Polizei berichtet

Das sind Unfallschwerpunkte und ihre Ursachen auf der A94

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Landkreise Altötting/Mühldorf am Inn - Erst am Wochenende krachte es dort wieder, aber wie viele Unfälle ereignen sich eigentlich auf der A94 und was sind die Ursachen? Wir haben nachgefragt:

Erst am Samstagnachmittag ereignete sich ein Unfall auf der A94 nahe der Anschlusstelle Mühldorf Nord. Ein Golffahrer übersah eine langsamfahrende Kolonne und fuhr mit voller Wucht auf. Eine Person wurde verletzt. Etwas mehr als eine Woche zuvor überschlug sich Mitte Januar an der Anschlussstelle Altötting in Fahrtrichtung Passau ein Fahrzeug aus dem Kreis Deggendorf. Der Wagen kam hinter der Leitplanke auf dem Dach zum Liegen.

Unfallgeschehen gleichbleibend

Noch befindet sich die A94 teils im Bau, im Oktober diesen Jahres soll sie eröffnet werden.

"Das Unfallgeschehen auf der A94 entwickelte sich in den letzten Jahren gleichbleibend in beiden Landkreisen sowohl im Bereich der Unfälle mit Personenschäden, als auch bei Unfällen mit Sachschäden", berichtet Polizeihauptkommissar Konrad Scheibl von der Dienstgruppe Mühldorf der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein. Deren Dienstbereich umfasst die A94 von Heldenstein, im Bereich der derzeitigen Baustelle, bis Marktl über eine Länge von 38,5 Kilometern. 

"Jährlich ereigneten sich etwa 150 Unfälle auf dem zu betreuenden Streckenabschnitt, wobei 30 Unfälle mit Personenschäden zu verzeichnen waren." Bayernweit gibt es noch keine Zahlen für das Jahr 2018. Im Berichtsjahr 2017 gab es allerdings laut dem Statistischen Landesamt auf Autobahnen im Freistaat 4057 Unfälle mit Personenschaden. In Oberbayern 1304. Davon im Landkreis Altötting 23 und im Landkreis Mühldorf am Inn 13. 

Ein tödlicher Unfall 2018

Zwei Tage nach einem schweren Unfall Ende Oktober 2018  starb ein 60-Jähriger aus Garmisch-Partenkirchen.

Im vergangenen Jahr hatte es nur einen tödlichen Unfall gegeben. Ende Oktober fuhr zwischen der Anschlussstelle Neuötting-Ost und Marktl ein 49-jähriger, österreichischer BMW-Fahrer auf den VW Käfer eines 60-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf.

Durch die Wucht des Anstoßes wurde der Fahrer des VW-Käfer schwerst verletzt und in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Er verstarb zwei Tage später im Kreiskrankenhaus Altötting.

Zwei Haupt-Unfallursachen

Als Haupt-Unfallursache der vergangenen Jahre habe sich, aufgrund der polizeilichen Unfallaufnahmen,

nicht angepasste Geschwindigkeit und Überholmanöver nach einem Spurwechsel herauskristallisiert.

Zahlreiche Unfälle hätten sich im Baustellenbereich beim Übergang der A94 zur B12 bei Heldenstein ereignet. Beispielsweise Mitte November des vergangenen Jahres krachte es dort. Ein 48-jähriger Mühldorfer kam aus ungeklärter Ursache mit seinem Mercedes nach rechts in die Fahrbahnbegrenzung und fuhr dann nach links auf die Gegenfahrbahn, wo er mit dem entgegenkommenden Toyota eines 32-jährigen Dorfners zusammenstieß. Ein hinter dem Toyota fahrender VW Golf fuhr noch auf den Toyota auf.

Mitte November 2018 kam es im Baustellenbereich bei Heldenstein zu diesem schweren Unfall.

Der Unfallverursacher und der Fahrer des Toyota kamen mit schweren Verletzungen in die Krankenhäuser nach Mühldorf und Traunstein. Der dritte Beteiligte blieb leicht verletzt.

Häufungen auch an Anschlussstellen

"Unfallhäufungen gab es auch an den Anschlussstellen", so Scheibl. "Die Verkehrsteilnehmer, welche auf die Autobahn auffahren, wollen sofort 'Freie Fahrt' und wechseln noch im Einfahrbereich auf die linke Spur, um zu überholen." Sofort nach dem Spurwechsel ereigneten sich häufig Unfälle. 

Zuletzt ereignete sich ein solcher Unfall Ende Oktober des vergangenen Jahres. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Ein beispielhafter Fall geschah auch Mitte Mai 2018, als ein 18-jähriger Altöttinger bei einem solchen Manöver das Auto einer 25-Jährigen aus Bad Füssing übersah. Im letzeren Fall wurden drei Personen verletzt.

Eine häufige Unfallursache auf der A94 sind Autofahrer, die ohne aufzupassen, direkt auf die linke Spur wechseln wollen. So hier geschehen im Mai 2018 bei Neuötting.

"Die zwischenzeitlich aufgebrachte, einseitige Fahrstreifenbegrenzung in Form einer durchgehenden Linie haben sich als wirksame Maßnahme erwiesen", berichtet Scheibl.

Dagegen die Anschlussstelle Altötting habe sich in den letzten Jahren, in Fahrtrichtung Passau, als unfallauffällig herausgestellt. "Häufig gab es beim Kurvenverlauf im Ausfahrast Geschwindigkeitsunfälle." Aus diesem Grund wurden dort im Wechsel gelb-fluoreszierende Richtungstafeln aufgestellt. So geschehen beispielsweise Ende Dezember. Ein Mercedesfahrer touchierte erheblich die rechte Leitplanke und beging Fahrerflucht.

A94-Eröffnung könnte Rückgang bringen

Durch die planmäßige Eröffnung der A94 im Oktober 2019 und den dadurch resultierenden Rückgang des Verkehrs auf der B12, welche zur Staatsstraße umgewidmet wird, werde ein Rückgang der Unfallzahlen im Bereich des Landkreises Mühldorf erwartet. Dem stimmte auch sein Kollege Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Stocker zu, der bei der Polizeiinspektion Mühldorf am Inn Sachbearbeiter für den Bereich Verkehr zuständig ist. "Es hilft schon, wenn ein großer Teil des Fernverkehrs auf die künftige A94 gelenkt wird und sich nicht mehr über die B12 schleppt."

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