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Mahnwache anlässlich des Weltkatzentages

Tierschützer zeigen Elend vieler bayrischer Katzen auf

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Mühldorf am Inn - Anlässlich des Weltkatzentages fanden sich am vergangenen Samstag Tierschützer der Vereine Tierschutzjugend Erding, Tierschutzverein Waldkraiburg und Katzenhilfe Salzachtal am Stadtplatz Mühldorf ein um gemeinsam auf das Elend unzähliger bayerischer Katzen aufmerksam zu machen.

Die Tierschützer appellieren an alle Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Manche Katzenhalter äußern den Wunsch, ihre Katze einmal Nachwuchs bekommen zu lassen, damit insbesondere die Kinder ihre Freunde daran haben. Tanja Glasl von der Tierschutzjugend Erding rät den Eltern, den Kindern die Folgen einer Vermehrung zu erklären. Jeder Wurf bringt 2-6 Jungtiere hervor, die ihrerseits mit ca. sechs Monaten geschlechtsreif sind und sich fortpflanzen. Man kann sich leicht ausrechnen, wie rasant die Population ansteigt. Kinder reagieren sehr verständig auf diese Erklärung.

Ausgesetzt zur Urlaubszeit

Dies ist eine Erfahrung, die wir ausnahmslos machen, so Tanja Glasl. Bayernweit klagen Tierheime im Moment wieder über Platznot. Gerade zur Urlaubszeit werden viele Tiere abgegeben oder gar ausgesetzt. Dazu kommen unzählige kleine Kätzchen, die um diese Jahreszeit von aufmerksamen Bürgern vermehrt aufgelesen und im Tierheim abgegeben werden. Meist handelt es sich um versprengte oder abgewanderte Tiere in erbärmlichen Zustand. Sehr weit verbreitet sind schwere Augenentzündungen, Katzenschnupfen und starker Parasitenbefall. Sie alle und ihr Elend sind das Ergebnis verantwortungsloser Vermehrung. Obwohl Tierschutzorganisationen seit Jahren sehr viel Öffentlichkeitsarbeit leisten und Kastrationsmaßnahmen durchführen, ist keine Erleichterung der Situation erkennbar.

Zwei- bis dreimal im Jahr bekommen Katzen Junge. Die Population steigt viel zu rasch an, als dass der Tierschutz alleine noch helfen könnte. Nur die Spitze des Eisberges schafft es überhaupt, aufgelesen und versorgt zu werden und so die Chance auf ein Zuhause zu bekommen. Kein Verständnis haben die Tierschützer dafür, dass von der bayerischen Staatsregierung keine Hilfe kommt. Gerade erst wurde im bayerischen Landtag ein Antrag auf Unterstützung der Tierheime von der Regierungspartei abgelehnt! In Bayern fristen geschätzte 300.000 Streunerkatzen ein elendes Dasein. Der insgesamt sehr hohe Katzenbestand hat Auswirkungen auf den Bestand von Vögeln, Fledermäusen, Blindschleichen und Reptilien.

Politik bleibt tatenlos

Umso unverständlicher ist den Tierschützern der Umstand, dass der gleichsam für den Tier- und Umweltschutz und somit auch für den Arterhalt zuständige Staatsminister Dr. Marcel Huber sich des Themas nicht annimmt. Würde doch eine Kastrationspflicht in jedem Bereich deutliche Verbesserungen bringen. In vielen anderen Bundesländern wurde die Ermächtigung zur Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Freigängerkatzen auf die Kommunen übertragen. In mehr als 620 Kommunen wurde bereits Kastrations- und Kennzeichnungspflicht nach dem sog. „Paderborner Modell“ erlassen. In Österreich besteht Kastrationspflicht für Freigängerkatzen bereits seit 2005. Manchmal wird die Befürchtung geäußert, Katzen könnten dadurch aussterben.

Wie die langjährigen Erfahrungen mit der Kastrationspflicht zeigen, ist dies völlig unbegründet. So kann es nicht weitergehen, da sind sich die Tierschützer einig. Bayernweit kämpfen zahlreiche Tierschutzorganisationen und Katzenfreunde für eine Verbesserung der Situation. Ohne Hilfe der Politik bleibt es jedoch ein Kampf gegen Windmühlen. Manuela Gyimes vom Tierheim Waldkraiburg fasste es in wenigen Worten zusammen „die Landesregierung lässt uns und die Tiere komplett im Stich und das im reichen Bayern“.

Pressemitteilung der Katzenhilfe Salzachtal e.V.

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