Pressebericht des Landratsamtes Mühldorf

„Kinder ja – aber erst später…“ Fazit nach dem Elternpraktikum der Schwangerschaftsberatungsstelle

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die Praktikant*innen nach der ersten Nacht (zwei nicht im Bild)

Mühldorf - Zum wiederholten Male führten die Sozialpädagoginnen Bianca Ott und Carola John-Hofmann vom Gesundheitsamt Mühldorf in zwei neunten Klassen des Förderzentrums in Waldkraiburg ein sogenanntes „Elternpraktikum“ durch.

Hierbei bietet sich für Jugendliche die Möglichkeit, sich frühzeitig mit dem Thema Elternschaft auseinanderzusetzen. In einem Rollenspiel mit Babysimulatoren können sie ein Stück weit erfahren, was es bedeutet, Mutter oder Vater zu sein. 10 Schüler*innen der beiden neunten Klassen der Schule schlüpften in die Rolle von Müttern bzw. auch eines Vaters und Babysittern und betreuten drei Tage und Nächte lang acht „fast richtige Babys“.


„So viele Simulatoren gleichzeitig im Einsatz hatte es dabei bisher noch nicht gegeben“ berichtet die Dipl.-Sozialpädagogin Carola John-Hofmann von der Schwangerschaftsberatungsstelle am Gesundheitsamt. „Das war dann schon eine Herausforderung sowohl für die beiden Klassen – denn der Unterricht läuft ja weiter – als auch für uns“ Mit ihrer Kollegin Bianca Ott betreute sie die Praktikant*innen dabei. Sie waren an drei Praktikumstagen vor Ort an der Schule und boten darüber hinaus auch eine telefonische Rufbereitschaft rund um die Uhr an.

„Vorbereitend vor dem eigentlichen Praktikum besprechen wir uns immer mit den Lehrern und auch den gesamten Klassen“ ergänzt Bianca Ott. „dabei werden Themen wir Lebensziele und Lebenspläne besprochen, aber auch Schwangerschaft und was man alles für ein Kind braucht. Nach dem Praktikum findet eine weitere Einheit statt, in der wir mit der gesamten Klasse die Erfahrungen auswerten und eruieren, was ein Kind kostet.“ Das Fazit einer der Teilnehmer am Ende des Praktikums war: „Also ich fand es eine tolle Erfahrung. Ich habe gelernt, dass ich nicht so früh ein Baby haben möchte. Und dass es auch anstrengend sein kann, aber auch toll.“


Mehr Informationen zum Projekt finden Sie im Infokasten, Sie können sich auch gerne direkt an das Gesundheitsamt Mühldorf werden. Die beiden Sozialpädagoginnen Bianca Ott und Carola John-Hofmann erreichen Sie unter 08631/699-518 bzw. -526.

Infos zum Elternpraktikum:

Das Elternpraktikum ist ein Projekt der Schwangerschaftsberatungsstelle des Gesundheitsamtes Mühldorf a. Inn für Klassen ab der 8. Jahrgangsstufe an weiterführenden Schulen im Landkreis. Es geht dabei darum – ähnlich wie beim Berufspraktikum im Betrieb – den Jugendlichen erfahrbar zu machen, was es heißt, verantwortlich zu sein für ein Baby: es zu wickeln, zu füttern, herumtragen, in der Nacht aufstehen.... Dreieinhalb Tage und drei Nächte kümmern sich die freiwilligen Teilnehmer rund um die Uhr um ein „fast echtes“ Baby.

Möglich ist dies mit Babysimulatoren – realistisch aussehende Babypuppen mit einem ausgetüfteltem Innenleben, die ähnlich wie ein Baby Versorgung verlangen. Sie weinen aus verschiedenen Gründen, möchten gewickelt werden, möchten Fläschchen trinken, müssen aufstoßen, sind manchmal einfach nur nörgelig, usw. Vorbereitet, begleitet und nachbereitet werden diese Erfahrungen mit intensiven Unterrichtseinheiten mit der ganzen Klasse, konzipiert und durchgeführt von der Schwangerschaftsberatungsstelle am Landratsamt-Gesundheitsamt Mühldorf.

Bei den Einheiten mit der ganzen Klasse geht es um das Projekt selbst, aber auch um Themen wie Schwangerschaft, Geburt, Elternschaft, Lebensziele und –pläne. Außerdem wird mit den Schülern ein sexualpädagogischer Workshop zu Verhütung und Familienplanung durchgeführt. Für das Praktikum selbst melden sich die Schüler dann freiwillig – das schriftliche Einverständnis der Eltern vorausgesetzt. Denn auch das Familienleben der Praktikanten kann durcheinander geraten, da die Freiwilligen ihre „Babys“ nach der Schule und selbstverständlich auch in der Nacht bei sich haben. Die Schule mit ihren Verpflichtungen läuft an den Tagen des Praktikums trotzdem weiter.

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