Die Pinguin-Singers begeisterten mit einer besonderen Geburtstagsparty das Publikum im Kulturhof

Schräge Vögel gut gelaunt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Befrackt und beflügelt: Die Pinguin-Singers im Kulturhof Mettenheim.

Mettenheim - "Heute ist alles in Rage, es ist Pinguinkonzert": Nach diesem Motto und in Anlehnung an Eduard Künnekes Schlager ließen es die Pinguin-Singers zu Beginn ihres Konzertes im Kulturhof Mettenheim krachen.

Es galt schließlich gleichzeitig einen runden Geburtstag zu feiern, nämlich das 20-jährige Bestehen dieses erfolgreichen Ensembles, welches befrackt, beflügelt und mit melodischer sowie klanglicher Ausdrucksvielfalt ausgestattet, ein Füllhorn guter Laune servierte.

Dabei mangelte es wirklich an nichts, was eine gelungene Party ausmacht: Frivole Schlager wie "In der Bar zum Krokodil", "Hunderttausendmal hab ich dich schon gefragt" und "Julischka" stimmten den Abend ein, bevor es dann mit einer Flasche Sekt zu einer selbst formulierten Festrede kam, die mit Duke Ellingtons "Creole Love Call" und stimmliche Instrumentalimitation virtuos untermalt wurde.

Des Weiteren besann man sich mit "In einem kühlen Grunde" auf seine antarktischen Wurzeln, die Heimat der Pinguine, deren Kulturleben alles andere als tiefgekühlt ist: Leroy Andersons "Schlittenfahrt" trug zur Verbesserung der antarktischen Verkehrssituation bei, Schuberts Winterreise überstand man locker mit "Gefror'nen Thränen" und beheizter Klaviertastatur, die Polarnacht und verregnete Sommermonate überwanden die Protagonisten mit Rudi Carrells "Wann wird es endlich wieder Sommer".

Nach der Pause gab es nach einem "Geburtstagsständchen" für Sabine sowie die Livevorführung einer Schellack-Aufnahme: "Nagasaki" von den Mills Brothers wurde vor nostalgischem Mikrofon optisch und klanglich humorvoll präsentiert.

Mit Bodo Wartkes "Ich trau mich nicht" und einer Westernparodie der Dalton-Brüder zeigten die sechs Eisvögel, dass sie wirklich auf jedem musikalischen Terrain zu Hause sind. Urkomisch dann noch die Einlage mit dem Gesellschaftsspiel "Die Reise nach Jerusalem", welches freilich auf keinem Geburtstag fehlen darf, auf der Bühne aber so gewiss noch nie vorgeführt wurde: Parallel dazu das berühmte Boccherini-Menuett singend, lösten die Künstler beim bis dahin restlos aufgetauten Publikum wahre Begeisterungsstürme aus.

Der Höhepunkt des Abends war sicherlich das Michael-Jackson-Medley, welches mit teilweise neuer Textunterlegung vom "Kleinen grünen Kaktus" in völlig neuer Aufmachung daherkam, und das, was die Pinguine ausmacht, auf den Punkt brachte: Musikalische Präzision gewürzt mit bester Unterhaltung, abgeschmeckt mit Menschlichkeit und hintergründigem Witz. Dass dieses Rezept aufgeht, sah man an den drei Zugaben des Abends, Howard Carpendales "Geh doch", einer bayerischen "Plattler-Version" vom "Ur-Kaktus" und dem "Guten Abend, gut' Nacht" von Johannes Brahms, die den Abschied von den Pinguin-Singers mehr als schwer machten.

lmm/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser