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Fridays for Future: Heuchelei oder wunderbar?

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Rund 300 Teilnehmer waren bei der ersten Demo in Mühldorf beteiligt
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Landkreis Mühldorf - Nach der ersten Fridays-for-Future-Demo der Ortsgruppe Mühldorf gehen die Meinungen außeinander. Lob und Kritik für die Veranstaltung in dieser Region.

„Mal schauen was in den Schulferien am Freitag so los ist?“ schreibt Ben S. unter dem Facebook-Post mit einem Video vonder ersten Fridays for Future Demo in Mühldorf. Tatsächlich ist heute auf den Straßen im Landkreis Mühldorf nichts geplant. Alle drei Monate soll abwechselnd in Waldkraiburg und Mühldorf für die Energiewende demonstriert und aufmerksam gemacht werden.

„Ein Jugend, die sich engagiert! Wunderbar“, „Ich finde es mega, weiter so Kids“ - es gibt auchLob für das Engagement. Fridays for Future bleibt offenbar ein Thema, das die Gesellschaft spaltet. Dabei werden Fakten wohl entweder ignoriert oder sich im Vorfeld nicht richtig informiert. Thomas R. fragt sich: „Geht in die Schule. Wahnsinn, was passiert hier gerade überall?“

Termin bewusst außerhalb der Schulzeit - Heuchelei bei Jugendlichen?

Die Veranstaltung hat am Freitag, 7. Juni, um 13.45 Uhr angefangen. Der Termin wurde vom Organisationsteam bewusst außerhalb der Schulzeit gelegt, damit möglichst viele junge Menschen teilnehmen können - anders als bei vielen anderen Demos in Deutschland. Auch bei der ersten Demo in Altötting hat man erst nach Schulende demonstriert, um nicht als Schulschwänzer abgestempelt zu werden. Es gehe um die Sache an sich.

VieleUser werfen den jungen Menschen Heuchelei vor. So wird oft kommentiert, dass sich die Schüler mit dem Auto zur Demo fahren lassen oder mit ihren Eltern in den Urlaub fliegen, während sie für mehr Klimaschutz protestieren.

Parteien unterschiedlicher Auffassungen

Auch auf politischer Ebene gibt es dazu unterschiedliche Auffassungen. Die AFD Mühldorf spricht in einer Pressemitteilung in Bezug auf die Demo in Mühldorf von einer „Instrumentalisierung einer Jugendbewegung“. Der Vorwurf ist, dass es bei der Kundgebung nur Redner bestimmter Parteien (Grünen, die Linke, ÖDP und SPD-Jusos) gab. Zudem sei der Organisator der Jugendpolitischer Sprecher der Linken in Mühldorf, Dennis Uzon. Die ganze Pressemitteilung können sie hier nachlesen.

Die junge Union Mühldorf war selbst mit einer Delegation vor Ort mit der Intention: „Wir wollen miteinander, nicht übereinander reden!“ Das erste Aufeinandertreffen war dennoch wenig erfreulich aus ihrer Sicht: „Ganz Mühldorf hasst die CSU“, versuchte der Einpeitscher bewusst Stimmung gegen die Union zu machen. Dennoch kamen zahlreiche Demoteilnehmer auf die Delegation der jungen Union zu, um mit ihnen zu diskutieren. „Es geht um unser aller Zukunft. Da dürfen wir nicht gegeneinander arbeiten!“, heißt es in der Pressemitteilung der jungen Union.

Spannungen in allen Bereichen spürbar

Es prallen verschiedene Welten bei diesem komplexen Thema aufeinander. Die Spannungen sind in allen Bereichen spürbar. Benjamin K. bringt es wohl ganz gut auf den Punkt: „Grundsätzlich ist es doch gut, wenn sich unsere Jugend für die Natur und das Klima einsetzt. Mich würde nur interessieren, wie ernst es die Meisten damit meinen.“

jz

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