Thema auch im Kreis Mühldorf

Vorgehen gegen Steingärten zum Bienenschutz? - Das sagen unsere Leser

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Bremen/Landkreis Mühldorf am Inn - In der Hansestadt wird derzeit ein Vorgehen gegen Steingärten erwogen. Auch in der Region wird dazu diskutiert.

In Bremen gibt es derzeit Pläne, gegen Steingärten vorzugehen. Ein Gesetzentwurf des rot-grünen Senats soll in der zweiten Maiwoche in der Bremischen Bürgerschaft verabschiedet werden. Er sieht vor, dass Außenflächen "zu begrünen oder zu bepflanzen sind", sollte dies nicht einer anderen zulässigen Verwendung entgegenstehen. Im Klartext: Hütten, Terrassen oder gepflasterte Fahrrad-Stellplätze sind erlaubt, große Steinbeete nicht. Auch in der Region waren diese schon Thema in der Kommunalpolitik. Erst kürzlich war in einer Stadtratssitzung in Mühldorf am Inn darüber debattiert worden, ob und wie die Einhaltung der Grünordnung in Bebbauungsplänen sicherzustellen ist und wie man die Ausbreitung von Steingärten einschränken könnte.

Stimmen aus Politik und Verwaltungen

Das auch Privatleute bei der Vermeidung der Versiegelung von Grünflächen und dem Erhalt des Lebensraums von Bienen in die Pflicht genommen werden sollten, war auch eines der Themen beim Volksbegehren "Rettet die Bienen". Beide Seiten der Diskussion darum, sowohl der Bauernverband als auch das Aktionsbündnis erklärten auf Nachfrage, es müsse mehr Bewusstsein geschaffen werden, dass auch Privatleute durch grüne Gärten etwas beitragen können. Uneinigkeit bestand jedoch darüber, ob es Gesetzesinitiativen wie in Bremen unbedingt braucht. Bauernverbands-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer (CSU) plädierte dafür, in erster Linie auf Aufklärung und Freiwilligkeit zu setzen. ÖDP-Politikerin Lisa Sieber vom Aktionsbündnis dagegen betonte, solche Vorschriften seien nötig, entsprechende Vorschriften in Bebauungsplänen sollte es künftig in Gemeinden geben. 

Auf Nachfrage unserer Redaktion äußerten sich auch die Stadtverwaltungen des Landkreises Mühldorf zu dem Thema. Dort ist man sich einig, dass das Thema auch vor dem Hintergrund des Volksbegehrens wichtig werden wird. In Mühldorf und Waldkraiburg will man das Thema in künftigen Bebauungsplänen daher berücksichtigen.

Eindeutiges Ergebnis bei Umfrage

In einer Umfrage gab es eine deutliche Mehrheit für ein Vorgehen von Städten und Gemeinden gegen die Ausbreitung von Steingärten:

Umfangreiche Diskussion bei Facebook

Die Diskussion auf Facebook unter Posts unserer Redaktion spaltet sich stark in Befürworter und Gegner eines Vorgehens gegen Steingärten. Letztere sehen darin einen unangemessenen Eingriff in die Rechte von Gartenbesitzern. "Wie ich mein Grundstück Gestalte ist immer noch meine Sache", schreibt beispielsweise Georg M.. "Ich lass mir doch nicht vorschreiben, wie ich meinen eigenen Garten zu bepflanzen hab??? Jetzt geht's los", findet auch Günter J.. "Ich lasse mir nicht vorschreiben was ich auf meinem privaten Grundstück mache. Ob Blumenwiese oder Steingarten ist immer noch meine Entscheidung.", schreibt Aiana S..

"Na ja den Landwirten wird’s ja auch vorgeschrieben wann und wie was zupflegen is", kontert Chrissi P. Auf das Argument, was ein Wirtschaftsbetrieb mit einem privaten Garten zu tun habe, antwortet Simon S. "Stimmt der Betrieb muss ja nur davon leben und der private Garten is ja vielleicht wichtiger zum entspannen" "Ich hoffe, dass man den Menschen über Aufklärung klar machen kann, dass Schotterwüsten, ein Steingarten ist nämlich was anderes, nicht nur eine ökologische Katastrophe auf allen Ebenen sind, sondern auch noch mega hässlich und peinlich", bemerkt Ursula S..

Humorvoller Verweis auf Loriot

"Ist doch nix neues! Gemeinden schreiben den Hausbesitzern seit Jahrzehnten vor, in welchen Farben Außenwand und Dächer gestaltet werden dürfen, welche Pflanzen im Vorgarten stehen dürfen und wie hoch diese maximal sein dürfen, und so weiter. Aber bei den hässlichen Steindingern regen sich plötzlich alle auf?", bemerkt schließlich Uwe F..

Einen augenzwinkernden Verweis auf Loriot

schließlich bringt Barbara C.:

"Ihr mit eurem Blütenwahn, an die Steinlaus (Petrophaga lorioti) denkt wohl keiner."

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