Der Tod kommt zum Jubiläum

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Mühldorf - Die integrative Theatergruppe der Stiftung Ecksberg feiert ihren zehnten Geburtstag - standesgemäß mit der Premiere eines neuen Stücks: "Der Spielmann - ein Aufsatz über'n Tod z'Eding".

Am 13. Oktober hebt sich zum ersten Mal der Vorhang für "Der Spielmann - ein Aufsatz über'n Tod z'Eding".

Auch der Sensenmann muss üben. Lydia Buchner braucht ein paar Anläufe, ehe sie ihr Werkzeug richtig im Griff hat. Dann steht sie oben auf ihrer provisorischen Empore in der Ecksberger Turnhalle - und senst. Vor, zurück. Und vor, zurück. Wie der Tod z'Eding eben, das kleine Holzskelett auf der Uhr in der Altöttinger Stiftskirche.

"Nicht so schnell" ermahnt sie Regisseur Martin Winklbauer. "Und pass auf, dass du da oben niemand den Kopf absenst." Denn unten gehen gerade die Besucher einer Kirchenführung vorbei - behinderte und nicht-behinderte Schauspieler.

Die integrative Theatergruppe der Stiftung probt ihr neues Stück. Nach fünf Jahren und vielen erfolgreichen Vorstellungen des Brandner Kaspars fällt es den Schauspielern gar nicht so leicht, in die neuen Rollen hineinzufinden. "Die ersten Proben haben vor allem sprachlich schon noch sehr an den Brandner erinnert, aber jetzt wird es von Mal zu Mal besser", sagt Martin Winklbauer, der nicht nur Regie führt, sondern als grantiger Mesner selbst in Erscheinung tritt.

Mit seiner Halsbacher Theatergruppe hat er den "Spielmann" vor Jahren schon einmal aufgeführt, jetzt steht es zum zehnten Geburtstag der integrativen Theatergruppe der Stiftung auf dem Programm.

"Es passt gut zu der Gruppe", betont Winklbauer. "Weil es lustig ist und eine klare Botschaft hat." Denn nachdem der Tod seinen angestammten Platz in der Kirche verlassen hat, um zusammen mit drei Studenten so manches Abenteuer zu erleben, muss er am Ende doch wieder zurück auf seine Uhr. "Jeder hat im Leben seinen Platz", erklärt Winklbauer. "Mit seinen Stärken und seinen Schwächen." Ein schönes Motto - auch oder gerade für die Mitglieder der Theatergruppe.

Welche Stärken zum Beispiel Hubert Linner auf der Bühne hat, hat er als wohl bekanntester Schauspieler der Stiftung bereits mehrfach gezeigt - angefangen im Jahr 2002, als die Theatergruppe mit "Das bsondane Kind" ihre Arbeit aufnahm.

Man spürt, wie viel Spaß die Probenarbeit allen Beteiligten macht. Und doch achtet Winklbauer genau darauf, dass das Ergebnis stimmt: "Wir wollen den Besuchern etwas bieten. Jeder, der kommt, soll sich gut unterhalten fühlen." In diesem Punkt unterscheidet sich die integrative Theatergruppe nicht von anderen Ensembles. "Das ist hier keine interen Veranstaltung, sondern wir spielen für die Öffentlichkeit." Und da muss nun einmal jeder Handgriff sitzen. Nicht nur beim Sensenmann.

Die Aufführungen finden am 13., 19. und 20. Oktober in der Turnhalle der Stiftung Ecksberg statt. Karten können ab sofort unter Telefon 08631/617106 zwischen 8 und 12 Uhr reserviert wer- den.

ha/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © ha

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