Corona-Pannen und völlig überfordertes Gesundheitswesen

Erfahrungsbericht einer Leserin: „Zu Unrecht zehn Tage in Quarantäne“

Landkreis Mühldorf – Falsches Testergebnis, Quarantäne und mangelnde Kommunikation: OVB24-Leserin Vera B. aus dem Landkreis Mühldorf ist keine Corona-Leugnerin. Für sie gibt es aber an vielen Stellen zu viel Panik vor dem Virus. Viele Handlungen könne sie daher nicht nachvollziehen.

Vera B. aus dem Landkreis Mühldorf kann die Maßnahmen der Regierung nachvollziehen, sie könnten sogar ihrer Meinung nach strenger sein. Schließlich geht es um den Schutz der Risikogruppen, darunter auch ihre Schwiegermutter. Doch gerade über ihre jüngsten Erfahrungen muss sie sich ärgern. „Wir wurden zehn Tage zu Unrecht in Quarantäne gezwungen“ berichtet Vera B. gegenüber innsalzach24.de.


Zu Unrecht in Quarantäne? Vera B.: „Panik vor Corona inaktzeptabel“

Am 19. November ging ihr Freund wegen Kopfschmerzen zum Hausarzt. Diese sind vermutlich durch Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich entstanden, doch rezeptfreie Arznei wirkte nicht. Dort wurde er direkt auf Corona hingewiesen, die Kopfschmerzen selbst wurden nicht behandelt. „Schmerzmittel nehmen und wieder kommen, wenn es nicht besser wird. Diese Panik vor Corona, diese Stigmatisierung und der Widerwillen als Arzt den Patienten zu behandeln ist völlig inakzeptabel“, ärgert sich Vera B..


Der durchgeführte Corona-Test wurde durch ein Labor in Augsburg positiv bescheinigt. „Wir haben am Ergebnis gezweifelt und haben selbst einen Test am Freitagabend an der Rennbahn in Mühldorf gemacht“, berichtet Vera B.. Und beide Tests fielen am Sonntag negativ aus, trotzdem sollten beide laut Landratsamt Mühldorf in Quarantäne bleiben. Ein Dritter Test müsse das negative Ergebnis erst bestätigen.

Kommunikation schwierig - Warten auf Testergebnis

Nachdem aber ein versprochener Anruf für einen Termin ausblieb, rief ihr Partner am Montag um 9 Uhr an, um zu erfahren, dass er einen Termin um 8 Uhr gehabt hätte. Der nächstmögliche Test sei erst am Dienstag möglich. „Nach fünf Tagen am Samstag und auch erst nach erneutem Anruf beim Landratsamt wurde der Test als negativ bestätigt“, berichtet sie. Die Quarantäne würde also wie geplant auslaufen.

Erklären konnte ihnen niemand, warum die Quarantäne für sie als Kontaktperson und ihren Freund weiterhin Bestand hat. „Es wurden zwei negative Test von meinem Freund und ein negativer durch mich vorgelegt. Es ist von niemandem eine vernünftige Auskunft zu bekommen, man muss immer aktiv nachfragen“, lässt Vera B. ihren Frust freien Lauf. Zumal niemand der beiden Symptome hatte. Sie könne im Home Office arbeiten, ihr Partner jedoch nicht.

App warnt zu spät, Behörden an der Grenze

Zu allem Überfluss würde der erste negative Test, der am 23. November eingereicht wurde, angeblich niemand vorliegen. Die Krönung für Vera B. war, „dass sowohl die Corona-Warn-App mich nicht informiert hatte, dass mein Freund angeblich positiv ist. Dies passierte erst drei Tage später.“

Mittlerweile könne sie Corona-Leugner einigermaßen verstehen: „Es wird viel Wind um nichts gemacht, es wird zu viel und völlig sinnfrei getestet. Folglich sind die Labore überlastet, an der Heilung oder Schmerzlinderung bei einem Patienten ist niemand interessiert, man hat viel zu sehr Angst vor Corona.“

Die Quarantäne von Vera B. wurde vergangenen Samstag vom Landratsamt vorzeitig aufgehoben. Solch einen Fall hätten sie davor noch nicht gehabt. „Ausnahmsweise haben sie es wohl so durchgewunken. Ob wir künftig bei Schmerzen zum Arzt gehen und noch mal einen Test machen lassen? Das ist fraglich, solange das Gesundheitssystem panisch und überfordert ist“, so Vera B. abschließend.

jz

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