Polizei stellt Sicherheitsbericht 2018 vor

Zufrieden mit der Sicherheitslage aber Zunahme der Verkehrstoten

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von links: Landrat Georg Huber (CSU), Polizeipräsident Robert Kopp und seine Stellvertreterin Eva Schichl. 
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Landkreis Mühldorf - Am Dienstagnachmittag stellte die Polizei im Landratsamt den Sicherheitsbericht für das vergangene Jahr vor.

"Insgesamt sind wir mit der Sicherheitslage im Landkreis Mühldorf sehr zufrieden", resümierte Polizeipräsident Robert Kopp am Ende, "Weniger zufrieden sind wir mit der Verkehrssituation, weil wir einen deutlichen Anstieg der Toten im Straßenverkehr hatten."

Im Jahr 2018 seien im Landkreis Mühldorf insgesamt 3941 Straftaten im Vergleich zu 3706 im Jahr 3706 erfasst in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst worden, so Kopp. "Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 235 Straftaten beziehungsweise 6,3 Prozent." 

"Die Aufklärungsquote stieg 2018 um 0,2 Prozent auf 66,3 Prozent." Als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung diene die sogenannte Häufigkeitszahl, welche die im Bereich des Landkreis Mühldorf bei einem Wert von 3442 pro 100.000 Einwohnern liege. Im Gesamtbereich des Präsidiums seien es 4345 und bayernweit 4889 pro 100.000 Einwohner.

2017

2018

Veränderung

Diebstahl (einfach)

546

609

11,5 %

Diebstahl (schwer)

337

364

8 %

Gewaltkriminalität

148

201

35,8 %

Rauschgiftdelikte

273

260

-4,8 %

Rohheitsdelikte

716

758

6,9 %

Sexualdelikte

53

68

28,3 %

Sonstige Straftaten

945

1001

5,9 %

Strafrechtliche Nebengesetze

392

351

-10,5 %

Straßenkriminalität

561

645

15 %

Tötungsdelikte

7

13

85,7 %

Vermögens- und Fälschungsdelikte

710

777

9,4 %

Wohnungseinbruchsdiebstahl

40

21

-47,5 %

Hoher Ausländeranteil an Tätern

Im Vorjahr seien im Landkreis 1982 Tatverdächtige ermittelt worden. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen habe bei 777 beziehungsweise 39,2 Prozent im Vergleich zu 724 beziehungsweise 36,3 Prozent 2017 gelegen. 365 der Tatverdächtigen seien Zuwanderer gewesen. "Insgesamt liegt der Anteil der im Landkreis lebenden Ausländer bei 11,5 Prozent, das heißt, Ausländer sind überproportional in der Statistik enthalten", erläuterte Kopp. Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden lag bei 403 beziehungsweise 20,3 Prozent. 

Besonders hob seine Stellvertreterin, Leitende Polizeidirektorin Eva Schichl, die Zunahme an Cyber-Kriminalität und Betrugsdelikten hervor. "Besonders der Betrug am Telefon nimmt zu, etwa die als 'Enkeltrick' bekannten Maschen", berichtete sie. Als besonders kritisch würde die Zunahme der Fälle falscher Polizisten betrachtet. "Das stört nachhaltig das Vertrauen der von den Tätern besonders ins Visier genommenen älteren Menschen in die staatlichen Institutionen." Daher würde mit gezielten Aufklärungskampagnen beispielsweise in Altenheimen hiergegen vorgegangen.

Zunahme an Unfällen

2018 ereigneten sich im Landkreis 3443 Verkehrsunfälle, im Jahr davor waren es noch 3605. Dies bedeute einen Rückgang um 4,5 Prozent. Es seien dabei 597 Anzeigen wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort erteilt worden. 

Elf Personen verloren im vergangenen Jahr ihr Leben im Straßenverkehr, dies bedeutet einen deutlichen im Vergleich zum Vorjahr, als es nur zwei Verkehrstote gab. "Auch wenn darauf hingewiesen werden muss, dass es solche Steigerungen immer wieder gibt, muss das eine Mahnung sein", betonte Kopp. Als Hauptunfallursachen seien Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Ausfahren verzeichnet worden. 

2017

2018

Veränderung

Getötete

Verletzte

Alkohol

54

44

-18,5 %

0

2

Falsche Fahrbahnbenutzung, Verstoß Rechtsfahrgebot

332

285

-14,2 %

1

132

Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Ein- und Ausfahren

804

759

-5,6 %

1

90

Geschwindigkeit

171

178

+4,1 %

5

128

Sicherheitsabstand

375

422

+12,5 %

0

74

Überholen und Vorbeifahren

88

117

+33 %

1

50

Vorfahrt/Vorrang missachtet

207

232

+12,1 %

3

169

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