zu Beginn seiner Ausführungen in der Mühldorfer Kreistagssitzung am Freitag, 23. Oktober, berichtet Landrat Max Heimerl über die aktuellen Zahlen: „Stand heute 8 Uhr haben wir 38 neue Fälle, darunter 23 Mitarbeiter des Schlachthofes in Ampfing. Damit haben wir mit einer Inzidenz von 115,6 wieder die Schallmauer überschritten“.


23 neue Fälle am Ampfinger Schlachthof - Betrieb eingestellt

„Corona wird in den nächsten Monaten zu unserem Alltag gehören“, so die Einschätzung von Heimerl. Die Neuinfektionen im Ampfinger Betrieb, die allesamt nichts mit den bisherigen Fällen zu tun haben, seien zu erwarten gewesen. Auch in den nächsten Tagen werde es weitere Fälle geben.


„Zusammen mit dem Schlachthof haben wir uns entschieden, den Betrieb einzustellen bis die Situation dort wieder unter Kontrolle ist“, so Heimerl. Glücklicherweise spiele sich das Infektionsgeschehen innerhalb des Unternehmens ab. Es sei „lokal eingrenzbar“ und hätte sich nicht auf die Bevölkerung übertragen. Am Sonntag wird es eine weitere Reihentestung aller Mitarbeiter geben.

Da die zuletzt veröffentlichte Allgemeinverfügung Freitag Mitternacht abläuft, sei dieser Punkt entscheidend. Ohne die Fälle am Schlachthof liegt der Inzidenzwert bei 65,6 und damit deutlich unter dem neuen Schwellenwert von 100, der nochmal größere Einschränkungen für die Bevölkerung bedeutet – etwa eine Sperrstunde ab 21 Uhr oder einer Personenbegrenzung von 50 Personen für fast alle Veranstaltungen.

Heimerl: „Maskenpflicht an Schulen oder Wechselunterricht“

Besonders die Maskenpflicht an Schulen für alle Jahrgangsstufen ab einem Wert von 50 beschäftigt den Landrat. „Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist nur in einer Schule einzuhalten. Daher haben wir die Möglichkeit wieder in den Wechselunterricht zu gehen oder eben die Maskenpflicht“, erklärt Heimerl.

Der Regelunterricht sei jedoch sehr wichtig. Besonders auf Familien habe sie große Auswirkungen, wenn Kinder nur noch jede zweite Woche in die Schule können. Daher plädiere er für die Maskenpflicht, die bei vielen umstritten ist, in der neuen Allgemeinverfügung. „Wir haben jetzt noch eine Woche Unterricht vor den Ferien. In 14 Tagen gibt es dann eine neue Entscheidung abhängig von der Entwicklung der Neuinfektionen“, so Heimerl.

Auch für die Bürger sei die Situation nicht einfach. Die Regeln ändern sich immer wieder. Man müsse jedoch den Trend durchbrechen. „Wir bekommen es nur in den Griff, wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung vorhanden ist. Denn alles können wir nicht kontrollieren“, so Heimerl mit einem abschließendem Appell.

jz

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