Pressemeldung Landratsamt Mühldorf a. Inn

Erweitertes Führungszeugnis für Ehrenamtliche – Vereine müssen neu beantragen

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Landkreis Mühldorf - Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jeglicher Form von Gewalt ist ein umfassendes Anliegen unserer Gesellschaft. Den gesetzlichen Rahmen stellt das 2012 neu gefasste Bundeskinderschutzgesetz dar.

Zentrales Anliegen dieses Gesetzes hierbei ist, einschlägig vorbestrafte Personen von der Wahrnehmung von Aufgaben in der Kinder- und Jugendhilfe fernzuhalten bzw. auszuschließen. Als Werkzeug wurde damals das sogenannte erweiterte Führungszeugnis eingeführt. Neben hauptamtlichen pädagogischen Fachkräften waren hiervon auch die ehrenamtlichen Strukturen in der Kinder- und Jugendarbeit in den zahlreichen Vereinen erfasst.

In der praktischen Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgabe bedeutete dies zum einen, dass zunächst das Amt für Jugend und Familie Mühldorf als sogenannter örtlich öffentlicher Träger der Jugendhilfe mit über 600 Vereinen im Landkreis jeweils eine schriftliche Vereinbarung zum §72a des 8. Sozialgesetzbuches (SGB VIII) abzuschließen hatte. Zum anderen aber auch, dass diejenigen Ehrenamtlichen, die in den Vereinen im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit Minderjährige unmittelbar beaufsichtigen, betreuen, erziehen, ausbilden oder eben einen vergleichbaren Kontakt haben, das erweiterte Führungszeugnis zur Einsichtnahme bei ihren Vereinsvorständen bzw. -vorsitzenden vorzulegen haben.

In Abstimmung mit den Gemeinden, Märkten und Städten des Landkreises, konnte dabei der bürokratische Aufwand auf ein notwendiges Maß beschränkt werden, wodurch sich die Akzeptanz und Bereitschaft zur Umsetzung bei den Vereinen selbst, sprich den Vorständen und den Ehrenamtlichen festigte. „Wir als Freiwillige Feuerwehr sind natürlich immer sehr auf die Jugend und die wichtige Arbeit der Jugendwarte angewiesen. Junge Menschen, die sich engagieren, ihre Zeit und ihr Engagement in den Dienst der Gemeinschaft stellen wollen, sind die Zukunft unserer Wehr“, so Thomas Schindler, Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing.

„Die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz von Kindern- und Jugendlichen umzusetzen, war für uns keine Frage, da hat jeder mitgezogen“. In den zahlreichen Informationsveranstaltungen, die vom Amt für Jugend und Familie durchgeführt wurden, wurde auch dahingehend informiert, dass die Vorlage der erweiterten Führungszeugnisse bzw. der sogenannten Unbedenklichkeitsbescheinigungen, die dankenswerter Weise von den Meldeämtern ausgestellt werden, alle fünf Jahre zu wiederholen ist. Für so gut wie alle Vereine, die damals mit dem Amt für Jugend und Familie eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen haben, ist diese Frist mittlerweile abgelaufen. Das bedeutet, dass die betreffenden ehrenamtlichen Personen bei der jeweiligen Meldebehörde wieder das erweiterte Führungszeugnis kostenlos beantragen müssen.

Alle dafür notwendigen Unterlagen, Formulare und Informationen sind nach wie vor auf der Webseite des Landratsamtes unter www.lra-mue.de und dem Suchbegriff „§72a“ zu finden. Bei weiteren Fragen können sich Vereine an das Amt für Jugend und Familie unter der Telefonnummer 08631/699-440 wenden.

Pressemitteilung des Landratsamtes Mühldorf am Inn

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