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Mehr Radwege gefordert

Breites Bündnis im Landkreis Mühldorf unterstützt Radentscheid Bayern

v.l.n.r: Max Wiltschka, Christoph Jä-ger, Monika Spanjaart, Georg Schmid, Reinhard Retzer, Doris Anzinger-Pohlus, Bernhard Suttner, Heidi Kückelhaus, Christian Ott, Adelina Dragusha.
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v.l.n.r: Max Wiltschka, Christoph Jä-ger, Monika Spanjaart, Georg Schmid, Reinhard Retzer, Doris Anzinger-Pohlus, Bernhard Suttner, Heidi Kückelhaus, Christian Ott, Adelina Dragusha.

„Rad- und Fußweg endet“ – dieses Schild an der Staatsstraße 2091 zwischen Zangberg und Ampfing steht stellvertretend für viele Orte im Landkreis und in ganz Bayern, wo Radwege fehlen oder mitten in der Landschaft enden. Deshalb trafen sich an dieser Stelle kürzlich aktive Radlerinnen und Radler aus verschiedenen Organisationen, um für mehr und sichere Radwege einzutreten und für das Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ zu werben.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Landkreis Mühldorf a. Inn - Monika Spanjaart, Co-Ortssprecherin des ansässigen grünen Ortsverbands, erklärte, dass die Gemeinde Zangberg den Ausbau des Fuß-/Radwegs bis zur Gemeindegrenze unterstützt habe, um auch Kindern aus dem Weiler Moosgraben den selbständigen Schulweg zur Bushalte-stelle in Zangberg zu ermöglichen. Aus ihrer Sicht sei vor allem die Weiterführung Richtung Autobahn notwendig, um einen Anschluss nach Mühldorf zu erhalten. Dass der Radweg we-der in dieser Richtung noch nach Ampfing weitergeht, habe vermutlich mit Entscheidungen des staatlichen Straßenbauamtes als Baulastenträger zu tun, meinte der Ampfinger Gemeinderat Christian Ott (Grüne) und bekräftigte: “Was Gemeindestraßen angeht, so werde ich mich weiter aktiv für den Bau von Radwegen einsetzen“.

Der Ampfinger Christoph Jäger, Mitglied im Verkehrsclub Deutschland (VCD) fügte hinzu: „Wir brauchen auch unbedingt einen durchgehenden Radweg zwischen Ampfing und Mühldorf.“ Nur so könne man Menschen motivieren, auch auf längeren Strecken auf das Rad als umweltfreundliches, preiswertes und gesundes Verkehrsmittel umzusteigen. „Mir geht es besonders darum, dass Radwege für Kinder sicher befahrbar sind“, ergänzte Adelina Dragusha, eine junge Mutter, die sich in der BI Verkehrswende Mühldorf engagiert.

„Der Ausbau eines durchgehenden und sicheren Radwegenetzes innerorts wie auch zwischen den Ortschaften muss endlich im ganzen Freistaat planmäßig vorangetrieben wer-den!“ betonte Max Wiltschka, Mitglied des SPD-Kreisvorstand aus Schwindegg. „Die Ausbaupläne der Staatsregierung reichen hinten und vorne nicht, und unterschiedliche Zuständigkeiten blockieren Vieles“, bestätigte Bernhard Suttner, ÖDP-Bundestagskandidat von 2021.

Damit kamen beide auf die Ziele des Volksbegehrens für ein bayerisches Radgesetz zu sprechen, das von einem breiten Bündnis von Verbänden und Organisationen mit einer Unterschriftenkampagne angestrebt wird (siehe auch www.radentscheid-bayern.de). „Ziel des Volksbegehrens sind die Erhöhung des Radverkehrsanteils auf 25% bis 2030, Ausbau und Sanierung der Rad- und Fußwege und der Vorrang umweltfreundlicher Verkehrsmittel insgesamt“, referierte Kerstin Daser, Co-Sprecherin des Kreisverband der Grünen. Unter dem Leitstern „Vision Zero“ (keine Verkehrstoten mehr) solle der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer Vorrang haben. „Gleichzeitig muss laut Gesetzentwurf die Flächenversiegelung sorgfältig abgewogen werden. Das ist mir besonders wichtig“, meinte Doris Anzinger-Pohlus, die Vizechefin vom Bund Naturschutz im Landkreis. Ziel müsse es sein, intelligente Lösungen zu finden und neben neuen Radwegen auch bestehende Wege für einen sicheren Fahrrad-verkehr zu ertüchtigen. „Man muss nicht immer alles asphaltieren“, ergänzte ÖDP-Vorstandsmitglied Georg Schmid. Es gebe auch andere Straßenbeläge, die sicher zu befahren aber wasserdurchlässig sind.

Mit Blick auf die Umsetzung vor Ort meinte ÖDP-Kreisrat Reinhard Retzer: „Es wird auch da-rauf ankommen, Kommunen und Bürgermeister und im Besonderen die Landwirte mit ins Boot zu holen, um für alle Beteiligten machbare und einvernehmliche Lösungen zu finden.“ Beim Bau des Radweges zwischen Lohkirchen und Neumarkt St. Veit sei das vorbildlich gelungen. „Entscheidend war, dass die beteiligten Bürgermeister das Thema zur Chefsache gemacht und persönlich mit den Grundbesitzern gesprochen haben – und das, bevor Entscheidungen im Gemeinderat gefällt waren.“

Um der Kampagne für den Volksentscheid auch hier im Landkreis richtig Schwung zu geben, haben aktive Radlerinnen und Radler aus verschiedenen Organisationen sich zusammengetan. „Aktuell befinden wir uns in der Antragsphase. Bis zum Herbst wollen wir in Bayern min-35000 Unterschriften für die Zulassung des Volksbegehrens sammeln,“ berichtete Heidi Kückelhaus von der VCD-Kreisgruppe Mühldorf-Altötting. „Wenn das klappt, müssen im nächsten Frühjahr 10% der Wahlberechtigten in den Rathäusern das eigentliche Volksbegehren unterschreiben. Darum wollen wir jetzt schon möglichst viele Menschen erreichen und für die Ziele des Volksbegehrens begeistern.“

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, unternahmen einige Teilnehmer am Schluss des Treffens einen symbolische „Spatenstich“ zur Fortsetzung des Radweges. Man darf gespannt sein, wann diesem dann der tatsächliche Bau folgen wird….

Die Unterschriften für die Zulassung des Volksbegehrens können nur auf den Original-Unter-schriftenlisten abgegeben werden. Diese liegen an folgenden Stellen im Landkreis aus: Mühldorf: Fahrrad Stiegler (Ledererstraße 19), ÖDP-Kreisverband (Kufsteinstraße 1), Grünes Büro (Huterergasse 5, Freitag vormittags); Waldkraiburg: Bund Naturschutz-Geschäftsstelle (Prager Str. 6, Di-Do vormittags); Ampfing: Zweirad Schröck (St.-Martin-Str. 6-8), Schwindegg: Bäckerei Lohmayer ( Mühldorfer Straße 15), Neumarkt-St. Veit: Elsaß-Bäcker am Stadtplatz, Schönberg: Elsaß-Bäcker, Hauptstr. 3. Wer keinen Ort in seiner Nähe findet oder selbst aktiv Unterschriften sammeln will, melde sich bitte unter mue-aoe@vcd-bayern.de. Die Aktion läuft noch bis zum Oktober 2022.

Pressemeldung der VCD-Kreisgruppe Mühldorf-Altötting

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