Kooperation sichert Herzkatheter

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Partner: Chefarzt Kain, Internist Prohaska und Klinikgeschäftsführer Kelbl (von links) im Herzkatheterlabor des Krankenhauses. Die Kooperation zwischen Klinik und niedergelassenem Facharzt soll die wohnortnahe medizinische Versorgung von Krankenhaus- und Praxispatienten sichern.

Mühldorf - Kreiskliniken und der Internist Dr. Martin Prohaska arbeiten künftig enger zusammen, um das Herzkatheterlabor am Krankenhaus zu betreiben. Hauptverantwortlicher ist künftig Prohaska.

Seit gut zwei Jahren betreibt das Krankenhaus ein Herzkatheterlabor in den Räumen der Klinik, das auch die Praxis Prohaska nutzte. Jetzt haben Klinik und Prohaska einen Kooperationsvertrag geschlossen, der den niedergelassenen Arzt zum Betreiber des Labors macht und gleichzeitig dessen Fortbestehen sichert.

Ausschlaggebend für diesen Schritt waren Personalprobleme, wie Geschäftsführer Heiner Kelbl bei der Vorstellung der Zusammenarbeit betonte. Nach dem Ausscheiden eines Oberarztes zu Beginn des Jahres sei es nicht möglich gewesen, einen Herzspezialisten an das Krankenhaus zu holen. Damit habe von Klinikseite allein Chefarzt Dr. Hans Ulrich Kain das Labor betreuen können.

Die jetzige Regelung gibt nach Angaben Kelbls dem Krankenhaus, der Praxis Prohaska und den Patienten Sicherheit. Das Krankenhaus behalte die wichtige Einrichtung, in der im vergangenen Jahr gut 650 Patienten betreut wurden. Die Praxis Prohaska könne in unmittelbarer Nähe die Leistung des Herzkatheters anbieten. Und Patienten dürften auf eine schnelle und fachkundige Betreuung in Notfällen im Krankenhaus vertrauen. "Wir garantieren eine zeitnahe und umfassende Versorgung", betonte Chefinternist Kain, ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Richter sprach von einer "hochkomplexen Herzmedizin in Kooperation zwischen Krankenhaus und niedergelassenem Arzt". Klinikenaufsichtsratsvorsitzender Landrat Georg Huber erklärte, dass das Gerät und das Pflegepersonal wie bisher vom Krankenhaus gestellt würden, auch Ärzte stünden zur Verfügung. "Die Kooperation wird dem Krankenhaus gut tun, den niedergelassenen Fachärzten, vor allem aber der Bevölkerung."

Prohaska hat mit der Kooperation auch die betriebswirtschaftliche Verantwortung für den Betrieb des Katheters übernommen. Die Leistungen werden mit der Klinik verrechnet, die den Katheter gemietet hat und die Räume zur Verfügung stellt.

Ärztlicher Direktor Richter stellte die Kooperation in den größeren Zusammenhang einer Netzwerkbildung. Das Krankenhaus verstehe sich als Teil eines Netzwerks mit niedergelassenen Ärzten, wie es sich bereits in der Tumorkonferenz oder der Strahlentherapiepraxis auf dem Grundstück des Krankenhauses zeige. "Wir haben uns bewusst gegen ein Medizinisches Versorgungszentrum entschieden, um Niedergelassene nicht zu verprellen. Wir wollen stattdessen den niedergelassenen Ärzten so viel als möglich überlassen", betonte Richter.

Prohaska, der im vergangenen Jahr gut 90 Patienten aus der eigenen Praxis und weitere für die Klinik mit dem Herzkatheter behandelt hat, mietet im neuen Ärztehaus am Krankenhaus Räume für die Betreuung seiner Patienten nach der Behandlung.

hon/Mühldorfer Anzeiger 

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser