Kriminalität in Mühldorf gesunken

Landkreis - Die Gesamtzahl der Straftaten ging im Zuständigkeitsbereich der Polizei Mühldorf vom Jahr 2009 auf 2010 um 105 Fälle zurück. Man liegt somit wieder im Mittelmaß.

Aufklärung und Tatverdächtige

1208 Tatverdächtige, 7 Personen weniger als im Vorjahr, konnten zu den 2415 aufgenommenen Straftaten ermittelt werden.

Die Aufklärungsquote von 64,8 % konnte um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (62,6%) gesteigert werden. 1565 Fälle wurden geklärt, die Fallzahlen nahmen um 12 Fälle ab. Erhöhung der Aufklärungsquote bei gleichzeitigem Rückgang der Deliktszahlen, somit gesehen ein Ergebnis, wie es sein soll.

Nichtdeutsche Staatsangehörige waren an 149 Straftaten beteiligt. Dies entspricht einem Anteil von 12,3% aller ermittelten Tatverdächtigen; somit konnte hier ein Rückgang von 1,4% festgestellt werden. Nachdem aber der Anteil von Ausländern an der Wohnbevölkerung nur ca. 6,5 % beträgt, sind nichtdeutsche Staatsangehörige somit deutlich überrepräsentiert.

Von den 704 in der Stadt Mühldorf ermittelten Tatverdächtigen wohnen nur 292 = 41,5 % in Mühldorf

Auf den gesamten Dienstbereich der PI Mühldorf bezogen sind 569 Tatverdächtige (47,1 %) in den jeweiligen Tatortgemeinden auch wohnhaft. Somit wohnt über die Hälfte aller Täter außerhalb der Tatorte in benachbarten Gemeinden und Landkreisen.

Verteilung auf die Gemeinden

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mühldorf wohnen ca. 60.000 Einwohner, knapp ein Drittel hiervon in der Kreisstadt. 55,9% (1349) aller Straftaten wurden in Mühldorf gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr (1429) ist hier ein Rückgang von 80 Fällen zu verzeichnen.

Der Markt Ampfing mit 251 (293), die Stadt Neumarkt-St. Veit mit 229 (exakt die gleiche Zahl wie im Vorjahr), Schwindegg mit 114 (121), Heldenstein mit 89 (53), Mettenheim mit 82 (102) und Polling mit 54 (65) Straftaten folgen. Die übrigen Gemeinden liegen im Bereich von unter 35 Delikten.

Häufigkeitszahl

Die Häufigkeitszahl (HZ) ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, bezogen auf 100.000 Einwohner. Die Berechnung erfolgt nach der Formel HZ = (erfasste Fälle x 100.000) geteilt durch die Einwohnerzahl. Die HZ ist bundesweit vergleichbar.

Ihre Aussagekraft wird dadurch beeinträchtigt, dass nur die amtlich gemeldeten Einwohner zur Berechnung herangezogen werden können, also nicht z. B. Touristen oder Personen mit ausländischem Wohnsitz.

Spitzenreiter mit der höchsten Häufigkeitsziffer ist die Kreisstadt Mühldorf mit 7577 (8045). Die HZ ist aber damit gegenüber dem Vorfahr deutlich gesunken.

Der Markt Ampfing mit 4143 (4824) hat ebenfalls eine deutliche Senkung zu verzeichnen, die Stadt Neumarkt-St. Veit eine fast gleichbleibende HZ von 3763 (3771).

In Rattenkirchen (1448), Heldenstein (2222) und Niedertaufkirchen (377) ist die HZ erheblich angestiegen, bei den anderen Gemeinden ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Diese Anstiege sind oftmals auf eine Steigerung in bestimmten Deliktsfelder zurückzuführen. So stiegen z. B. in Rattenkirchen die Straftaten von 14 auf 25 an. Insbesondere waren hier Betrugsdelikte bzw. Straftaten gegen Nebengesetze aus dem Wirtschaftsbereich zu verzeichnen.

Auch in Niedertaufkirchen „stiegen“ die Straftaten von 5 auf 17 an. Auch hier handelte es sich vor allem um Betrugsdelikte, Beleidigungen usw. In der Gemeinde Heldenstein wurden im vergangenen Jahr 89 Straftaten begangen; im Jahr 2009 waren es nur 53 Straftaten. Hier kamen Verstöße gegen das Waffengesetz zum Tragen. Diese standen im Zusammenhang mit einem größeren Ermittlungsverfahren der KPS Mühldorf („Autobumser“).

Diebstähle

In etwa auf gleichem Niveau zum Vorjahr sind die Fallzahlen für die Diebstahlsdelikte. Die Zahl ging um 12 auf 793 Straftaten zurück. Der Anteil der Diebstähle am Gesamtbestand beträgt 32,8 %. Wie bereits im letzten Jahr ist damit jede dritte bekannt gewordene Straftat der Eigentumskriminalität zuzurechnen.

Erkennbar abgenommen hat die Zahl der Ladendiebstähle. Mit 131 liegt sie um 39 tiefer als 2009. Die Anzahl der Anzeigen ist jedoch nach wie vor unmittelbar mit der Häufigkeit der Einsätze der Ladendetektive verbunden.

Fast identisch sind die Zahlen im Bereich des Diebstahls von Kraftwagen bzw. dem unbefugten Gebrauch. Hier wurden im Jahre 2010 14 Taten (eine mehr als 2009) verzeichnet. Weiter kommen noch 15 (14) Diebstähle bzw. Fälle des unbefugten Gebrauchs von Mofas, Mopeds und Krafträder hinzu.

Die Fahrraddiebstähle gingen von 111 entwendeten Fahrrädern auf 107 zurück. Die Aufklärungsquote konnte aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 3,6 % auf 14 % gesteigert werden.

Insgesamt muss festgestellt werden, dass die Deliktshäufigkeit gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden konnte. Ein Grund dieser erfreulichen Entwicklung ist sicherlich die höhere Kontrolltätigkeit an den Brennpunkten, aber auch eventuell die „Anzeigen-Nichterstattung“ der Geschädigten.

Körperverletzungen

Bei den bearbeiteten Körperverletzungsdelikten sind auch die Delikte aus dem Bereich der häuslichen Gewalt enthalten; hier wurden 35 Fälle zur Anzeige gebracht.
Nach 23 Anzeigen im Vorjahr ergibt sich eine Steigerung von knapp 50%. Im Hinblick auf die gesamten Körperverletzungen nehmen diese Fälle einen Anteil von etwa 17% ein. Die Polizei Mühldorf hat hierauf reagiert und eine weitere Sachbearbeiterin bzw. Ansprechpartnerin für den Deliktsbereich häusliche Gewalt ausgebildet.

Vorsätzliche leichte Körperverletzungen sind in etwa auf dem Stand vom Vorjahr verblieben. Insgesamt wurden 208 (210) Taten registriert; 14,1 % der Tatverdächtigen waren Nichtdeutsche.

Fazit

Die Anzahl der Gesamtstraftaten sank, nach der geringfügigen Steigerung im letzten Jahr, wieder auf das Niveau der Jahre 2007 und 2008 zurück.

Trotz des guten Aufklärungsergebnisses und der rückläufigen Fallzahlen wird die Polizei Mühldorf ihre Tätigkeiten in allen Bereichen weiter verstärken um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in ihrem Zuständigkeitsbereich zu gewährleisten.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Mühldorf

Rubriklistenbild: © Polizeiinspektion Oberbayern

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