Geldprämie geplant

Künftig kleines Dankeschön an Bauern für Hilfe beim Kiebitzschutz

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Ein Kiebitz. (Symbolfoto)
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Landkreis Mühldorf am Inn - Künftig soll es als kleines Dankeschön eine Geldprämie geben, wenn Landwirte beim Kiebitzschutz mithelfen. 

Kiebitze zählen, wie auch andere Wiesenbrüter, zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten in Bayern und sind in der "roten Liste" als stark gefährdet eingestuft. Die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) betreibt seit 2016 im Landkreis Mühldorf in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und dem bayerischen Bauernverband Kiebitzschutz. Ziel ist die Verbesserung des Bruterfolges der stark gefährdeten Art. Im Landkreis sind aktuell nur wenige Brutpaare bekannt, es werden weniger als 30 vermutet. Es soll nun zumindest gesichert werden, dass Gelege nicht durch die landwirtschaftliche Nutzung verloren gehen und der Kiebitz somit die Möglichkeit hat, erfolgreich zu brüten. So wurden im vergangenen Jahr bereits 16 Nester kartiert und von Ehrenamtlichen ausgesteckt. Bei sechs dieser Nester konnte ein Brut- oder Schlüpferfolg festgestellt werden. Die Kreisgruppe hatte auch noch weitere Anfragen, die sie allerdings nicht mehr bearbeiten konnte.

Kleine Geldprämie geplant

Mitte Januar fand auch eine Informationsveranstaltung der LBV-Kreisgruppe zusammen mit dem Bauernverband und dem Landratsamt für interessierte Landwirte statt. Dort wurde über die geplanten Maßnahmen und mögliche Naturschutzförderungen für Landwirte informiert. Vor Beginn der Brutzeit wurde zusammen mit dem Bauernverband ein Aufruf, Kiebitze und ihre Nester zu melden. Die LBV-Ehrenamtlichen suchten dann nach den Vögeln und ihren Nestern und meldeten diese dem Landratsamt. Dieses wiederum trat dann mit den betroffenen Landwirten in Kontakt und holte ihr Einverständnis für eine Kenntlichmachung der Nester ein, die dann bei der Bewirtschaftung ausgespart werden können. Wenn Gülle oder Pestizide ausgebracht werden sollten, können Landwirte außerdem um Hilfe bitten, damit ein Nest geschützt wird. Der Schwerpunkt der Aktion liegt auf Schwindegg, Rattenkirchen, Ampfing, Heldenstein, Oberbergkirchen, Schönberg und Neumarkt-Sankt Veit. 

Bisher haben die Landwirte ohne Gegenleistung mitgemacht, 2018 sollen sie aber eine "Nestprämie" von 50 Euro pro geschlüpftem Nest erhalten. Je die Hälfte davon übernehmen die betroffene Gemeinde und der Landkreis. Die Gemeinde Schönberg hat bereits zugesagt, bei den übrigen laufen noch Anfragen, so die Kreisverwaltung. Die Prämie wird zum Ende der Brutzeit ausgezahlt und der Landwirt auch über den Erfolg informiert. "Durch eine solche Maßnahme kommen statt 10 bis zu 40 Prozent der Vögel durch, das ist statistisch erwiesen", berichtete CSU-Kreisrat Alfred Lantenhammer. Er regte an, auch andere Maßnahmen zum Schutz der Vögel zu prüfen. Er merkte an, die Prämie sei ein kleines Dankeschön an die Landwirte, denen es bei ihrer Hilfe ohnehin nicht um Geld ginge.

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