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Nachgefragt in den Kreisen BGL, Mühldorf am Inn und Traunstein

Wie hat sich die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen entwickelt?

Eine häufig geäußerte Sorge im Zuge der Corona-Krise war die vor einer Welle von Unternehmens-Insolvenzen. Wir haben uns in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein erkundigt, wie es dort in dieser Hinsicht aussieht.

Landkreise Berchtesgadener Land/Mühldorf am Inn/Traunstein - „Es gab und gibt viele Anrufe von Unternehmen bei der Stelle für Wirtschaftsförderung in Bezug auf die finanzielle Leistbarkeit aller rechtlichen Corona-Maßnahmen. Auch gab und gibt es viele Anfragen in Bezug auf finanzielle Hilfen“, berichtet Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamts Traunstein. „Konkret in Bezug auf Beratungen zum Thema Insolvenz gibt es bei der Wirtschaftsförderung nicht mehr Anfragen als im Vorfeld der Pandemie. Wenn sich Unternehmen melden, wird eine kompetente Beratung beispielsweise durch die Aktivsenioren, Schuldnerberatung, etc. angeboten. Aber auch die Kammern bieten hierzu Beratungen an.“

„An die Stelle der Wirtschaftsförderung gerichtet gab es bisher keine Anfragen mit der Bitte um Unterstützung in Insolvenzverfahren. Stattdessen gab eine Vielzahl an Anfragen wegen Corona-Unterstützungshilfen wie der Soforthilfe, den November- und Dezemberhilfen oder den Überbrückungshilfen“, so wiederum Wolfgang Haserer, Pressesprecher des Landratsamts Mühldorf am Inn. „Das macht deutlich, dass in vielen Unternehmen im Landkreis mit finanziellen Problemen und besonders auch mit Produktionsausfällen während der Pandemie gekämpft werden musste - und zum Teil immer noch gekämpft werden muss. In
Summe zeigte sich die regionale Wirtschaft bisher sehr krisenfest und robust. Die Wirtschaftsförderung am Landratsamt Mühldorf am Inn steht den Unternehmen jederzeit helfend zur Seite.“

Mehr Insolvenzen durch Corona in den Kreisen Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn und Traunstein?

Bereits vor einem Jahr hatten wir uns in der Region umgehört, wie die Entwicklung hinsichtlich Insolvenzen in der Pandemie aussah. Anlass war damals, dass Fachleute mahnten, im Herbst 2020 drohe in Folge der Corona-Krise eine verschleppte Insolvenz-Welle. „Wie es letztlich ausgehen wird, das kann denke ich im Moment keiner seriös sagen“, so Dr. Thomas Birner von der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH damals. „Aber wir bekommen durchaus von vielen Geschäftsleuten zu hören, dass sie die nähere Zukunft mit Sorge betrachten.“

Für 2021 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, dies sind jedoch die Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik für 2020:

GebietVerfahren insgesamtVeränderung zu 2019Betroffene ArbeitnehmerVrstl. Forderungen
Oberbayern2492-25,5 %952719.254.037 Euro
Berchtesgadener Land51-26,1 %4912.986
Kreis Mühldorf am Inn52-53,2 %86153
Kreis Traunstein47-46,6 %1031.218

Im Kreis Mühldorf am Inn waren es zuletzt 12 Unternehmsinsolvenzen. „Das ist deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre“, bemerkt Landratsamts-Pressesprecher Wolfgang Haserer. Im Kreis Traunstein wiederum waren es 24. „Das entspricht dem bundesweiten Trend“, so der dortige Sprecher des Landratsamts, Michael Reithmeier.

Wie steht es um Hotel- und Gastgewerbe?

Wie steht es speziell um Gastronomie und Touristik-Betriebe? „Unabhängig von Insolvenzen gibt es Schließungen und Aufgabe von Teilbereichen, beispielsweise bei Touristik-Betrieben nur noch Bewirtung eigener Gäste“, berichtet Reithmeier. „Die Wirtschaftsförderung ist hier auch im intensiven Dialog mit dem Dehoga-Kreisverband Traunstein. Die Lage in der Gastronomie ist sehr schwierig, da nicht nur mehr Personalaufwand bei reduzierter möglicher Gästezahl betriebswirtschaftlich oftmals schwer darstellbar ist. Auch gibt es Schwierigkeiten, Personal zu halten oder nach Schließungen neues Personal zu gewinnen.“

„Sowohl Landrat Max Heimerl als auch Wirtschaftsförderer Thomas Perzl befinden sich im stetigen Austausch mit den örtlichen Gastronomen. Darüber hinaus stehen sie immer wieder in Kontakt mit dem Kreisgremium des Branchenverbandes DEHOGA. Gastronomie und Beherbergungsbetriebe sind besonders von der Pandemie betroffen“, berichtet wiederum sein Kollege Wolfgang Haserer aus dem Kreis Mühldorf am Inn. „Während des regionalen Hotspot-Lockdowns waren es erneut diese Branchen, die ihre
Betriebe vorrübergehend schließen mussten. Darüber hinaus hatten Gastronomie und Tourismus bereits zuvor erhebliche Umsatzeinbrüche erlitten, nachdem die Bevölkerung aufgrund der steigenden Infektionszahlen deutlich vorsichtiger und zurückhaltender agierte. Aus diesem Grund haben sich auf Initiative von Max Heimerl die Landräte der betroffenen Hotspot-Regionen bereits mit zwei Briefen an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gewandt. Aus Sicht von Landrat Heimerl müssen die Wirtschaftshilfen für die Unternehmen die Lockdown-Maßnahmen besser ausgleichen.“

hs

Rubriklistenbild: © picture alliance / Alexander Heinl/dpa/Illustration

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