Hubschrauber landet hinter der Feuerwehr

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Der beinahe einzige Platz, an dem das Mühldorfer Krankenhaus erweitern kann: der Hubschrauberlandeplatz vor der Notaufnahme.

Mühldorf - 24 Millionen Euro will das Krankenhaus zum Umbau des Operationstrakts investieren. Erster Schritt: die Verlegung des Hubschrauber-Landeplatzes.

Wo derzeit bis zu 100-mal im Jahr der Hubschrauber landet, soll in vier Jahren ein neuer Anbau für die Operationssäle des Krankenhauses, die Intensivstation und die Endoskopie stehen. Da der Bau nach Angaben von Klinikengeschäftsführer Heiner Kelbel noch heuer beginnen soll, muss ein neuer Landeplatz hinter dem Feuerwehrhaus geschaffen werden. Von dort werden die Patienten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Eine Landeplattform auf dem Dach des neuen Gebäudeteils kostet laut Kelbel Millionen, da hohe Sicherheitsstandards einzuhalten sind. "Das lohnt sich für unser Flugaufkommen nicht, das zu bauen, wäre ein Unding." In vielen kleineren Kliniken liege der Landeplatz nicht direkt am Haus, eine Plattform auf dem Dach leisteten sich vor allem die großen Schwerpunktkliniken, in die Notfälle per Helikopter kommen.

In Mühldorf funktioniert der Transport meist anders herum: In mehr als 90 Prozent der Fälle bringt der Hubschrauber Patienten aus Mühldorf weg, wenn sie in spezialisierten Kliniken besser behandelt werden können. Nur ein geringer Teil betrifft die Einlieferung von Notfallpatienten.

Der neue Landeplatz hinter dem Feuerwehrhaus ist bereits erkennbar und aufgekiest. Parkplätze fallen laut Bürgermeister Knoblauch nicht weg.

Der derzeitige Landeplatz ist fast der einzige Ort, auf dem das Krankenhaus erweitern kann, ohne den Park zu zerstören. Deshalb entsteht dort der neue Trakt. Der Anbau bringt dem Krankenhaus einen großen Vorteil: "Wir können die Operationssäle im laufenden Betrieb bauen und haben keine Einbußen", sagt Kelbel. Dem Neubau der Operationssäle folgt die Erweiterung der Intensiv- und Überwachungsstation, bevor der Aufwachraum erneuert wird und die Intensivstation umzieht. 2017 soll der Bau fertig sein.

Auf 24 Millionen Euro beziffert der Krankenhausgeschäftsführer die Kosten, etwa 18 Millionen davon trägt der Freistaat. Um die Pläne des Krankenhauses zu ermöglichen, ändert die Stadt derzeit den Bebauungsplan. Kelbel spricht von einem Sondergebiet, das entstehen und dem Krankenhaus die Möglichkeit geben soll, sich auf dem extrem engen Raum am Rande der Altstadt weiter zu entwickeln.

Deshalb wird auch die Südseite eingeschlossen, wo seit Langem über einen Anbau diskutiert wird, in dem neben Arztpraxen auch ein Hotelpflegebetrieb Platz finden könnte, der Patienten einige Tage Aufenthalt bieten kann, die zwar aus dem Krankenhaus entlassen wurden, sich zu Hause aber nur schwer selbst versorgen können. Wann dieser Anbau kommt, ist offen, betont Kelbel, denn das Krankehaus wird ihn nicht finanzieren: "Wir müssen erst einen Investor finden." Vor diesem Anbau wird es auch in Zukunft eine West-Ost-Verbindung geben. Die sei nicht nur städtebaulich wünschenswert, sondern kann auch von der Feuerwehr genutzt werden.

Das sagte auch Bürgermeister Günther Knoblauch vor dem Bauausschuss, der die Änderung des Bebauungsplans beschlossen hat. Die West-Ost-Verbindung entlang des Krankenhauses sei auch von der Stadt gewünscht.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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