Entwicklung im Kreis Mühldorf

Immobilien-Preis-Problem durch A94-Eröffnung? Das sagt das Landratsamt

+
  • schließen

Ampfing/Mühldorf/Waldkraiburg - Sehen Städte und Gemeinden der Region steigende Immobillienpreise angesichts der A94-Eröffnung im Oktober? Wir haben uns erkundigt.

Nur noch ein halbes Jahr, dann soll im Oktober die A94 eröffnet werden. Die Bauarbeiten befinden sich laut dem ausführenden Konsortium in der Endphase, man sei sogar vorsichtig optimistisch, etwas früher fertig zu werden. Auf der Eröffnung ruhen einiges an Hoffnungen. Beispielsweise, dass die Region dadurch attraktiver für Firmen aus dem immer teurer werdenden Münchner Umland wird. Oder, dass die Unfallzahlen auf der B12 sich dadurch drastisch sinken werden. 

Doch es gibt auch eine Schattenseite. Denn es seien weitere Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt zu erwarten, wie Vertreter des Immobilienverbands IVD Mitte April gegenüber innsalzach24.de warnten. Auch drei Gemeinden aus dem Landkreis äußerten sich unserer Redaktion gegenüber bereits dazu. Auch sie erwarten einen, zumindest geringen, Anstieg. Alle drei haben verschiedene Ansätze dafür, wie sie mit der Wohnungsnot im allgemeinen und im speziellen in der nächsten Zeit umgehen wollen. 

In einer Umfrage bekannte mit 87 Prozent eine überwältigende Mehrheit der Befragten, dass sie mit einem weiteren Preisanstieg rechnen:

Amt bestätigt Entwicklung

"Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren gestiegen und es ist zu erwarten, dass sich durch die Fertigstellung der A94 diese Entwicklung fortsetzen wird", erklärt das Landratsamt Mühldorf am Inn gegenüber unserer Redaktion."Aufgrund der besseren Anbindung an das Ballungsgebiet München mittels der A94 und des geplanten zweigleisigen Ausbaus der Bahnverbindung (ABS38) ist durchaus zu erwarten, dass die Nachfrage nach Wohnraum im Landkreis ungemindert anhält." Demnächst würde auch erstmalig ein Immobilienmarktbericht veröffentlicht, welcher die Entwicklung genauer beleuchten würde.

Landratsamt: Aufgabe der Städte und Gemeinden

"Die Ausweisung von Wohnbaugebieten liegt in der Planungshoheit der Gemeinden, Märkte und Städte", so das Amt weiter. "Neben der Ausweisung von neuen Baugebieten ist die Verdichtung von bestehenden Wohnraumgebieten beziehungsweise Innenräumen sicherlich ein erforderliches Instrument, um steigender Immobilienpreise entgegenzuwirken. Dabei darf aber die dafür zusätzliche Anpassung der weiteren Infrastruktur wie Kindergrippen-, Kindergartenplätze und so weiter nicht vernachlässigt werden." 

Im Juli des vergangenen Jahres hatte der Kreistag beschlossen, die Darlehenshöhe zum Bau von Sozialwohnungen zu erhöhen. Ein Antrag der SPD, dass der Landkreis selbst im Wohnungsbau aktiv werden sollte, wurde dagegen, unter Berufung auf die vom Landratsamt genannte Argumentation, mehrheitlich abgelehnt. Konkret sollte der Landkreis entweder selbst bezahlbare Mietwohnungen bauen oder über die Kreiswohnbau beziehungsweise eine neue Gesellschaft bauen lassen. Dafür sollte er im Haushalt jährlich zehn Prozent des Haushaltsüberschusses des Vorjahres oder einen Punkt Kreisumlage für den Mietwohnungsbau vorsehen sowie Fördergelder beantragen und an die Kreiswohnbau weiterleiten. 

Die Landkreisgesellschaft sollte vor allem dort bauen, wo Kommunen Grundstücke zur Verfügung stellen. Außerdem solle der Kreis ab sofort eigene Gebäude für den Bau von Mietwohnungen nutzen. "Parallel und ohne Konkurrenz zu privaten Bauträgern, könnte ein stärkeres Engagement des Landkreises das Angebot für bezahlbaren Wohnraum deutlich verbessern, die Kreisumlage senken und einen Beitrag zur Verlangsamung der Mietpreissteigerungen leisten", hieß es im SPD-Antrag.

Zurück zur Übersicht: Landkreis Mühldorf

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT