Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Mühldorf

24 Fragen an Markus Saller (Freie Wähler)

+
Markus Saller, Direktkandidat der Freien Wähler im Stimmkreis Mühldorf am Inn hat sich den Fragen von innsalzach24.de gestellt.

Mühldorf am Inn/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Mühldorf am Inn bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Markus Saller (Freie Wähler).

Homepage/Social Media Kanäle:

Homepage: www.uwg-muehldorf.de

Facebook: --

Twitter: --

Instagram: --

Die Antworten auf den Fragebogen von innsalzach24.de

1. Name 

Markus Saller 

2. Partei 

Freie Wähler 

3. Alter 

49 Jahre 

4. Wohnort 

Mühldorf a. Inn 

5. Familienstand 

Verheiratet 

6. Kinder 

Drei Töchter (20, 8, 6 Jahre) 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Ich engagiere mich seit 1995 für die örtliche Unabhängige Wählergemeinschaft und kandidiere seit dem bei Kommunalwahlen. Beinahe zehn Jahre lang habe ich die Rechtsabteilung eines bayerischen Verbraucherverbandes geleitet und dieser Zeit viel praktische Erfahrung mit Ministerien und Staatsregierung sammeln können. 

Seit 2008 bin ich Stadtrat der Kreisstadt Mühldorf am Inn und Kreisrat des Landkreises Mühldorf am Inn. In der Stadt bin auch Fraktionssprecher. Zudem bin ich Vorsitzender des Kreisverbands der Freie Wähler in Mühldorf. 

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Da fällt mir aus der jüngeren Geschichte leider niemand ein. Also lande ich bei Cicero. 

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns?

Ich wohne hier seit meinem zweiten Lebensjahr. Die Region ist meine Heimat und das ist wohl auch für mich das Besondere an ihr. 

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Weil ich politische Arbeit als mittel- bis langfristige Aufgabe auffasse, ein Querdenker bin und auch vor grundlegenden Reformen nicht zurückschrecke. Die Aufgabe des Politikers sehe ich in erster Linie darin, zu überlegen, wie eine Gesellschaft in 20 bis 25 Jahren aussehen wird und welche Weichenstellungen deswegen heute bereits erforderlich sind. 

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

- Die Sicherung des Friedens in Europa und des sozialen Friedens in Deutschland (hierzu zählen bessere Chancen der Bürger, sich ein Vermögen aufzubauen und eigenen Wohnraum zu erlangen durch eine weitgreifende Steuerreform, weniger Umverteilung und mehr Selbstverantwortung; die Einkommensschere muss geschlossen werden, was auch eine radikale schulische Bildungsreform einschließt).

- Eine staatlich kontrollierte Migrationspolitik, die der Zukunft des Landes und seiner Bürger dient.

- Sicherung der Bürgerlichen Freiheitsrechte (beinhaltet Bürokratieabbau, mehr Rechte hinsichtlich der persönlichen Daten, weniger Überwachung und staatliche Kontrolle).

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Sicherung des Wohlstandes und Erhalt beziehungsweise Verbesserung des Naturschutzes durch Wiederherstellung natürlicher Lebensräume (Beschränkung von Land- und Forstwirtschaft, Stopp der voranschreitenden Versiegelung von Flächen, kluge und zukunftsorientierte Bauleitplanung für Wohnraum und Gewerbe)

13. Thema Wohnen: Wie kann in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

Es muss wieder möglich werden, innerhalb eines Arbeitslebens eine selbstgenutzte Immobilie zu finanzieren. Hierzu muss den Bürgerinnen und Bürger mehr Geld in der Tasche bleiben. Das geht letztlich nur über eine grundlegende Steuerreform. Daneben muss sozialer Wohnungsbau besser staatlich gefördert werden. 

14. Thema Infrastruktur: Wie wollen Sie den Breitbandausbau in der Region weiter vorantreiben, welche Schritte sind am dringendsten? 

Hier ist bereits viel Richtiges passiert in den letzten Jahren. Ich denke, die Politik ist hier bereits auf einem guten Weg. Allerdings weiß man heute noch nicht, welche Bandbreiten in fünf bis zehn Jahren erforderlich sein werden und welche Übertragungstechnik dann erforderlich ist. Deswegen muss man bereits jetzt auf Glasfaser und Leerrohre setzen, wo immer der Boden aufgemacht wird. 

15. Thema Gesundheit: Welche Maßnahmen kann die Politik gegen den Ärztemangel ergreifen und umsetzen? 

Notwendig ist dringend eine weitreichende Reform des Gesundheitswesens. Die dort eingesetzten (und ausreichenden) immensen Gelder werden falsch verteilt. 

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Durch eine kluge, zukunftsorientierte Bauleitplanung sowohl im Wohn- wie auch im gewerblichen Bereich und durch eine bessere Verwertung von brachliegenden Bauflächen mit abbruchreifen Gebäuden in den Gemeinden. Hier müsste der Staat mehr Handhabe gegen Eigentümer solcher Flächen bekommen. 

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

Ich würde von Naturschutz statt Umweltschutz sprechen. Den Landwirten würde ich Anreize geben, ihre Betriebe auf „Bio“ umzustellen. Das kommt der Natur (Böden, Artenvielfalt und Insekten) automatisch zugute. Und Touristen kommen gerne dahin, wo die Natur intakt ist. 

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

In diesem Land muss sehr vieles dereguliert werden. Neben den Vereinen betrifft das auch die Wirtschaft, wie zum Beispiel Handwerksbetriebe, insbesondere im Lebensmittelhandwerk und Gründer mit neuen Geschäftsideen. Ich schlage vor, ein Ministerium für Deregulierung zu schaffen, dass sich in allen gesellschaftlichen Bereichen der Überregulierung widmet und diese abbaut. 

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Was wir derzeit erleben, hat mit Asyl nur wenig zu tun. Es geht um Migration. Hierfür müssen Regeln geschaffen werden, damit der Staat kontrollieren und entscheiden kann, wer bei uns dauerhaft bleiben kann. Das Asylrecht wird hierzu von vielen missbraucht. 

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Das bedingungslose Grundeinkommen ist sicher ein sehr interessantes Gedankengebilde, das aber meines Erachtens derzeit nicht funktionieren würde. Hierzu bedarf es erst einer Bildungsreform. Die Frage, die man sich aber stellen muss: macht es wirklich Sinn, Arbeit zu besteuern?

Wenn ein Arbeitnehmer bis zum 10.07. eines Jahres arbeiten muss, bevor er für sich selbst Geld verdient, stimmt etwas nicht. Besteuerung sollte zum Beispiel mehr beim Verbrauch ansetzen und nicht bei der Erwerbstätigkeit. Deswegen ist eine umfassende große und revolutionäre Steuerreform zwingend notwendig. 

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Man muss aufpassen, dass man die Themen Bildung und Ausbildung nicht vermengt, was aber andauernd geschieht. Bildung heißt, dass Menschen heranwachsen, die selbstbestimmt und mit kritischem Blick in der Lage sind, ihr Leben zu meistern. Wenn ein Abiturient heute nicht weiß, wie eine Lebensversicherung funktioniert, welche Verbraucherrechte er hat und warum bei Google alles kostenlos ist, dann hat die Bildung an diesem Punkt versagt. 

Seit hundert Jahren gilt das völlig veraltete Modell des preußischen Frontalunterrichts in unseren staatlichen Schulen. Wir brauchen deswegen völlig neue Ansätze und müssen auch die Schulformen überdenken, wenn wir auch künftig - im digitalen Zeitalter - Eliten erzeugen wollen. Im Bereich der Ausbildung, also der Vorbereitung auf einen konkreten Beruf, läuft vieles im Freistaat vorbildlich und richtig. Das ist dem dualen System geschuldet, das sich auch in immer Studienangeboten niederschlägt. Ein Erfolgsmodell, um das wir weltweit beneidet werden. 

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Das ist wieder ein Umverteilungsansatz, was ich generell schlecht finde. Besser wäre es, den Familien gleich mehr Geld in der Tasche zu lassen, als es über ein bürokratisches Verwaltungsmonster wieder an die Familien zurückzugeben. 

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Familienangehörige, die Pflegeleistungen erbringen, sollten neben besserer gesellschaftlicher Anerkennung auch eine entsprechende finanzielle Unterstützung erhalten. Die Frage ist, ob diese mit dem Landespflegegeld hoch genug ist. 

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Ja, definitiv. Die Freien Wähler haben in der letzten Legislaturperiode zahlreiche Themen transportiert, die zunächst von der CSU abgelehnt und dann später doch realisiert wurden (teils durch plebiszitären Druck). Die Freien Wähler transportieren die Probleme von den Bürgern in die Politik, während in den sogenannten etablierten Parteien politische Entscheidungen „von oben“ dem Bürger verordnet werden. Dies führt zur Politikverdrossenheit.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Zurück zur Übersicht: Landkreis Mühldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser