Kleiner Laden ganz groß

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in den 120 Minuten zuvor stand in Kraiburg Remise eben keine Rede auf dem Programm, sondern mit „Der kleine Horrorladen“ ein Musical.

Mühldorf -Zum 25-jährigen Jubiläum wagte sich die Theatergruppe Kraiburg erstmals an ein Musical - die große Herausforderung wurde erfolgreich gemeistert!

Es hätte so einfach sein können: Ein Festabend zum Jubiläum, viele warme Worte, reichlich kalter Sekt. Sich mal ordentlich auf die Schultern klopfen, Erinnerungen austauschen, Häppchen servieren. Nun, Häppchen und Sekt gab es am Samstagabend auch, hinterher. Doch in den 120 Minuten zuvor stand in Kraiburg Remise eben keine Rede auf dem Programm, sondern mit „Der kleine Horrorladen“ ein Musical.

Fotos von der Generalprobe

Der kleine Horrorladen Generalprobe

Zum ersten Mal in der Geschichte der Theatergruppe. Was für eine Herausforderung: Zu Text und Spiel kommen Gesang und Tanz, dazu jede Menge Technik, damit sich Mikrofone und Musik vertragen. Noch dazu alles auf einer Bühne, die das Wort Größe nicht wirklich verdient. Doch die Laientruppe hat sich den Schwierigkeiten gestellt, alle Rollen aus den eigenen Reihen besetzt und sich selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht, an das man sich auch zum 50. noch erinnern wird. Entscheidenden Anteil daran haben nicht nur die Schauspieler auf der Bühne, sondern auch die Verantwortlichen dahinter: Die Regisseurin Diana Fürstenberger natürlich, dazu Angela Kolm-Lengenfelder als musikalische Leiterin sowie die Choreographin Corena Strecker- Beitzel. Doch was nützen im Theater die besten Vorgaben, wenn sie nur umgesetzt und nicht mit Leben erfüllt werden. Alexandros Lameras als Seymor und Ruth Thomas als Audrey haben genau das getan, 20 und 18 Jahre jung, und völlig zurecht mit dem meisten Applaus bedacht. Wie selbstverständlich drücken sie dem Horrorladen in der Remise ihren Stempel auf und sorgen für die gefühlvollen Momente ohne künstlich oder gar kitschig zu wirken.

Für den Humor ist einmal mehr Charly Ebenbichler zuständig, der darüber hinaus als lachgasgetränkter Zahnarzt Orin so überzeugend aus dem Leben scheidet, dass man sich automatisch umschaut, ob auch ein richtiger Doktor im Publikum sitzt. Alois Fürstenberger gibt einen soliden Mr. Mushnik, nimmt die Figur an den entscheidenden Stellen zurück und überlässt das Rampenlicht der Jugend. Schöne Bilder hat Diana Fürstenberger entstehen lassen, wie Audrey auf der Schaukel von ihrer Zukunft träumt oder Seymor und Mr. Mushnik einen ganz ansehnlichen Tango tanzen. Heimlicher Star des Abends ist aber das Pflänzchen Audrey Zwo, dem der Meister der Spezialeffekte, Schwerthelm Ziehfreund, wundersames Leben einhaucht. Am Ende werden im Publikum ihre Samen verteilt, der Horror wird sich in den nächsten Wochen also im ganzen Landkreis ausbreiten. Hoffentlich möglichst schnell, denn dieses Musical hat wahrlich keine leeren Plätze verdient.

Mühldorfer-Anzeiger

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