Analyse der Gemeindezahlen im Kreis Mühldorf

Corona-Hotspot im Landkreis verfestigt sich - und eine Stadt verdoppelt plötzlich ihre Zahlen

Die Corona-Infiziertenzahlen im Landkreis Mühldorf steigen wieder stark an. Die Lage im „Fünf-Kommunen-Hotspot“ rund um Neumarkt-St. Veit bleibt angespannt und eine andere Stadt verdoppelt plötzlich ihre Zahl - dennoch gibt es weiterhin Orte ohne Corona-Fälle.

Landkreis Mühldorf - Die Kurve zeigt deutlich nach oben: Während es vorige Woche noch 301 aktuell Corona-Infizierte im Landkreis Mühldorf waren, sind es nun, mit Stand vom 13. April, schon 446. Deshalb gelten jetzt wieder verschärfte Regeln im Landkreis. Beim Blick über den Landkreis fallen zwei Schwerpunkte auf: Zum einen der Corona-Hotspot rund um Neumarkt-St. Veit, in dem sich die Lage nicht entspannt. Zum anderen die Stadt Waldkraiburg, in der sich die Fallzahlen schlagartig verdoppeln.

Corona-Zahlen für die Gemeinden im Landkreis Mühldorf

Schon in den vorigen Wochen bildeten Egglkofen, Neumarkt-St. Veit, Schönberg, Niedertaufkirchen und Niederbergkirchen einen Schwerpunkt im Landkreis. Zusammen waren es in diesen fünf Kommunen vorige Woche 91 „aktive“ Corona-Fälle - jetzt sind es schon 100. Der Anstieg geht vor allem auf Schönberg zurück, wo die Zahl von 13 auf 29 stieg. Auch in Niederbergkirchen und Neumarkt-St. Veit wurden es nochmal mehr Corona-Infizierte. In Egglkofen (von zwölf auf 5) und Niedertaufkirchen (von 15 auf neun) konnte der Zahl dagegen gedrückt werden. Zusammen sind in den fünf Kommunen jetzt 0,89 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus akut infiziert - im Landkreis-Schnitt sind es dagegen nur 0,38 Prozent.

Zahl der aktiv Corona-Infizierten in den Kommunen des Landkreises Mühldorf, Stand 13. April.

Eindeutig verschärft hat sich die Lage im Vergleich zur Vorwoche in Waldkraiburg. Zählte man dort am 6. April noch 68 „aktive“ Corona-Fälle sind es jetzt 139 - also mehr als doppelt so viele. Die Stadt steht bei den absoluten Zahlen damit an der einsamen Spitze im Landkreis. Es folgt Mühldorf mit 55 Fällen. Die dortigen Corona-Zahlen liegen aber seit Wochen auf einem etwa gleichbleibenden Niveau. Die Plätze drei, vier und fünf bei den absoluten Zahlen gehen an Neumarkt-St. Veit (47), Schönberg (29) und Mettenheim (22).

Aktuell 2,6 Prozent der Bevölkerung von Schönberg infiziert

Setzt man die Fälle ins Verhältnis zur Einwohnerzahl sind es wieder Gemeinden im Norden des Landkreises Mühldorf, die aktuell am stärksten mit dem Virus belastet sind. In Schönberg sind es satte 2,6 Prozent aller Einwohner - dann kommt lange nichts. Am zweitstärksten belastet ist Oberbergkirchen mit einem Prozent, gefolgt von Lohkirchen mit 0,9 Prozent, Niederbergkirchen (0,8 Prozent) und Neumarkt-St. Veit (0,7 Prozent). Aber: Es gibt nach wie vor Kommunen, die keinen einzigen Corona-Infizierten zu vermelden haben. Dies trifft auf Taufkirchen, Zangberg, Kirchdorf, Jettenbach und Maitenbeth zu.

„Aktive“ Corona-Fälle in den fünf größten Orten im Landkreis Mühldorf, Stand 13. April, im Laufe der vergangenen Wochen (eigene Grafik).

Die Fallzahl in einer Kommune lässt aber keine generellen Rückschlüsse auf die Ansteckungsgefahr vor Ort zu. Denn die Zahl sagt nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat - ob im Gemeindegebiet oder nicht. Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben. Als Beispiel: Kleine Gemeinden mit einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim.

In Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sind insgesamt 138 Todesfälle im Landkreis zu beklagen. Fünf Covid-19-Patienten aus dem Landkreis Mühldorf werden derzeit auf einer Intensivstation behandelt.

xe

Rubriklistenbild: © Raphael Weiß

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