"Kein Spiel mit dem Restrisiko"

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Landtagsabgeordnete Anne Franke und Kreisvorstandssprecher Rainer Stöger beim Plakatieren in der Bräugasse.

Mühldorf - Mit einem Großflächenplakat fordern die Grünen zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl den Atomausstieg.

"Gerade angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan erhalten die Erinnerungen an Tschernobyl eine erschreckende Aktualität", sagte die grüne Landtagsabgeordnete Anne Franke bei der Präsentation des Plakates in der Bräugasse in Mühldorf.

"Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass die Gefahren der Atomkraft nicht beherrschbar sind und wir schleunigst aus dieser Hochrisikotechnologie aussteigen müssen." Am 26. April 1986 hatte sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl der bis zu diesem Zeitpunkt folgenschwerste Unfall in der zivilen Nutzung der Kernenergie ereignet.

Auch in Bayern sind noch heute Spätfolgen der radioaktiven Wolke bemerkbar: Insbesondere Wildfleisch und Pilze sind noch mit atomaren Spaltprodukten belastet.

Auch der Unfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird mittlerweile auf der internationalen Bewertungsskala für Atomunfälle auf die gleiche Stufe gestellt wie der Gau von Tschernobyl. "Wer jetzt noch glaubt, das Restrisiko sei eine vernachlässigbare Größe, handelt absolut verantwortungslos", sagte Anne Franke.

Gerade Bayern habe sich mit insgesamt fünf AKW-Standorten und einem Atomstromanteil von fast 60 Prozent wie kein anderes Bundesland von der Atomkraft abhängig gemacht. Die Grünen fordern deshalb eine umfassende Sicherheitsüberprüfung für alle bayerischen Atomkraftwerke.

sh/Mühldorfer Anzeiger

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