Leserfragen nachgegangen

Leser fragt: Rechtfertigen die Zahlen die Maßnahmen an Mühldorfer Schulen?

Mühldorf am Inn - Wie genau sieht das Infektionsgeschehen an Schulen im Kreis Mühldorf aus? Wir sind den Fragen eines Lesers nachgegangen.

„Derzeit gibt es einige Diskussion innerhalb der Eltern- und Lehrerschaft über Sinn und Unsinn der Corona-Maßnahmen an Schulen. Insbesondere die Maskenpflicht an Grundschulen ist hier ein großer Aufreger“, berichtet ein Leser gegenüber innsalzach24.de. „Anders als beispielsweise im Landkreis Unterallgäu oder der Landeshauptstadt München hat sich Herr Landrat Heimerl entschieden von der rechtlich möglichen Ausnahme einer Maskenpflicht für Mühldorfer Grundschüler keinen Gebrauch zu machen und meint, dass ohne eine solche Maskenpflicht die Schulen geschlossen werden müssten.“


Leser hat Fragen zum Corona-Infektionsgeschehen an Mühldorfer Schulen

In den genannten Beispielen seien die Schulen aber trotz der fehlenden Maskenpflicht und trotz der Tatsache, dass auch dort ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Grundschülern nicht eingehalten werden kann, geöffnet. „Es fragt sich also, ob sich das Infektionsgeschehen an den Mühldorfer Schulen grundlegend anders darstellt als in den oben genannten Landkreisen. Hierüber ist wenig bekannt“, so der Leser weiter. „Zwar veröffentlicht das Landratsamt in den Pressemitteilungen, wenn sich ein Coronafall an einer Schule ereignet hat. In welchem Umfang dieser Fall innerhalb der Schule zu Übertragungen geführt hat, ist jedoch nicht bekannt. Bezüglich des Infektionsgeschehens am Putenschlachthof wird dies immer dezidiert aufgeführt, hinsichtlich der Ausbrüche an Schulen aber nicht.“


 
„Unabhängig davon, wie man zu den Maßnahmen an den Mühldorfer Schulen steht, ist es für alle Beteiligten der Diskussion wichtig, die Fakten zu kennen“, schließt er. Dazu regte er eine Reihe von Fragen an das Landratsamt an, die im Folgenden beantwortet wurden:

Wie viele Corona-Fälle an Schulen gab es im Landkreis bis zur Geltung der verschärften Maßnahmen an Schulen (Stand 18.10.2020)?

„Im Juli und August hatten wir keinen Fall zu verzeichnen, im September waren eine Klasse einer Grundschule, jeweils eine Klasse an insgesamt zwei Mittelschulen und eine Klasse einer Realschule betroffen. Im Oktober, war eine Klasse an einer Mittelschule betroffen.

Wie viele Corona-Fälle an Schulen gab es seit dem 19. Oktober?

„Seit 19.10.2020 waren betroffen:

Grundschulen:

  • Eine Klasse und Hort an der Grundschule Goetheplatz Waldkraiburg
  • Eine Klasse an der Grundschule Mühldorf
  • Eine Kombiklasse an der Grundschule Egglkofen
  • Eine Kombiklasse an der Grundschule Ramsau
  • Eine Klasse an der Grundschule Rechtmehring

Gymnasien:

  • Drei Klassen am Gymnasium Waldkraiburg
  • Eine Klasse am Ruperti-Gymnasium
  • Eine Klasse plus 2 weitere Klassen am Gymnasium Gars

Sonstige:

  • Eine Klasse an der Wirtschaftsschule Gester,
  • Eine Klasse an der Berufsschule I
  • Eine Klasse an der Fachakademie Starkheim
  • Eine Klasse am BSZ

Waren dies Einzelfälle in den Klassen oder infizierten sich gleich mehrere Schüler?

„Es handelt sich in der Regel um einzelne Fälle, die jedoch zur Folge haben, dass ganze Gruppen beziehungsweise Klassen geschlossen werden müssen.

Falls mehrere Schüler als infiziert getestet wurden: Kann nachgewiesen werden, ob die Infektion in der Schule oder im privaten Bereich stattgefunden hat?

Es gab einen zweiten Fall in der Grundschulklasse Mühldorf, bei dem allerdings nicht mit Sicherheit bestimmt werden kann, ob es sich um einen Folgefall oder ein unabhängiges Fallgeschehen handelt. Auch am Gymnasium Gars gab es mittlerweile zwei Fälle in einer Klasse.

Die Schüler welcher Jahrgangsstufen waren betroffen?

Es sind alle Schularten von der Grund- bis zu den weiterführenden Schulen aktuell betroffen. Daher gilt die Maskenpflicht an allen Schulen auch während des Unterrichts. Ziel ist es, den Präsenzunterricht solange wie möglich aufrecht zu erhalten.

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Rubriklistenbild: © Britta Pedersen

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