Der große Jahresrückblick auf innsalzach24!

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Große Freude und grenzenlose Trauer in der innsalzach-Region: Im März waren die Kommunalwahlen das beherrschende Thema, in vielen Städten und Gemeinden zogen neue Chefs ins Rathaus ein, etwa Marianne Zollner in Mühldorf (rechts oben). Im Sommer erschütterte der Tod von Andre B. die Menschen (links unten). Der Burghauser war bei einer Festnahme von einem Polizisten erschossen worden. Im Mai versetzte eine Fliegerbombe am Bahnhof die Mühldorfer in Schrecken - die Bombe konnte aber ohne Zwischenfälle entschärft werden. Im Herbst amüsierten sich die Leser über Bauer Markus, der sich im Fernsehen auf die Suche nach einer Frau machte.
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Altötting/Mühldorf - Engagierte Debatten, ein heißer Wahlkampf, ein Bauer im TV, mehrere Bombenfunde und tragische Unglücke - das alles bewegte die Menschen in der Region:

Kuriose Geschichten, großer Jubel, aber auch Schrecken und tiefe Trauer begleiteten 2014 die Menschen in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Wir haben Ihnen in einem exklusiven innsalzach24-Jahresrückblick die bewegenden Ereignissen - freudige wie traurige - zusammengestellt.

Januar: Liegt ein Blindgänger am Schwimmband?

Gibt es eine Bombe - und wenn nein, sollte man sie dann suchen? So oder so ähnlich verlief - in groben Zügen - eine Debatte um einen möglichen Blindgänger in Töging. Einem Zeitzeugen zufolge war im Zweiten Weltkrieg eine Fliegerbombe in unmittelbarer Nähe des heutigen Schwimmbads niedergegangen ohne zu explodieren. Liegt also noch heute ein potenziell gefährlicher Blindgänger unter der Erde? Die Stadt war nicht davon überzeugt. Dem damaligen Bürgermeister Horst Krebes zufolge ist es gut möglich, dass zwar eine Bombe abgeworfen worden war - diese aber schon lange nicht mehr im Boden liegt. Kommandos der Wehrmacht hätten Blindgänger regelmäßig entfernt. "Ich bin ohne Sorge", sagte Krebes im Januar.

Der Töginger Andreas Willeitner forderte in einem offenen Brief an die Stadt dennoch, dass nach einer Bombe gesucht werden soll, "weil ich denke, die Entfernung der Bombe ist im Interesse einiger oder eventuell sogar der meisten Mitbürger unserer Stadt", so Willeitner. Die Verpflichtung, nach einer Bombe zu suchen, besteht allerdings nur bei einer konkreten Gefahr. Weil auf dem Gelände in Hubmühle nicht gebaut werden sollte und nicht einmal feststand, ob sich dort je überhaupt ein Blindgänger befand, lag diese konkrete Gefahr nicht vor.

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Februar: Justizkrimi um Neumarkt-St. Veiter

Im Februar sollte einem Mann aus Neumarkt-Sankt Veit wegen eines erschütternden Verbrechens der Prozess gemacht werden. Der 53-Jährige hatte im Vorjahr seine Frau erwürgt und sich am nächsten Tag der Polizei gestellt. Das Unfassbare dabei: Die Leiche seiner Frau lag auf der Fahrt zur Polizei im Kofferraum und die nichtsahnende Tochter saß am Steuer. Später kam ein weiteres schockierendes Detail ans Licht: Der Mann hatte sich nach der Tat an der Leiche vergangen.

Der 53-Jährige mit seinem Verteidiger Erhard Frank

Trotz allem rechneten viele am Landgericht Traunstein mit einem schnellen Prozess. Der Angeklagte war schließlich geständig, räumte zu Beginn der Verhandlung ein, seine Frau umgebracht und sich an der Leiche vergangen zu haben. Am zweiten Verhandlungstag dann der Paukenschlag: Staatsanwalt Dr. Martin Freudling erklärte, die Einlassungen des Angeklagten seien "völlig unglaubwürdig von vorne bis hinten". Grund für Freudlings Offensive war, dass der Angeklagte dem Opfer ein Betäubungsmittel eingeflößt hatte. Der 53-Jährige, der ansonsten lückenlos vom Tattag berichtete, vermochte nicht mehr zu sagen, weshalb er dies getan hatte. Andererseits war er sich aber sicher, dass er seiner Frau das Mittel erst verabreicht hatte, als diese schon tot war.

Staatsanwalt will Verbindungsbeamten in Indien einschalten

Der Staatsanwalt versuchte von da an, mit forensischen Mittel nachzuweisen, ob der 53-Jährige seine Frau bereits vor der Tötung betäubt hatte. Damit hätte er sie höchstwahrscheinlich nicht im Streit, sondern geplant getötet. Damit wäre auch eine Verurteilung wegen Mordes und nicht nur wegen Totschlags in Betracht gekommen.

Der 53-Jährige auf der Anklagebank im Landgericht Traunstein

Für eine exakte Analyse hätte der zuständige Rechtsmediziner Prof. Dr. Matthias Graw aber eine Probe des Betäubungsmittels gebraucht. Das Mittel ist jedoch seit Jahrzehnten in Deutschland nicht mehr erhältlich. Der Staatsanwalt spielte vorübergehend deshalb sogar mit dem Gedanken, das Medikament von einem Verbindungsbeamten in Neu-Dheli kaufen zu lassen. Wenige Tage später änderte Dr. Martin Freudling die Strategie und versuchte, das Mittel in Kanada zu beziehen. Letztendlich konnte Rechtsmediziner aber auch ohne Medikament aus Kanada das Rätsel - zumindest ein Stück weit - entwirren. Er schaffte es, aus den Anhaftungen in der Flasche, in der sich das Betäubungsmittel befunden hatte, eine für die Analyse ausreichende Menge der Reinsubstanz zu gewinnen.

Rechtsmediziner löst das Rätsel

Graws Analyse kam zu dem Schluss, dass sich im Glaskörper des Auges der Frau so viel von dem Betäubungsmittel befunden hatte, dass das Herz noch geschlagen haben muss. Zugleich war das Mittel aber lediglich über die Mundschleimhaut, nicht aber über den Magen in den Körper der Frau gelangt. Graw sah zwei Alternativen: Die Frau war bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden und danach war ihr das Betäubungsmittel verabreicht worden. Oder aber die Frau war bereits Hirntod, als ihr das Medikament eingeflößt wurde. Dann hätte ein sogenanntes Nachklopfen des Herzens das Betäubungsmittel durch den Körper transportieren müssen. Dass es so ein mitunter minutenlanges Nachklopfen geben kann, wusste Graw dank eine Studie aus dem Ersten Weltkrieg.

Graw konnte die Version des Angeklagten also letztlich nicht widerlegen. Der 53-Jährige wurde deshalb vom Gericht wegen Totschlags verurteilt - zu einer Haftstrafe in Höhe von zwölf Jahren.

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März: Viele Überraschungen bei der Kommunalwahl

Wahrscheinlich nie haben die Wähler einen direkteren Bezug zu den Kandidaten als bei der Kommunalwahl. Das rege Interesse der innsalzach24-Leser an allen Berichten zur Kommunalwahl bestätigte diesen Eindruck. Mancherorts hielten die Kommunalwahlen zwar wenig Spannung bereit - in den Landkreisen Mühldorf und Altötting gab es in insgesamt 33 Gemeinden, Märkten und Städten nur einen einzigen Bürgermeisterkandidaten - in vielen Kommunen stand am 17. März aber ein packendes Rennen an. In Mühldorf, Waldkraiburg, Töging, Haag und Garching traten langjährige Amtsinhaber nicht mehr an.

Fünf Bürgermeisterkandidaten in Mühldorf und Haag

Waldkraiburgs frisch gewählter Bürgermeister Robert Pötzsch am Wahlabend

In Waldkraiburg setzt sich Robert Pötzsch von der UWG überraschend schon im ersten Wahlgang gegen Harald Jungbauer (CSU) und Richard Fischer (SPD) durch. Einen Sieg im ersten Wahlgang feierte auch Dr. Tobias Windhorst (CSU) in Töging, der ebenfalls trotz zweier Gegenkandidaten die absolute Mehrheit holte. In Haag und Mühldorf lieferten sich gleich fünf Kandidaten ein spannendes Rennen um den Einzug ins Rathaus. In Mühldorf zogen die langjährige Stadträtin Marianne Zoller (SPD) Karin Zieglgänsberger von den Freien Mühldorfern in die Stichwahl ein. Stefan Lasner (CSU), Andreas Seifinger (UWG) und Dr. Georg Gafus (Grüne) hatten das Nachsehen. In Haag sicherten sich Sissi Schätz (SPD) und Dr. Winfried Weiß (CSU) einen Platz in der Stichwahl. In Garching zogen Christian Mende (SPD/UW) und Annemarie Heimhilger (CSU) in die Stichwahl ein.

In Alt- und Neuötting, in Ampfing und Neumarkt-St. Veit sowie bei den beiden Landratswahlen setzten sich mit Herbert Hofauer (Freie Wähler), Peter Haugeneder (SPD), Ottmar Wimmer (CSU), Erwin Baumgartner (UWG), Georg Huber (CSU) und Erwin Schneider (CSU) die Amtsinhaber durch. In Burghausen siegte Bürgermeister Hans Steindl ohne Gegenkandidat.

Drei deutliche Siege und ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Die frisch gewählte Bürgermeisterin Marianne Zollner unmittelbar nach ihrem Wahlsieg

Bei der Stichwahl gab es in Mühldorf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Marianne Zollner siegte mit 52,33 Prozent der Stimmen gegen Karin Zieglgänsberger. In Haag holte Sissi Schätz - im ersten Wahlgang noch Zweitplatzierte - einen klaren Sieg mit 58,1 Prozent. Ähnlich deutlich setzte sich Alfons Linner (FWG Berg) in Kirchdorf durch. Linner gewann mit 59,3 Prozent der Stimmen gegen Hubert Sailer (FWG Kirchdorf). Überraschend deutlich fiel der Sieg von Christian Mende in Garching aus. Gegen Annemarie Heimhilger holte Mende 63,07 Prozent der Stimmen.

Die Stichwahl im Haberkasten:

Der Haberkasten empfängt die strahlende Siegerin

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April: Altöttinger Forscher macht große Entdeckung

Jubelstimmung am Centrum für Molekulare Medizin (CeMM) in Wien - und auch in der Innsalzach-Region war man mächtig stolz. Dem Team des Forschers Giulio Superti-Furga war eine vielleicht bahnbrechende Entdeckung gelungen und der Altöttinger Kilian Huber war Teil dieses Teams. In einer im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie hatten die Forscher das Molekül S-Crizotinib entdeckt. Dieses Molekül blockiert das Enzym MTH1, welches in Zellen eine Reinigungsfunktion hat. Wird MTH1 in Krebszellen blockiert, kann es zu einer Anhäufung von DNA-Schäden kommen. Die Tumorzelle geht also an sich selbst zugrunde. "Damit könnte man eventuell an die Wurzel von Krebs herangehen", sagte der Genetiker Josef Penninger, wissenschaftlicher Leiter am Institut für Molekulare Biotechnologie.

Kilian Huber und seine Kollegen hatten die Entdeckung eigentlich nur durch Zufall gemacht. Die Forscher hatten das Molekül Crizotinib untersuchen wollen. Stattdessen war ihnen jedoch einen verunreinigte Charge geliefert worden, welche auch das Spiegelbild des Moleküls, das S-Crizotinib, enthalten hatte.

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Mai: Bombe versetzt Mühldorf in Aufruhr

Diese Fliegerbombe wurde im Mai am Mühldorfer Bahnhof gefunden

Doppelter Bombenalarm in der Region: Wenige Minuten nach dem Fund einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe am Rosenheimer Bahnhof wurde in Mühldorf eine 50-Kilo-Bombe gefunden - ebenfalls am Bahnhof. Im Auftrag der Südostbayernbahn war eine Firma auf der Suche nach Bomben im Gleisbett um kurz nach 15 Uhr fündig geworden. Unentdeckt hatte die amerikanische Fliegerbombe 69 Jahre lang sämtlichen Erschütterungen der vorbeifahrenden Züge stand gehalten.

In der Turnhalle der Berufsschule versorgte das BRK 155 Menschen

Sofort machte sich ein Entschärfungsexperte aus Nürnberg auf den Weg nach Mühldorf. Nach Eintreffen des Spezialisten wurde entschieden: Die Bombe wird entschärft, alle Gebäude im Umkreis von 300 Metern um den Fundort müssen bis 22 Uhr geräumt sein. Unter anderem mehrere Hochhäuser, das Bahnhofsgelände, der Wertstoffhof und der Tennisplatz waren davon betroffen, über 1500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Danach war die Bombe schnell entschärft, gegen 23.30 Uhr könnten die Bewohner bereits wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Das Statement der Polizei am Abend:

SOB schließt weitere Bombenfunde nicht aus

Peter Tanner hatte zuhause schon auf gepackten Koffern gesessen

Das BRK zog am darauffolgenden Tag eine positive Bilanz. Die Helfer hatten am Vorabend in zwei Turnhallen rund 200 Menschen betreut, die der Situation mit Humor begegnet waren. Peter Tanner etwa wollte am nächsten morgen mit seiner Frau nach Venedig fahren, um dort den vierzigsten Hochzeitstag zu feiern. Tanner hatte in der Turnhalle deshalb nur einen Wunsch: "Es ist alles gepackt, das Auto steht schon fertig in der Garage. Da würde ich gerne vorher noch ein bisschen schlafen, bevor ich losfahre."

Durchwachsene Nachrichten gab es am Tag nach dem Bombenfund von der Südostbayernbahn. Das Unternehmen rechnet mit weiteren Blindgängern am Bahnhof. "Das Risiko besteht", sagt Christian Kubasch, bei der SOB für die Bauarbeiten im Mühldorfer Bahnhof zuständig. "Es könnte wieder passieren."

So erlebten die Anwohner die Evakuierung:

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Juni: Polizei stoppt Machetenschwinger

Szenen wie aus einem Actionfilm spielten sich im Juni in Neuötting ab. Ein 46-Jähriger tauchte mit einem Gewehr bei einer Spielothek auf und rief - Passanten zufolge - "Dein Kopf gehört mir! Ruf die Polizei". Als wenig später die Polizei eintraf, ging der Mann mit Machete und Schwert bewaffnet auf die Beamten los. Einer der Polizisten reagierte ungeachtet dieser bedrohlichen Situation offenbar goldrichtig und setzte den 46-Jährigen mit einem Schuss in den Oberschenkel außer Gefecht. Der Mann kam zunächst ins Krankenhaus, doch bereits am darauffolgenden Nachmittag begutachtete ein Facharzt für Psychiatrie den 36-Jährigen. Die Einschätzung des Experten veranlasste die Staatsanwaltschaft Traunstein dazu, die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie zu beantragen.

Kripo ermittelt in Neuötting

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Juli: Abschied von Georg Pfaffinger

Im Juli nahmen die Menschen Abschied von Georg Pfaffinger. Der langjährige Halsbacher Bürgermeister hatte sich weit über die Grenzen der Region hinaus einen Namen im Kampf gegen Rechtsextremismus gemacht. Gemeinsam mit weiteren Politikern aus der Region und vielen engagierten Bürgern hatte sich Pfaffinger gegen die Ansiedlung von Neonazis im früheren Gasthaus Gruberwirt zur Wehr gesetzt - nach langem Kampf letztlich mit Erfolg. Den Kampf gegen den Krebs verlor er jedoch. Am 29. Juni ist Pfaffinger nach langer Krankheit im Alter von nur 61 Jahren verstorben.

"Er hat sein Leben für Halsbach gegeben"

Bei der Trauerfeier am 8. Juli nahmen unzählbar viele Menschen von Pfaffinger Abschied. Die Kirche in Halsbach war bis in den letzten Winkel gefüllt, sogar vor den Türen standen noch Trauergäste. Sie verabschiedeten sich von einem sehr facettenreichen Mitbürger, der den Menschen als großer Judo-Kämpfer, engagiertes Mitglied vieler Vereine und als herausragender Theaterschauspieler im Gedächtnis bleibt. Unvergleichlich etwa seine Darstellung des Schweizer Asketen und Mystikers Niklaus von Flüe.

Im Juli nahmen die Menschen Abschied von Georg Pfaffinger

Beispiellos aber war Pfaffingers Engagement gegen Neonazis. Bei seiner Trauerrede sprach Landrat Erwin Schneider aus, was sich wohl jeder Halsbacher dachte: "Er hat für seine Gemeinde seine Gesundheit und letztlich auch sein Leben gegeben. Er hat einen herausragenden Platz in der Geschichte der Gemeinde verdient." Bürgermeister Martin Poschner war bei seiner Trauerrede zu Tränen gerührt. Poschner sprach direkt zu Pfaffinger: "Ich sage vergelt's Gott für alles, was du für Halsbach getan hast. Dein Geist lebt in Halsbach weiter."

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 August: Tödliche Schüsse in Burghausen

Am 25. Juli endete eine Festnahme in der Herderstraße in Burghausen tödlich. Als zwei Beamte den Burghauser Andre B. festnehmen wollten - gegen den 33-Jährigen gab es einen Haftbefehl - lief Andre B. offenbar davon. Einer der beiden Beamten griff zur Waffe, gab einen Warnschuss ab und zielte dann nach eigener Aussage auf die Beine des 33-Jährigen. Die Kugel traf Andre B. aber tödlich im Nacken.

Lilia B. trauert um ihren Sohn, der bei einer Festnahme ums Leben kam

Staatsanwaltschaft und LKA übernahmen sofort die Ermittlungen, um die Hintergrunde der tödlichen Festnahme zu ergründen. Noch hat die Staatsanwaltschaft keine Anklage erhoben, denkbar ist aber, dass sich der Beamte wegen fahrlässiger Tötung verantworten muss. Der Jurist Prof. Dr. Holm Putzke erklärte gegenüber innsalzach24, dass der Polizist bei fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe verurteilt werden könnte.

In den Tagen nach dem Tod von Andre B. haben viele Menschen spontan ihre Emotionen ausgedrückt. Gleich am Tag nach dem tödlichen Schuss demonstrierten rund 50 Menschen in Burghausen gegen Polizeigewalt. Am 1. August hielten etwa 150 Menschen einen stille Mahnwache ab. Bis heute grenzenlos ist die Trauer der Angehörigen von Andre B. Seine Mutter möchte in einem möglichen Prozess als Nebenklägerin auftreten.

Bilder von der stillen Mahnwache:

Mahnwache in Burghausen

Die Demonstration gegen Polizeigewalt:

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September: SEK-Einsatz im Rockermilieu?

Im September kam es zu einem SEK-Einsatz in Töging

Im September versetzte ein nächtlicher SEK-Einsatz in Töging die Leser in Aufregung. Schnell schossen vor Ort Gerüchte ins Kraut, wonach ein Mann festgenommen worden sei, der dem Rockermilieu zuzurechnen ist. Dies dementierte die Polizei zwar rasch, die tatsächlichen Hintergründe des SEK-Einsatzes waren aber kaum minder spektakulär. So hatte ein 23-Jähriger am Nachmittag des 23. September Besuch von vier Männern, die mit einer Pistole bewaffnet Schulden aus einem mutmaßlichen Drogengeschäft eintreiben wollten. Weil der 23-Jährige offenbar zu wenig Geld zu Hause hatte, wurde er nach Polizeiangaben von den Männern geschlagen - verbunden mit der Ankündigung, sie würden am darauffolgenden Tag wiederkommen.

Doch so weit kam es nicht mehr. Noch in der Nacht wurde einer der Männer vom SEK festgenommen. Seine drei mutmaßlichen Komplizen erwischte die Polizei dann einen nach dem anderen am nächsten Tag.

Bilder vom SEK-Einsatz:

SEK-Einsatz in Töging

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Oktober: Kingdom Parc wird Notunterkunft

Am 17. Oktober musste der Landkreis Mühldorf quasi über Nacht bei der Erstaufnahme von Flüchtlingen in die Bresche springen. Weil die Einrichtung in der Bayernkaserne völlig überfüllt war, musste im Mühldorfer Kingdom Parc kurzfristig eine Unterbringungsmöglichkeit für bis zu 200 Asylbewerber geschaffen werden. Am Abend des 17. Oktober trafen die ersten 15 Flüchtlinge im Kingdom Parc ein, in den darauffolgenden Wochen waren zeitweise rund 160 Menschen im Kingdom Parc untergebracht.

Bei einer Informationsveranstaltung im Mühldorfer Stadtsaal sagte Landrat Georg Huber, er gehe davon aus, dass auf den Landkreis eine feste Erstaufnahmeeinrichtung zukommt. Favorit war damals noch das BFZ Peters in Waldkraiburg. Gegen diese Pläne stemmte sich aber der Waldkraiburger Stadtrat, weshalb die Regierung von Oberbayern die Planungen zur Schaffung einer Erstaufnahme im BFZ stoppte. Nach Einschätzung der Stadträte wäre Waldkraiburg mit einer Erstaufnahme für mehrere hundert Menschen schlicht überfordert. Trotzdem könnte im Landkreis eine dauerhafte Erstaufnahmeeinrichtung entstehen, nach letzten Informationen wohl in der Kreisstadt selbst.

Über viele Woche war die Notunterkunft im Kingdom Parc eines der beherrschenden Themen in der Stadt. Mitte Dezember zog die Polizei eine positive Bilanz. So wurde kein einziges Gewaltdelikt von Heimbewohnern gegenüber Außenstehenden angezeigt. Auch die Zahl der Ladendiebstähle habe seit dem Einzug im Oktober nicht wesentlich über dem Durchschnitt gelegen.

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November: Bauer Markus flirtet im TV

Im Herbst 2014 amüsierten sich die innsalzach24-Leser über Bauer Markus aus dem Landkreis Mühldorf. Der 26-Jährige machte sich bei der RTL-Sendung "Bauer sucht Frau" auf die Suche nach einer Partnerin. Beim Staffelauftakt, dem Scheunenfest, fiel seine Wahl auf Christina, doch schon zu Beginn der Hofwoche gab es die große Ernüchterung. Zwischen Christina und Markus passte es einfach nicht, die junge Frau störte sich vor allem an Markus' Putzverhalten. Christina packte kurzerhand ihre Sache und reiste vorzeitig wieder ab.

"Bauer sucht Frau"-Kandidat Markus aus dem Landkreis Mühldorf

Die ersten Folgen der RTL-Sendung passten dem 26-Jährigen überhaupt nicht. Wie Markus gegenüber innsalzach24 verriet, war es zwar richtig dargestellt, dass sich Christina an der - aus ihrer Sicht - mangelnden Sauberkeit in Markus' Heim störte. Allerdings hätte RTL nicht ausschließlich darauf den Fokus legen müssen, so die Einschätzung des 26-Jährigen. "Ich war schon ein bisschen stinkig", verriet Markus.

Dann gab es in der Sendung jedoch die Wende: Die 25-jährige Nicole aus Niedersachsen fuhr zu Markus auf den Hof, um dort den Rest der Hofwoche mit dem 26-Jährigen zu verbringen. Dieses Mal legte sich Markus richtig ins Zeug, er hatte vor Nicoles Ankunft sogar alles blitzeblank geputzt. Offenbar mit Erfolg, denn Nicole und Markus küssten sich im Laufe der Hofwoche. Ob aus den beiden ein Paar werden sollte, war bei Nicoles Abreise offen. Beim großen Staffelfinale zeigte RTL, wie Markus Nicole in Niedersachsen besuchte. Auch da schien eine gemeinsame Zukunft noch möglich, ganz am Ende der Sendung verkündete allerdings Moderatorin Inka Bause aus dem Off, dass sich Markus und Nicole wieder getrennt haben.

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Dezember: Droht der Burghauser Klinik das Aus?

Sah sich teils heftiger Kritik ausgesetzt: Landrat Erwin Schneider

Im Dezember wurden wichtige politische Weichen zur Zukunft der Kreiskliniken in Altötting und Burghausen gestellt. 7579 stimmberechtigte Burghauser votierten bis zum 8. Dezember für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Burghauser Klinik - eine überwältigende Zahl, schließlich hätten schon 3660 Unterschriften (25 Prozent der stimmberechtigten Burghauser) für ein erfolgreiches Bürgerbegehren ausgereicht. Am 22. Dezember machte der Kreistag schließlich auch formal den Weg frei: Am 15. März, so beschloss es das Gremium, stimmen die Landkreisbürger in einem Bürgerentscheid über die Zukunft der Burghauser Klinik ab. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob der Standort Burghausen erhalten werden soll oder nicht.

Die Klinik-Debatte war im Vorfeld sehr emotional geführt worden. Nachdem bekannt geworden war, dass ein Gutachten die Schließung des Burghauser Standorts empfiehlt, verabschiedete der Burghauser Stadtrat eine Resolution dagegen. Parallel dazu wurde ein Bürgerbegehren gestartet.

Beschimpfungen und Buhrufe

Hitzige Debatten gab es anschließend vor allem auf einer gut besuchten Kreistagssitzung in Burgkirchen und auf einer Informationsveranstaltung in Burghausen. Beide Male bekamen vor allem Landrat Erwin Schneider, ein Befürworter der Klinikschließung, und Gutachter Dr. Thomas Rudolf zu spüren. Nicht immer blieb die Debatte sachlich, vor allem in Burghausen waren Buhrufe und Beschimpfungen aus den Reihen des Publikums unüberhörbar.

Die Informationsveranstaltung in Bildern:

Hitzige Debatte über das Klinikgutachten

In den Gremien, zuletzt etwa im Kreistag, war der Ton hingegen sehr sachlich. Dass dem Landkreis bis zum 15. März dennoch ein spannender Wahlkampf bevorsteht, scheint indes außer Frage. Burghausens Bürgermeister Hans Steindl etwa kündigte auf der Informationsveranstaltung an, die Landkreisbürger hätten künftig "jede Woche Flugblätter im Briefkasten".

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