Bahnausbau ABS 38

Bodenerkundungen zwischen Tüßling und Freilassing

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Landkreis Mühldorf - Ab Freitag führt die Bahn Bodenerkundungen nahe der Bahnstrecke von Tüßling bis Freilassing durch. Diese erfolgen im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus und der Elektrifizierung München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38).

Bis zum Ende des Jahres entnimmt die DB Netz dabei unter anderem mithilfe von Bohrgeräten und Rammsonden Bodenproben für die weitere Planung der Gleise, Bauwerke und Oberleitungsanlagen.


Bodenproben für eine optimale Planung

Die Erkundungen dienen zur Untersuchung des Schichtaufbaus im Boden und zur Feststellung der Lagerungsdichte des Untergrunds sowie zur Gewinnung von Bodenproben. Anhand der Ergebnisse können die Planer der ABS 38 den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke im Zuge der Entwurfsplanung konkreter planen. „Detaillierte Kenntnisse über die vielfältige Beschaffenheit des Bodens geben uns mehr Sicherheit bei der Planung der Gleise, Überführungen, Schallschutzwände, Damm- sowie Einschnittsbereiche und Oberleitungs-anlagen an der fast 60 Kilometer langen Trasse“, erklärt Tonci Ujdur, Teilprojektleiter des Streckenabschnitts von Tüßling bis Freilassing.

Schienenersatzverkehr für die Gemeinden

Die Bohrarbeiten finden zunächst nur tagsüber statt und beinträchtigen in dieser Zeit nicht die Regionalzüge oder die Nachtruhe. Lediglich in folgenden Bereichen und Zeiträumen wird die Strecke durch Arbeiten unmittelbar im Gleis für den Regionalzugverkehr gesperrt sein:


  • Bahnhof Fridolfing - Bahnhof Freilassing: 21. bis 29. August
  • Bahnhof Garching - Bahnhof Fridolfing: 29. August - 9. September
  • Bahnhof Tüßling - Bahnhof Garching: 11. bis 14. und 19. bis 20. September

Stattdessen steht den Reisenden ein Schienenersatzverkehr zur Verfügung. Zudem werden sowohl in diesen Zeiträumen als auch zwischen dem 20. September und dem 5. Oktober die Zugpausen von 0 Uhr bis 4.30 Uhr im gesamten Bereich von Tüßling bis Freilassing für gleisgebundene Arbeiten genutzt. „Leider sind diese zum Teil mit deutlich hörbaren Schallgeräuschen verbunden. Dafür möchten wir uns bei Anwohnern entschuldigen“, wirbt Klaus-Peter Zellmer, Gesamtprojektleiter der ABS 38, für Verständnis.

Eigentümer von Grundstücken, auf denen Bohrerkundungen stattfinden, hat die DB Netz vorab um Erlaubnis gebeten. Die Bürgermeister sowie die Anwohner der Gemeinden, die sich zwischen Tüßling und Freilassing an der Bahnstrecke befinden, wurden per Post darüber informiert und können sich über www.abs38.de auf dem Laufenden halten.

Bohrkerne im InfoCenter anzuschauen

Mithilfe verschiedener Bohrgeräte und Rammsonden werden bei den Erkundungsarbeiten Rammkernbohrungen sowie Ramm-, Bohr- und Drucksondierungen durchgeführt. Bei schweren Rammsondierungen wird eine Messsonde in den Boden eingetrieben und pro 10 cm Eindringtiefe die benötigten Schläge gezählt. Bei Bohrsondierungen werden mittels eines Bohrhammers Bodenproben entnommen und bei Rammkernbohrungen werden Rohre in den Untergrund eingebracht, um Bohrkerne zu gewinnen. Wie solche Bohrkerne und Bodenproben aussehen, können sich Interessierte im InfoCenter der ABS 38 am Mühldorfer Bahnhof anschauen.

Die Ausbaustrecke ABS 38

Mit ihren knapp 145 Kilometern verbindet die Bahnstrecke von München über Mühldorf nach Freilassing und Burghausen Menschen in der Region Südostbayern mit dem Großraum sowie dem Flughafen Münchens. Der zweigleisige Ausbau in weiten Teilen und die durchgehende Elektrifizierung lässt eine Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf 160 Kilometer pro Stunde zu. Dies ermöglicht Unternehmen im „bayerischen Chemiedreieck“ einen schnellen und sicheren Transport ihrer Erzeugnisse.

Als Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes wird der internationale Fern- und Güterverkehr zudem schneller von Paris nach Budapest verkehren können. Nicht zuletzt verringert mehr Verkehr auf der Schiene statt auf der Straße und der Einsatz von Elektro- anstelle von Dieselloks den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase.

Pressemitteilung der Deutschen Bahn

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