Pressemeldung des Landratsamtes Mühldorf

Wespen und Hornissen auf Nistplatzsuche – Tipps zur Vorbeugung und Hilfe bei Nestern am Haus

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Landkreis Mühldorf - Sobald im Frühjahr die Temperaturen langsam steigen, begeben sich die Wespen- und Hornissenköniginnen wieder auf die Suche nach geeigneten Nistplätzen.

Da diese in der freien Natur immer seltener werden, sind sie gezwungen, dabei häufig auf Nistplätze an Häusern auszuweichen. Hier finden sie nämlich reichlich Öffnungen zum Einkriechen und kleine dunkle Höhlen. Dies kann dann zu Problemen zwischen Mensch und Tier führen. Allerdings sind nicht alle Wespenarten an unserem Kaffeetisch oder dem Grill interessiert, sondern nur die Deutsche und die Gemeine Wespe, die ihr Nest i.d.R. in dunkle Hohlräume bauen. Der eigenmächtige Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln wie z.B. Insektensprays ist kein sinnvoller Weg und noch dazu gefährlich. Denn dadurch wird das Problem zum einen nicht beseitigt und zum anderen sind diese Mittel häufig entgegen der Herstellerangaben auch für den Menschen schädlich.


Um zu vermeiden, dass sich Wespen und Hornissen direkt an oder im Haus niederlassen, sind bereits jetzt vorbeugende Maßnahmen hilfreich. Oft nisten Hornissen und die Dunkelbrüter unter den Wespen beispielsweise in Rollladenkästen. Diese können mit relativ einfachen Mitteln insektensicher gemacht werden. Hierzu eignen sich folgende Maßnahmen:

  • An der Stoppleiste des Rollladens eine Bürstenleiste oder eine Profilgummidichtung anbringen.
  • Sogenannte Rollladenstopper durch Leisten mit Bürste ersetzen.
  • Fugen mit Nelkenöl (oder anderen ätherischen Ölen) bestreichen und mit Nelkenöl getränkte Wattebällchen in die Einfluglöcher der Kästen stecken.
  • Den Rollladen täglich morgens und abends bewegen.

Hat eine Königin aber erst einmal mit dem Bau eines Nestes begonnen, so lässt sie sich in der Regel nicht mehr vertreiben. Wer ein Nest als störend oder gefährlich empfindet, kann sich gerne an das Landratsamt Mühldorf a. Inn, Benedikt Schwarzfischer unter 08631/699-378 wenden, der einen der ehrenamtlichen Berater im Landkreis vermittelt. Dieser hilft dabei, eine Lösung zu finden. Die Beratung ist kostenlos. Nützliche Infoblätter zum Herunterladen sind auch auf der Webseite des Landratsamtes www.lra-mue.de unter Bürgerservice =>Themenfelder => Fachlicher Naturschutz zu finden.

Tipps für ein friedliches Zusammenleben mit Wespen oder Hornissen und zur Vermeidung von Stichen:

  • Nicht wild um sich schlagen, wenn eine Wespe angeflogen kommt. Die Tiere sind kurzsichtig und einfach nur neugierig auf ihrem Weg der Futtersuche und wollen uns keinesfalls bewusst etwas tun.
  • Speisen und Getränke abdecken und niemals direkt aus Flaschen oder Dosen trinken.
  • Vorsicht in der Nähe von Fallobst, dort auf keinen Fall barfuß gehen.
  • Eltern sollten verstärkt auf ihre Kinder aufpassen, vor allem beim Verzehr von Süßigkeiten.
  • Gläser und Behälter mit vormals süßem Inhalt vor dem Entsorgen auswaschen, damit sich beispielsweise Wespen nicht an Glascontainern tummeln.

Bei Stichen hilft:

  • Kühlen durch Eisstücke in einem Geschirrtuch oder Umschläge mit 70%igem Alkohol oder essigsaurer Tonerde. Gegen das Austrocknen der Haut durch den Alkohol hilft Fettcreme.
  • Kalten Speisequark allein oder mit Heilerde und/oder Kieselerde zu einer cremigen Masse verrührt mit einem Küchentuch dick auf die Stichstelle aufbringen und einwirken lassen, bis die Masse trocken ist (bröselt).
  • Die länglichen Blätter der Stelzen-Bulbine (Bulbine frutescens) enthalten einen geleeartigen Saft, der zur Kühlung und Schmerzlinderung auf der Stichstelle aufgetragen werden kann.
  • Sogenannter Stichheiler („Bite away“): Batteriebetriebener Stab mit kleiner Heizplatte, die sich wenige Sekunden auf 50 Grad erwärmt. Auf die Stichstelle gehalten kann er das Insekten-„Gift“ unwirksam machen und so Jucken und Anschwellen minimieren.
  • Allergiker sollten für den Ernstfall ihr Notfallset stets griffbereit haben.
  • Bei Stichen im Mund- und Rachenbereich zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, da hier Erstickungsgefahr drohen kann.

Hornissen und Wespen sind nützlich: Als „Polizei“ im Garten vernichten sie andere Insekten und Schädlinge, die von uns Menschen als lästig empfunden werden, wie zum Beispiel Bremsen, Schmeiß- und Stubenfliegen, Spinnentiere sowie auch Buchsbaumzünsler. Diese Insekten dienen den Hornissen als Nahrung für deren Brut. Ein großes Hornissenvolk mit ca. 400 – 700 Tieren kann an einem Tag bis zu einem halben Kilo Insekten an seine Brut verfüttern. Hornissen spielen daher eine wichtige Rolle für die Regulation des Artengefüges in der Natur.

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