Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf a. Inn

Zweiter Fachtag „Fürsprache für Sprache“

+
Professor Josef Leisen, ehemaliger Leiter des Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien in Koblenz und Professor für Didaktik der Physik, bei seinem Vortrag beim zweiten Fachtag „Fürsprache für Sprache“.

Mühldorf a. Inn - Sprachförderung ist eine der zentralen Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungschancen von allen Kindern und Jugendlichen und mitentscheidend für den schulischen Erfolg. Deshalb fördert der Landkreis Mühldorf a. Inn das Thema seit 2012 nachhaltig.

Ende März lud Lernen vor Ort gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Sprachförderung und sprachliche Bildung“ zum bereits zweiten Fachtag „Fürsprache für Sprache“ ins Gymnasium Gars ein. In seiner Begrüßung hob Landrat Georg Huber hervor, dass ein zunehmender Sprachförderbedarf nicht nur bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besteht, sondern auch bei denjenigen mit deutscher Muttersprache, weil Bildungs- und Fachsprache erworben werden müssen: „Nicht nur das Beherrschen der deutschen Sprache im Allgemeinen, sondern vor allem die in der Schule erforderliche Fachsprache ist eine wesentliche Voraussetzung für Bildungserfolg.“

Der Fachtag wurde durch die Arbeitsgruppe mittels einer Lehrerbefragung an die weiterführenden Schulen vorbereitet. Ziel der 2018 durchgeführten Erhebung war es, einen Überblick über die aktuelle Situation im Bereich Sprachförderung zu gewinnen sowie passgenaue Fortbildungen und Hilfestellungen für Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern zu entwickeln. Neben einem weitreichenden Erfahrungsaustausch beim Fachtag konnten sich die Lehrer*innen des Landkreises somit durch passgenaue Vorträge und Workshops weiterbilden.

Die Schwierigkeiten, die schon einzelne Worte der deutschen Sprache bereiten können, griff auch Professor Josef Leisen am Anfang seines Eröffnungsvortrags mit einem Zitat von Mark Twain auf: „Manche deutschen Wörter sind so lang, dass man sie nur aus der Ferne ganz sehen kann.“ Professor Leisen, ehemaliger Leiter des Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien in Koblenz und Professor für Didaktik der Physik gab einen Überblick darüber, wie Sprachbildung als Weg der Lerner von der Alltagssprache zur Bildungssprache im Fachunterricht gelingen kann und welche Hürden überwunden werden müssen. In seinem kurzweiligen Vortrag gab er praxisnahe Anregungen zum Umgang mit sprachlicher Heterogenität der Schüler*innen und mit Sprachfehlern im sprachsensiblen Unterricht.

Im Anschluss hatten die rund 70 Teilnehmer*innen die Möglichkeit, in verschiedenen Workshops neue Ideen und Informationen für die eigene Unterrichtsgestaltung zu sammeln und ihre Praxistauglichkeit zu diskutieren. So wurde der Frage nachgegangen, was Schüler*innen mit Migrationshintergrund als zusätzliche Unterstützung brauchen, welche Methoden zur Förderung der Ausdrucksfähigkeit besonders geeignet sind und wie Schüler*innen im naturwissenschaftlichen Unterricht zum Lesen und Schreiben angeregt werden können. Darüber hinaus wurde die Steigerung der Sprachkompetenz durch Lesefreude und -kompetenz ebenso in den Workshops bearbeitet wie die Diagnose von Leseschwächen.

Die zahlreichen Anregungen führten bei den Teilnehmer*innen immer wieder zu der Einsicht: Sprachförderung ist eine umfassende Aufgabe. Sie betrifft alle Schülerinnen und Schüler, ist eine Aufgabe für alle Lehrer*innen und alle Fächer, weshalb sie in den gesamten Unterricht integriert werden sollte. Der Fachtag war ein wichtiger Schritt, um für diese Herausforderung gut vorbereitet zu sein.

Pressemitteilung des Landratsamtes Mühldorf a. Inn

Zurück zur Übersicht: Landkreis Mühldorf

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT