Kein Alkohol in der Schwangerschaft!

Lehrreiche Mitmach-Ausstellung für Fachleute und Schülerinnen

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Das Zeltinnere der Ausstellung symbolisiert eine Gebärmutter.

Mühldorf a. Inn - Rund 50 Pädagogen aus verschiedenen Einrichtungen und Beratungsstellen waren nach Mühldorf gekommen, um sich mit dem Thema „Fetale Alkoholspektrumstörung“, kurz FASD, auseinanderzusetzen.

Damit wird eine Schädigung des Kindes, die durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entsteht, bezeichnet. Eingeladen zu der Fachveranstaltung hatte die Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt Mühldorf.

Alkohol ist selbstverständlich

„In unserer Gesellschaft muss man sich teilweise rechtfertigen, wenn man keinen Alkohol trinkt – so selbstverständlich ist dieses Suchtmittel. Dabei gibt es viele Situationen, bei denen unter keinen Umständen Alkohol getrunken werden sollte – wie zum Beispiel bei einer Schwangerschaft oder im Straßenverkehr“, führte Medizinaldirektor Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamts Mühldorf, aus.

Die Organisatorinnen: Bianca Weiß (Berufsschulzentrum Mühldorf), Carola John-Hofmann (Schwangerschaftsberatungsstelle am Gesundheitsamt) und Referentin Veerle Moubax (Verein AusSicht FASD) (v.l.n.r.).

Veerle Moubax, 1. Vorsitzende des Vereins "AusSicht FASD", informierte dann mit einem sehr persönlichen und beeindruckenden Vortrag über Auswirkungen und Unterstützungsmöglichkeiten: In Deutschland werden jährlich mehr als 10.000 Kinder mit FASD geboren. Mütterlicher Alkoholkonsum ist die häufigste, nicht genetisch bedingte Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten beim Kind. 

Eine Bürde für's ganze Leben

Menschen mit FASD sind für ihr gesamtes Leben geschädigt, haben oft Schwierigkeiten im Alltag und sind selten zu einer selbständigen Lebensführung fähig. Betroffene werden von der Umgebung oft falsch eingeschätzt. Ihre Schwierigkeiten werden gerade im Alltag oder im sozialen Handeln beziehungsweise bei Leistung als Unwille abgetan, was es für sie doppelt schwer macht. Ein mütterlicher Alkoholkonsum wird häufig tabuisiert oder kann nur vermutet werden, was eine Diagnosestellung schwer macht.

Über 800 Schüler kamen in die Ausstellung

Nach dem Vortrag von Veerle Moubax konnten die Teilnehmer die Ausstellung „Wenn schwanger dann ZERO“ besuchen. Diese interaktive Ausstellung, konzipiert vom FASD Netzwerk Nordbayern, war zwei Wochen lang in der Aula der Berufsschule zu sehen. Schulklassen der Berufsschule, der FOS/BOS und des Gymnasiums in Mühldorf hatten die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. 

Über 800 Schüler konnten sich dabei an drei unterschiedlichen Stationen mit den Themen Schwangerschaft, Alkohol und FASD auseinandersetzen. Fachlich begleitet wurden sie dabei von Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ergänzend zur Ausstellung weiter informierten und auch für Fragen zur Verfügung standen.

Besuch in einer Gebärmutter

Die erste Station im Inneren eines Zeltes – „Gebärmutter – tauche ein und genieße“ macht die 40 Wochen Schwangerschaft aus der Perspektive des Kindes durch Sehen, Hören und Fühlen erlebbar. In der Mitte des Raumes befindet sich eine Touch-screen-Station, die die Entwicklung des Kindes bis zur Geburt erlebbar macht.

Die Zeltaußenhülle und ein weiterer Touchscreenmonitor bilden die zweite Einheit – die Umweltstation „Zehn Monate schwanger – Tipp dich klug“. Hier können sich die Teilnehmer intensiver mit vielen Themen rund um die Schwangerschaft befassen, aber auch mit weiteren Inhalten wie Alkohol und Drogen.

Bei der „Kinderstation“ bietet sich die Gelegenheit, Betroffenen zuzuhören. Kurze Statements von Betroffenen unterschiedlichen Alters und der Bericht einer jungen Frau machen den Alltag von Menschen mit FASD erfahrbar.

Lob von den Schülerinnen

„Die Ausstellung war sehr interessant – auch mit den Bildern und Geräuschen; es hat uns sehr Spaß gemacht und w ir haben viel dazu gelernt. Wir werden ZERO in der Schwangerschaft sein“, so lautete das Fazit mehrerer Schülerinnen, die die Ausstellung besuchten.

Bei Fragen zu den Themen Schwangerschaft und Alkohol, aber auch FASD können Sie sich gerne an die Schwangerschaftsberatungsstelle am Landratsamt – Gesundheitsamt Mühldorf wenden, Tel. 08631/699526 oder per Mail an schwanger@lra-mue.de. Weitere Infos zur Ausstellung sind zu finden unter www.wenn-schwanger-dann-zero.de.

Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf am Inn

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