Milch: Kunden sind zurückgekehrt

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Die neue Anlage zur Abfüllung von H-Milch war im vergangenen Jahr die größte Investition, berichtet Werksleiter Wild.

Mühldorf - Milchbauern brachte das vergangene Jahr gestiegene Preise, heuer werden sie nach Einschätzung von Weidings Hochwaldchef Otto Wild weiter steigen - ein gutes Zeichen.

Die Preise sind Zeichen einer sich beruhigenden Konjunktur. Nach dem Tiefstand von 2009, als Milchbauern durchschnittlich nur noch 25 Cent erhielten, lag er 2010 bei etwa 30 Cent für den Liter mit 4,2 Prozent Fett. "Wir zahlen jetzt schon über dem Durchschnitt des Vorjahres und die Entwicklung sollte so weitergehen", sagt Wild. So spricht der Werksleiter von Hochwald in Weiding auf von positiver Entwicklung seines Werks. "2009 war sehr schwierig für uns und die Erzeuger. "2010 kam dann die Erholung", betont er. "Jetzt ist die Stimmung positiv, es gibt eine hohe Erwartungshaltung." Die Genossenschaft Hochwald unterstütze das Ziel, möglichst hohe Preise für die Landwirte zu erzielen.

Für die Verbraucher heißt das voraussichtlich höhere Kosten. Im April laufen laut Wild die Verhandlungen mit den Discountern, danach werden die Preise für Butter und Co. wohl wieder anziehen. Mit den Bärenmarken-Produkten aus Weiding sei es im vergangenen Jahr gelungen, Kunden wieder von Discountern zurück zu holen.

200 Millionen Liter Milch hat Hochwald in Weiding im vergangenen Jahr verarbeitet, bis auf zehn Millionen kamen sie von den drei Erzeugergenossenschaften Mühldorf-Altötting, Rosenheim-Bad Aibling und Traunstein. "Wir beziehen für den Spitzenbedarf Milch aus dem Konzern, kaufen aber keine fremde dazu", gibt Wild eine Herkunftsgarantie ab. Auf zehn Millionen Liter bezifferte er die Übernahme von anderen Hochwaldmolkereien.

Diese Milch darf allerdings nicht für die Herstellung von Bärenmarke-Produkten genutzt werden, weil Bärenmarke mit Milch aus den Alpen und Voralpen wirbt. Stattdessen wird sie zu Milchpulver für den Export verwendet.

Im vergangenen Jahr ging auch eine neue Produktionslinie in Betrieb, auf der Hochwald Bärenmarke-H-Milch produziert und abgefüllt. 200.000 Euro hat Hochwald in die neue Linie investiert. Seit Herbst ist das neue Produkt im Handel, die Phase der Markteinführung läuft noch. Über Produktionszahlen machte Wild aber keine Angaben.

Heuer sind Ausgaben vor allem für das Energiemanagement vorgesehen, Wild spricht von einem "sehr ehrgeizigen Investitionsprogramm". So sollen 166 Messstellen an Energieverbrauchern genaue Auskunft darüber geben, wie viel Dampf, Strom, Wasser und Druckluft die Produktion braucht. Ziel ist es laut Wild, einen gleichmäßigen Energieverbrauch ohne Verbrauchsspitzen zu erreichen. Auf 1,5 Millionen berechnet Wild die Investitionen dafür.

Nordafrika ist für das Werk Weiding ein bedeutender Exportmarkt für Kondensmilch und Milchpulver. Von den derzeitigen politischen Unruhen in vielen Ländern erwartet Wild dennoch keine Auswirkungen auf das Exportgeschäft.

196 Mitarbeiter beschäftigt Hochwald in Weiding, neun davon sind Auszubildende.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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