Kochkunst im Wasserschloss

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Das Wasserwerk hat seine ursprüngliche, barocke Gestalt mit Dachgauben und Rundbogenfenstern zurück: Nach der Sanierung durch Lodron-Wirt Bernhard Söllner sollen dort ab April Gäste bewirtet werden. Fotos hon/sag

Mühldorf - Skeptiker, das weiß Bernhard Söllner, gab es in den letzten Monaten viele. Zu wenig und zu langsam ging es am alten Wasserwerk im Mühldorfer Stadtwall voran. Jetzt war Richtfest und der Eröffnungstermin steht auch schon fest.

Es hat lang gedauert, gibt Söllner zu, vom Kauf des Hauses, über die Rodung des Hanges bis zur Entkernung des alten Wasserwerks der Mühldorfer Stadtwerke. Doch spätestens seit der Dachstuhl aufgeschlagen und die barocken Dachgauben zu erkennen sind, ist klar: Es geht voran. Das muss es auch, Ende April 2010 soll die erste Hochzeit im ehemaligen Wasserwerk stattfinden.

Bis dahin wird der Wirt des Lodronhauses 1,5 Millionen Euro investiert haben, um bis zu 90 Gästen verköstigen zu können. Auf einer Galerie entsteht über dem Hauptrestaurant eine Cocktailbar, die zum Verweilen nach dem Essen einlädt. Vor dem Haus, am Hang des Stadtwalls, entstehen auf drei Ebenen drei Biergärten, die vom Lounge-Stil bis zum typisch Bayerischen reichen werden.

Dabei hat Söllner unter den Augen des Denkmalschutzes dem Wasserwerk die Gestalt wieder gegeben, die es ursprünglich hatte. Im Laufe der Jahre war das Pumpwerk der städtischen Wasserversorgung mehrfach umgebaut und dabei stark verändert worden.

Die ersten Gäste: Hausherr Söllner begrüßte beim Richtfest neben den Handwerkern zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens. Unter ihnen Ingrid Unertl und Bürgermeister Günther Knoblauch, der sich auf einen gelungenen Umbau und eine gastronomische Attraktion freut.

Aufwändig gestaltete sich der Bau der Infrastruktur. Söllner ließ Anbauten erstellen, in denen Küchen, Toiletten und Personalräume untergebracht sein werden, die aber so in den Hang gebaut sind, dass sie das Aussehen des Restaurants nicht beeinträchtigen. Besonderen Wert legte Söllner auf ein energiefreundliches Konzept, das zum Beispiel ohne Heizanlage auskommt. Stattdessen will der gebürtige Lohkirchner die Abwärme der Kühlaggregate und des Hangwassers nutzen, um sein Lokal zu heizen. Und noch eine erfreuliche Nachricht: Das "Alte Wasserschlössl", so der geplante Name des neuen Restaurants, schafft 21 neue Arbeitsplätze, darunter werden auch sieben Lehrlinge sein.

Auf gehobenem Niveau will Söllner in seinem neuen Haus kochen, das alte dabei aber nicht vergessen. Nach einer Sanierung soll auch die Lodronstube im Lodronhaus vis á vis des Haberkastens weiter für Gäste zur Verfügung stehen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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