Kreisjugendring: Rücktritt in schweren Zeiten

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Mühldorf - Völlig überraschend ist der Vorsitzende des Kreisjugendrings Mühldorf, Florian Grünke, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Kommissarisch übernimmt nun dessen Stellvertreterin Marion Wageneder den Vorsitz.

Florian Grünke

Wer Grünkes Nachfolger wird, ist noch unklar. Grünke teilte seine Entscheidung am Freitag in einem Schreiben an die Delegierten des Kreisjugendrings (KJR) mit. Zwar geht er in dem Brief, der dem Mühldorfer Anzeiger vorliegt, zunächst auf die ungewisse Zukunft und die finanziellen Probleme des Verbands ein, spricht aber dann von „persönlichen Gründen“, die ihn zu dem Schritt gedrängt hätten.

"Nach nur drei Jahren in der Vorstandschaft des Kreisjugendrings endet dieser gemeinsame Weg. So sehr mich dieser unerwartete Abschied bedrückt, so sehr sehne ich eine gute Zukunft herbei - für den Kreisjugendring und auch für mich selbst", schreibt Grünke, der auch auf Nachfrage keine genaueren Angaben zu den Ursachen für den Rücktritt machen wollte.

Zunächst wird die stellvertretende Vorsitzende, Marion Wageneder, den Vorsitz kommissarisch übernehmen, die gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Ihre Position im Vorstand wiederum bekleidet in der Zwischenzeit Sebastian Brenninger.

"Der Rücktritt hat uns alle im Vorstand schon sehr überrascht", sagt Brenninger, der zugleich aber Verständnis für Grünke hat: "Die Situation in den letzten Wochen für Florian war nicht einfach, der Aufwand für ein Ehrenamt enorm. Und ganz nebenbei ist er ja auch noch ein Student im Prüfungsstress." Darüber hinaus gehört Grünke als Vorsitzender des Jugendrotkreuzes dem Vorstand des BRK-Kreisverbandes an.

Das Fass zum Überlaufen brachten wohl auch inhaltliche Differenzen über die Ausrichtung des Kreisjugendrings Mühldorf. "Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten, wie es weiter geht", erklärt Brenninger. "Da gab es in der Vorstandschaft unterschiedliche Positionen. Und die waren für ihn wohl nicht vereinbar."

Fakt ist, dass Grünke den Kreisjugendring zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt verlässt. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung Anfang Mai in der Waldkraiburger Schenkerhalle machte die gesamte Vorstandschaft in einem eindringlichen Appell auf die angespannte Finanzlage aufmerksam. Seit der Kürzung des Landkreiszuschusses vor acht Jahren wurden die Rücklagen des Verbandes sukzessive aufgebraucht (wir berichteten). Es gehe um den Fortbestand des Jugendrings an sich, hatte Grünke erklärt, der den Vorsitz erst vor knapp einem Jahr von Harald Steinbach übernommen hat.

In einem internen Verbändetreffen soll am kommenden Donnerstag, 9. Juni, das weitere Vorgehen abgestimmt und über die Zukunft des Jugendrings beraten werden. Neuwahlen des Vorstands finden so schnell aber noch nicht statt. "Das wird sich voraussichtlich bis Mitte Juli hinziehen", vermutet Grünke, der ebenso wie Brenninger keine Aussage über einen möglichen Nachfolger machen will.

ha/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © kjr-muehldorf.de

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