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Elektrifizierungslücke als Hürde 

MdB Sandra Bubendorfer-Licht fragt nach: Fährt der Railjet von München über Simbach nach Wien?

Mühldorf a. Inn - Es klingt wie eine Vision, dennoch scheint das Projekt innerhalb eines Jahrzehnts realisierbar: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) planen den Fernverkehrszug Railjet von München auf dem schnellsten Weg über Simbach/Braunau am Inn nach Wien zu führen. 

Die Pressemeldung im Wortlaut:

„Der absehbare Anschluss an das Fernverkehrsnetz ist eine tolle Perspektive für das südostbayerische Grenzgebiet“, betont die Ampfinger Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht, die bei der ÖBB Infrastruktur AG in Wien nachgefragt hatte.

Auf der Inn-Achse war schon einmal ein berühmter Zug unterwegs: Zwischen 1883 und 1897 verkehrte der Orient-Express über Simbach. Deshalb ist es für die südostbayerischer FDP-Heimatabgeordnete erfreulich, dass die Planungen voranschreiten, wieder einen konkurrenzfähigen internationalen Fernverkehr auf der Achse zu etablieren: „Welche Investitionen planen die ÖBB auf österreichischer Seite zwischen Braunau am Inn und Wels, um die Strecke für die Railjet-Verbindung zu ertüchtigen?“ fragte Bubendorfer-Licht in Wien an.

Alternative zur Flug-Kurzstrecke

Magistra Silvia Angelo, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur AG, wies in ihrem Schreiben auf die bestehende Elektrifizierungslücke der Strecke über Braunau und Simbach im transeuropäischen Verkehrsnetz hin. Die ÖBB-Vorständin sieht in der Ertüchtigung der Strecke eine Chance, die Schiene als „effektive und nachhaltige Konkurrenz zum internationalen Kurzstrecken-Flugverkehr“ anzubieten.

Schneller als über Salzburg

ÖBB-Infra-Vorständin Silvia Angelo führte aus: „Gemäß unseren Berechnungen wäre die Achse über Braunau und Simbach schneller als über Salzburg und könnte gegenüber dem stark frequentierten Flugverkehr zwischen Wien und München eine nachhaltige und effektive Konkurrenz anbieten.“ Nicht nur der grenzüberschreitende Regionalverkehr soll weiter gestärkt werden. Im Sinne der Eisenbahn-Netzstabilität könnte der Schienenverkehr von der Linie Nürnberg - Passau - Linz oder auch von der Linie München - Salzburg - Linz über die Simbach-Achse umgeleitet werden.

Auf österreichischer Seite sei im Oktober 2020 als Teil der Dekarbonisierungsstrategie ein Elektrifizierungsprogramm gestartet worden. In diesem Sinne werde die sogenannte Innkreisbahn zwischen Braunau am Inn und Neumarkt-Kallham ausgebaut und elektrifiziert. Die Bahnhofsumbauten in Braunau seien derzeit im Bau bzw. teilweise fertiggestellt oder werden wie in Ried im Innkreis ab 2025 begonnen. Die ÖBB prüfen, so Angelo, wie die Linienführung selektiv verbessert werden kann, um die Geschwindigkeiten an der Strecke zu harmonisieren. Nach dem heutigen Planungsstand soll das Projekt um 2030 fertiggestellt sein. Die Maßnahme der Elektrifizierung zwischen Simbach/Braunau und Neumarkt-Kallham geschehe im Hinblick darauf, „eine Perspektive zur Etablierung von zusätzlichen schnellen Fernverkehrsverbindungen zwischen Wien und München“ zu schaffen, die in den Deutschlandtakt eingebunden werden sollen.

Deutsche Bahn am Zug

Erfreut stellt Silvia Angelo fest, dass erstmals Finanzierungssicherheit für die Elektrifizierung der gesamten Achse in beiden Staaten bestehe. Von „großer Bedeutung“ ist für die österreichische Seite der letzte Lückenschluss der Elektrifizierung auf dem Korridor München - Mühldorf -Freilassing (ABS  38) sowie der Elektrifizierung zwischen Mühldorf und Simbach. Wie die ÖBB-Vorständin schreibt, sei  es „sehr erfreulich“, dass die Elektrifizierung zwischen Mühldorf und Simbach „als vordringlicher Bedarf“ im deutschen Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt werde.

„Die Pläne zum grenznahen Bahnausbau im Nachbarland sind ein positives Signal“, sagt Sandra Bubendorfer-Licht. Es sei damit in absehbarer Zeit zu rechnen, von Mühldorf aus mit dem Zug auf attraktiven Fernverkehrsverbindungen zu reisen. „Das wäre ein echter Standortvorteil für die oberbayerische Kreisstadt.“

Pressemeldung des Abgeordnetenbüro Sandra Bubendorfer-Licht, MdB

Rubriklistenbild: © Deutscher Bundestag/Inga Haar

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