Soll für repräsentative Messungen nötig sein

A94-Tempolimit bleibt noch bis Ende Dezember

Tempolimit 120 auf der A94
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Das Tempolimit auf der A94 wird wohl noch weiter bestehen bleiben. Bis Ende Dezember soll es noch beibehalten werden.

Landkreise Mühldorf am Inn/Altötting - Das Tempolimit auf der A94 wird wohl noch bis Ende des Jahres bestehen bleiben. Dies bestätigten nun die zuständigen Behörden.

„Gemäß neuer „Verkehrsrechtlicher Anordnung“ vom 31.07.20 die nun vorliegt, wurde das Tempolimit auf der A94 durch die verantwortlichen Stellen bis zum 30.12.20 (mit Option auf weitere drei Monate) verlängert“, heißt es in einem Post der Facebook-Gruppe „Nein zum Tempolimit auf der A94. „Als Begründung werden wie erwartet Corona, die Ferienzeit und die „erforderliche vorherrschende Witterung“ bei den Messungen genannt. Dies geschah heimlich im Hintergrund, eine Pressemitteilung gab es wohl nicht.“


Tempolimit auf A94 noch bis Ende Dezember?

„Der Zeitraum bis 31.12.20 durfte dabei auch nicht zufällig gewählt worden sein. Ab dem 01.01.21 ändern sich die Zuständigkeiten u.a. für den Betrieb und für die Unterhaltung der Bundesautobahnen im Zuge der ‚Reform der Bundesfernstraßenverwaltung‘ (nachzulesen auf der Seite des BMVI)„, so der Facebook-Post weiter. „Die Verantwortung wird somit von den Ländern auf den Bund übertragen. Vermutlich ein geschickter Schachzug um das verursachte Chaos auf den Bund abzuwälzen."


„Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern bleiben bei den Fakten“, kommentiert ein Sprecher des Bayerischen Innenministerium auf Anfrage von innsalzach24.de knapp. Er verweist weiterhin auf eine Pressemitteilung der Autobahndirektion Süd. „Die temporär befristete Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h auf der Bundesautobahn A94 in beiden Fahrtrichtungen im Abschnitt Pastetten – Tunnel Wimpasing wird mit Zustimmung des bayerischen Innenministeriums bis Mittwoch, 30.12.2020, verlängert", heißt es darin.

Messungen im Herbst sollen repräsentativere Ergebnisse bringen

„Aufgrund der coronabedingt erlassenen, seuchenschutzrechtlichen Anordnungen der Bayerischen Staatsregierung, gingen die Verkehrsmengen allgemein erheblich zurück – so auch auf dem oben genannten Abschnitt der A94“, so die Pressemitteilung weiter. „Vor diesem Hintergrund mussten die für das erste Halbjahr geplanten Immissionsmessungen, zunächst für unbestimmte Zeit verschoben werden.“ Die Immissionsmessungen sollten nun im Herbst 2020 durchgeführt werden, wenn sich der Pendlerverkehr und auch der weitere Straßenverkehr nach den Sommerferien wieder dem Vor-Corona-Niveau in vergleichbarer Weise angenähert habe.

Nur durch dieses Vorgehen könnten repräsentative und belastbare Messergebnisse sichergestellt werden. „Nach Abschluss der Messungen werden diese durch den Lärmgutachter ausgewertet und in einem Abschlussbericht dargestellt. „Der Abschlussbericht des Lärmgutachters bilde sodann die Grundlage für eine möglichst exakte Ursachenforschung, um in einer Gesamtschau mit den Messergebnissen der Straßenbauverwaltung festzustellen, inwieweit die Geschwindigkeitsbeschränkung zur Abwehr der Lärmbeeinträchtigung erforderlich ist. Die Verlängerung der verkehrsrechtlichen Maßnahme erfolgt daher bis zum 30. Dezember 2020."

A94-Lärmschutz: Wohl kein Pfusch am Bau, aber kein Aus für Tempolimit

117 der 150 Kilometer der A94 sind zwischen München und Pocking seit der Eröffnung des Teilabschnittes zwischen Heldenstein und Pastetten im Oktober 2019 befahrbarVor kurzem wurde auch der Vorentwurf zwischen Marktl und Simbach im September genehmigt. Seit der Freigabe des Neubau-Abschnitts gibt es nun Diskussionen um den Lärmschutz. Daraufhin wurde ein temporäres Tempolimit von 120 Stundenkilometern eingeführt, um ein Gutachten zu erstellen. Auch eine Klage gegen das Tempolimit wurde von einer Initiative eingereicht.

Zwischenzeitlich wurden auch erste Ergebnisse der Untersuchungen bekannt. Demnach haben sich  die ausführenden Firmen beim Bau der Autobahn A94 an die rechtlichen Vorgaben zum Lärmschutz gehalten. Zur Diskussion um das Tempolimit trägt das aber noch nichts bei.

 „Die Messungen an den Wohnhäusern konnten wegen des Verkehr-Rückgangs während des Lockdowns im Zuge der Corona-Krise ja noch nicht abgeschlossen werden“, so Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Süd gegenüber innsalzach24.de. „Da gibt es ganz bestimmte Vorgaben, beispielsweise wie viel Verkehr gerade herrschen muss, wenn gemessen wird. Außerdem muss über bestimmte Zeiträume hinweg immer wieder gemessen werden“ Sonst sei das Gutachten nicht aussagekräftig.

hs

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