Ein Kredit und neue Angebote

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auf dem Weg zum Schwarzenstein: Bergtouren und alpine Ausbildung gehören nach Ansicht der Volkshochschule zur präventiven Gesundheitsförderung und nehmen deshalb im Programm breiten Raum ein. Solche relativ neuen Angebote erschließen der Volkshochschule außerdem neue Kundenkreise.

Mühldorf - Nach einem sehr schwierigen Jahr setzte die Mühldorfer Volkshochschule (VHS) auf neue Angebote und die Konsolidierung der Finanzen.

Eine Bürgschaft der Stadt war notwendig, damit die Mühldorfer Volkshochschule ihr Defizit mit einem Kredit ausgleichen konnte. Der beläuft sich laut Geschäftsführung auf 130.000 Euro und deckt die Lücke, die seit 2005 aufgelaufen ist.

"Unser Ergebnis ist seit 2005 rückläufig", sagt Geschäftsführer Jens Droppelmann, der die VHS seit Sommer leitet, gemeinsam mit Karl Weber, der für das Programm verantwortlich ist. "Dieses Defizit ist in den vergangenen Jahren aber nie deutlich geworden."

Vorschüsse auf Zuschüsse und komplizierte Abrechnungen mit öffentlichen Trägern hätten dazu geführt, dass das Defizit erst heuer in seiner vollen Höhe offenbar geworden sei. Bereits im Sommer war die Stadt mit einer befristeten Bürgschaft eingesprungen, jetzt hat sie eine neue Bürgschaft übernommen, damit die VHS einen Kredit aufnehmen konnte. Zwei Hauptgründe nennt Droppelmann für den Einnahmerückgang: Integrationsmaßnahmen für Ausländer seien stark rückläufig und die Aufträge der Arbeitsagentur zur Berufsbildung für Jugendliche nicht mehr so lukrativ; sie erforderten einen hohen finanziellen Aufwand, den die VHS alleine nicht stemmen könne. "Damit haben sich zwei für uns wichtige Stellschrauben verändet", betont Droppelmann.

Dem Rückgang will die VHS mit verschiedenen Maßnahmen begegnen. Dazu gehört auch die von vielen Stadträten geforderte Erhöhung der Gebühren. So werden Gesundheitskurse um etwa fünf Prozent teurer. Steigerungen sind laut Weber aber Grenzen gesetzt: "Wir müssen sozialverträgliche Preise verlangen."

Weil die Volkshochschule den öffentlichen Auftrag der Erwachsenenbildung wahrnimmt, erhält sie Zuschüsse, muss aber im Gegenzug Bildung allen Interessierten ermöglichen. So bleibt neben der Erhöhung von Gebühren vor allem die Erschließung neuer Felder und Kurse, wie sie sich auch heuer wieder im Programm finden (siehe Artikel auf der nächsten Seite). Eine Ausbildung zum Heilpraktiker, die Verstärkung der Schulung von Firmenmitarbeitern oder das Erlernen seltener Instrumente gehören dazu.

In Konkurrenz zu anderen Anbietern vor allem im Bereich Gesundheit sieht sich die VHS aber nicht. Sie legt nach Ansicht Webers Gewicht auf Prävention und Ausbildung. Beides könne Vereinen zugute kommen, sagt er zum Beispiel mit Blick auf Laufkurse: "Wer bei uns das Laufen lernt, schließt sich später vielfach Sportvereinen an."

Eine Million Euro hat die VHS im vergangenen Jahr umgesetzt. Den im Stadtrat geäußerten Vorwurf, unrentable Kurse anzubieten, weist Droppelmann zurück. "Es gibt keine Kurse, bei denen die VHS draufzahlt." Ein Kurs komme nur mit einer Mindestzahl von Teilnehmern zustanden, die die Kosten wie Referentenhonorare trügen. 81000 Euro erhält die VHS als Zuschuss der Stadt jährlich. "Das ist für unsere Größenordnung ein eher niedriger Zuschuss", sagt Droppelmann. Deshalb wird die VHS heuer um mehr Geld bitten.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser