Neue Blühflächen werden geschaffen

So will der Landkreis Mühldorf den Bienen helfen

Mühldorf am Inn: Eh-da-Flächen sollen wegen Volksbegehren Artenvielfalt Rettet die Bienen zu Blühflächen werden
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Landrat Maximilian Heimerl (CSU) macht sich persönlich ein Bild von „Eh-da-Flächen“ im Landkreis Mühldorf am Inn. Im Sinne des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ sollen davon so viele wie möglich in Blühflächen umgewandelt werden.

Landkreis Mühldorf am Inn - Im Sinne des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ sollen neue Blühflächen entstehen. Dabei wird der Landkreis kreativ.

Der Kreistag beschloss in seiner jüngsten Sitzung, sogenannte „Eh-da-Flächen" im Landkreis-Eigentum zu Blühflächen umzuwandeln. Als ersten Schritt sollen insgesamt 9000 Quadratmeter Blühflächen angelegt und gepflegt werden. Darüber hinaus ist geplant, auch in den kommenden Jahren weitere für eine solche Umwandlung geeignete Flächen zu finden. Etwa 50.000 bis 60.000 Quadratmetern könnten insgesamt umgewandelt werden.


Kosten wird die Umwandlung etwa 9700 Euro, wobei mit Förderungen von bis zu 70 Prozent gerechnet wird. Pro Jahr wird die Maßnahme voraussichtlich 12.000 Euro kosten.

Umwandlung von „Eh-da-“ in Blühflächen im Landkreis Mühldorf am Inn auch Beitrag nach Volksbegehren „Rettet die Bienen“


„Eh-da-Flächen“ sind meist kleinere Flächen. Es sind beispielsweise Teile von Straßen, etwa kleinere Grünflächen an Kreuzungsanlagen. Aber auch andere Flächen, die nur schwierig zu pflegen und aufgrund ihrer Lage oder sonstigen Eigenschaften wie Neigung, zu geringer Breite und so weiter in der Regel nicht landwirtschaftlich genutzt werden. „In der Vergangenheit wurden solche Flächen kaum im Sinne des Naturschutzes gepflegt, sondern meistens gemulcht“, so die Kreisverwaltung. Beim Mulchen wird ein Boden mit unverrotteten organischen Materialien bedeckt, wodurch dieser gedüngt wird. „Dabei wird allerdings die Artenvielfalt deutlich reduziert, weil einseitig schnellwachsende und konkurrenzstarke Arten gefördert werden.“

Nun würden diese Flächen allerdings eine gute Möglichkeit bieten, die Artenvielfalt auch bei Insekten wieder zu erhöhen. „Das ist ja auch voll im Sinne des Volksbegehrens 'Rettet die Bienen", merkte Landrat Maximilian Heimerl (CSU) an. Insgesamt könne die Blütenvielfalt deutlich gesteigert und somit auch das Nektar- und Pollenangebot für Insekten verbessert werden. Von einer Vermehrung der Insekten wiederum würden auch andere Arten wie Vögel und Eidechsen profitieren.

Zukünftig sollen die Flächen weniger gemäht und das Mähgut erst später abtransportiert werden. Dabei soll dann auch mit tierschonenden Werkzeugen gearbeitet werden. „Insgesamt verfügt der Landkreis über 320.000 Quadratmeter an ‚Straßenbegleitgrün‘. Beispielsweise aus Gründen der Verkehrssicherheit oder aus örtlichen baulichen Gründen wird aber bei weitem nicht alles davon zu Blühflächen umwandelbar sein“, so die Kreisverwaltung weiter. „Das wird nur bei etwa 50.000 bis 60.000 Quadratmetern möglich sein."

Volksbegehren Artenvielfalt beschäftigte auch Landkreis Mühldorf 2019

Auch den Landkreis Mühldorf am Inn beschäftigte das Volksbegehren "Rettet die Bienen" im Februar des vergangenen Jahres. Im Mai 2019 wurde daher dort auch über die Duldung von Schottergärten diskutiert. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) erklärte auf einer Regionalkonferenz Ende Mai 2019 in der Inntalhalle Rosenheim den neuen Gesetzesentwurf nach dem Volksbegehren und die betrieblichen Auswirkungen im Einzelnen.

Unter anderem wies Kaniber dabei auch darauf hin, dass viele Fehlinformationen im Umlauf seien. Als Beispiel dafür nannte sie das massenhafte Fällen von Obstbäumen aus Angst vor Biotop-Ausweisungen.

Dieser Artikel sorgte für Diskussionen unter unseren Lesern: Wer sollte mehr für die Schaffung von Blühflächen in die Pflicht genommen werden? Landwirte oder Privatleute? 

Dabei gehen die Meinungen auseinander. Jeder sieht mal Landwirte, mal Behörden und mal Privatleute als erste in der Pflicht.

hs

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