Kinderkrippe noch nicht vom Tisch

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Noch hat der Pollinger Gemeinderat keine endgültige Entscheidung über eine Kinderkrippe getroffen. Das Gremium will zumindest prüfen lassen, ob Räume in der Schule in Polling in Frage kommen.

Polling - Bereits im Februar hat der Gemeinderat über die Planung einer Kinderkrippe abgestimmt - und abgelehnt. In der jüngsten Sitzung war dies erneut Thema, eine endgültige Entscheidung fiel allerdings noch nicht.

Deutlich fiel die Abstimmung im Februar gegen eine Kinderkrippe aus. Die Argumente: Der Bedarf mit nur sechs interessierten Eltern sei zu niedrig, die finanziellen Mittel im Haushalt eingeschränkt.

Bürgermeister Hans Schmidbauer brachte dieses Thema dennoch ein zweites Mal auf die Tagesordnung: "Das Landratsamt hat daraufhin gewiesen, dass es ab 2011 möglicherweise keine Fördergelder mehr gibt. Deshalb sollten wir einen Planer die Möglichkeiten untersuchen lassen und gegebenenfalls noch 2010 Mittel beantragen." Dabei sollte auch geprüft werden, inwiefern Räume in anderen Gebäuden wie zum Beispiel in den Schulen in Polling und Oberflossing genutzt werden können.

Denn an eine Kinderkrippe werden hohe Richtlinien gestellt. So sind zum Beispiel für eine Gruppe für zwölf Kinder 136 Quadratmeter und 120 Quadratmeter Grünfläche nötig, hinzukommen ein Leiterinnenbüro und ein Personalraum.

Abzüglich einer staatlichen Förderung müsste die Kommune 150.000 bis 180.000 Euro in die Hand nehmen. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten. "Wenn es finanzierbar ist, sollten wir eine Kinderkrippe auf den Weg bringen", appellierte Schmidbauer an das Gremium.

Dass eine Kinderkrippe eine Investition in die Zukunft ist, darin waren sich die Gemeinderäte zum Teil einig. Aber dies sollte ihrer Meinung nach nicht auf Kosten eines Neubaus geschehen. "Wir sollten alle Möglichkeiten prüfen, zum Beispiel sind in der Hauptschule Räume leer", sagte Christine Mangstl (CSU). So argumentierte auch Anton Jobst (UWG): "Einen Neubau können wir uns nicht leisten. Denn wo sollen wir im Haushalt streichen? Auf uns kommen Bauvorhaben zu, die dringend durchgeführt werden müssen."

Und so sah es auch Ludwig Mollner (Freie Wähler): "Eine Kinderkrippe ist eine wünschenswerte Sache. Aber der Bedarf ist zu gering und finanziell ist eine Krippe nicht machbar."

Von einer vermeintlich günstigeren Lösung, die nicht in allen Punkten den Richtlinien entspricht, riet Bürgermeister Hans Schmidbauer ab. "Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt werden, kann es sein, dass es für einen Umbau keine Zuschüsse gibt. Und dann wird dies möglicherweise teurer als ein Neubau." Würde man die Krippe an den Kindergarten anschließen, könnten sich seiner Meinung nach Synergieeffekte abzeichnen, Räume für das Personal zum Beispiel gemeinsam genutzt werden. Ein Planer könne die Möglichkeiten aufarbeiten und "mit Fakten belegen".

Aber vielleicht braucht es auch die interkommunale Zusammenarbeit mit Oberneukirchen und Taufkirchen. Das brachte Lorenz Kronberger (CSU) ins Gespräch: "Wir könnten mit einem Zusammenschluss eine Kinderkrippe langfristig auf eine sichere Basis stellen." In den Augen von Hans Flötzinger (UWG) spielt der Bedarf eine große Rolle und den erachtet er als zu gering. "Außerdem ist es Anschauungssache, ob man die Kinder aus dem Haus gibt."

Bevor ein Planer ins Boot geholt wird, wollen die Gemeinderäte nun das Gespräch mit anderen Kommunen suchen und sich vor Ort ein Bild machen. Um Planungskosten gering zu halten, soll die Kommune vorab klären, welche Räume in Frage kommen.

hi/Mühldorfer Anzeiger

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