Huber: "Geht nicht gegen konventionelle Landwirtschaft!"

Mehrere Plädoyers für Ausweitung der Öko-Modellregion Isental

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Landkreis Mühldorf am Inn/Schwindegg/Buchbach - In der jüngsten Sitzung des Kreistags war die mögliche Ausweitung der Öko-Modellregion Isental Thema. Dabei gab es mehrere Wortbeiträge dafür. 

In der Kreistagssitzung am Freitag wurde die "Ökomodellregion Isental" und ihre geplante Ausdehnung durch den Buchbacher Bürgermeister Thomas Einwang (CSU/Parteifrei WVR) und einen Vertreter des Vereins "TAGWERK e.V." vorgestellt werden. Im Frühjahr des nächsten Jahres soll auch ein Beschluss im Kreistag folgen.

"Die Saat, die wir da ausgebracht haben, ist gut aufgegangen", betonte Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang (CSU/Parteifrei WVR), "Aber eine aufgegangene Saat braucht dann auch noch weitere Pflege, damit sie wachsen kann!" 

"Wir haben zwar klein angefangen, nur mit Buchbach und Schwindegg, aber das hatte dann auch den Vorteil, das man sich kannte und Zusammenarbeit gewohnt war, so das wir rasch durchstarten konnten", erklärte Dr. Michael Rittershofer vom Tagwerk Förderverein e.V.. Er betonte, der Gedanke bei dem Projekt sei schon immer gewesen, es auch noch außen zu tragen. Es sei eine sehr gute Gemeinschaft entstanden. 

Huber: Nicht gegen die konventionelle Landwirtschaft

"Die konventionelle Landwirtschaft hatte mich in eine Sackgasse geführt", berichtete schließlich ein Landwirt aus Buchbach. Er berichtete begeistert von den Angeboten der Ökomodell-Region. Besonders freue es ihn, das bei Veranstaltungen auch Wissen über Landwirtschaft an Kinder weitergegeben werde. "Ich habe die Hoffnung, dass das Fahrt aufnimmt und irgendwann der gesamte Landkreis mitmacht!" 

"Ich spreche da nicht nur als Umweltminister, sondern auch als überzeugter Kreisrat", betonte Staatsminister Dr. Marcel Huber (CSU), "Wichtig hierbei ist, es geht nicht gegen die konventionelle Landwirtschaft!" Diese werde weiterhin gebraucht werden, nicht jeder könne sich Öko leisten. "Aber der Trend geht zu regional, saisonal und öko, sowie zu sanftem Tourismus." Er warb ausdrücklich für das Projekt. 

Grünen-Fraktionsvorsitzende Catharina Henke freute sich: "Das wäre vor einigen Jahren noch unvorstellbar gewesen." 

Schwindegg und Buchbach erhielten Zuschlag 

Das Landwirtschaftsministerium hatte 2013 den Wettbewerb "Staatlich anerkannte Öko-Modellregionen" ausgelobt. "Teilnehmende Projekte sollen vorrangig regionale Wirtschaftskreisläufe, unter anderem den Ausbau des Ökomarktes sowie den Öko-Fremdenverkehr, wesentlich verbessern", so die Kreisverwaltung."Zusätzlich sollte die Region durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, sowie nachhaltiges Ressourcen- und Energiemanagement an Attraktivität gewinnen." Mit diesen Maßnahmen solle das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für die regionale Identität und Heimat geschärft werden, um dauerhaft Bleibeperspektiven zu schaffen.

Der Markt Buchbach und die Gemeinde Schwindegg hatten sich 2013 als Öko-Modellregion "Isental" beworben und 2014 als eine von damals nur fünf bayerischen Gemeindeverbünden den Zuschlag erhalten. Aufgrund der Empfehlung einer Kommission wurde 2015 die Projektlaufzeit bis 2019 verlängert. 

Nun wird im nächsten Jahr die Förderung auslaufen. "Die Ökomodellregion 'Isental' hat sich gut etabliert und als Ideenschmiede mit überregionalem Austausch und überregionaler Projektierung sozusagen als 'Strahler' weit über die Region hinaus erfolgreich tätig ist", so die Kreisverwaltung.

Modellregion könnte ausgeweitet werden

Inzwischen gäbe es auch insgesamt 12 Öko-Modellregionen in Bayern. Das Landwirtschaftsministerium biete auf Grund deren Erfolges an, die Förderung um drei Jahre zu verlängern. Der Fördersatz werde dabei jährlich um 60 Prozent im ersten, 40 im zweiten und 20 Prozent im dritten Jahr, gesenkt.

Es bestünde aber nun die Möglichkeit, die Öko-Modellregion auf weitere Kommunen auszudehnen. "Da auch die bisherige Arbeit nicht an den Gemeindegrenzen von Buchbach und Schwindegg endete und bereits in den letzten Jahren zahlreiche Aktivitäten und Projekte im ganzen Landkreis umgesetzt wurden, wäre es naheliegend das Modellregion auf den gesamten Landkreis auszudehnen."

Rubriklistenbild: © picture alliance / Peter Kneffel

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