Kampf ums Rauchverbot wird hart werden

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Mühldorf/Rattenkirchen - Zusammen mit Sebastian Frankenberger, bayernweiter Initiator und Organisator des Volksbegehrens "Für echten Nichtraucherschutz" hat eine Gruppe die Werbung für den Volksentscheid begonnen.

Im "Mei Wirt" in Rattenkrichen betonte der Geschäftsführer des Bürgerhauses: "In unseren Räumen wird nicht geraucht und alle finden es gut, auch die Raucher", erklärte Peter Krell. "Daneben genießen es auch die Frauen, wenn der Mann nicht den Gestank kalten Rauches vom Wirtshaus mit nach Hause bringt". Heftig widersprach er der Aussage, nach der eine rauchfreie Gastronomie sich nicht tragen würde. "Der Erfolg des Bürgerhauses belegt das Gegenteil!", meinte der ehemalige Schulamtsleiter und rief dazu auf, beim Volksentscheid am 4. Juli mit Ja für einen konsequenten Nichtraucherschutz zu stimmen.

Auch wenn das Volksbegehren von knapp 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürgern große Unterstützung erfuhr, werde der Entscheid bestimmt kein Selbstläufer, stellte Rauchverbotsinitiator Sebastian Frankenberger fest. "Die Tabaklobby wird eine massive Gegenkampagne fahren, weil von Bayern eine Signalwirkung für ganz Deutschland ausgeht. Wir haben bei Weitem nicht die finanziellen Mittel wie die Tabakindustrie, die auch vom Spielautomatenverband unterstützt wird."

So setze das Aktionsbündnis, dem auch der Bayerische Landessportbund (BLSV) angehöre, wie schon beim Volksbegehren auf das breite bürgerschaftliche Engagement vieler Personen und Aktionskreise vor Ort. Ziel sei ein klarer Erfolg des konsequenten Nichtraucherschutzes bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 50 Prozent.

Es werde mit harten Bandagen gekämpft, sagte Fankenberger. So habe die Deutsche Bahn dem "Bündnis für echten Nichtraucherschutz" es nicht erlaubt, auf ihrem Gelände für den Volksentscheid zu werben. "Der Tabaklobby hingegen werden Werbeflächen im Bereich der Bahnhöfe zur Verfügung gestellt", ärgerte sich Dr. Georg Gafus (Grüne): "Wie verträgt sich das mit dem Bild vom rauchfreien Bahnhof, mit dem die Bahn wirbt?"

Dr. Hans Dworzak, ehemaliger Chefanästhesist des Klinikums Mühldorf warb ebenfalls dafür beim Volksentscheid mit Ja zu stimmen. Er rückte die Prävention vor den Gefahren des Rauchens in den Blick: "Erziehung, Aufklärung und freiwillige Vereinbarungen bezüglich des Rauchens in der Gastronomie führen nicht zum Erfolg. Die Nichtraucher, besonders die Jugendlichen müssen per Gesetz vor den Gefahren des Passivrauchens und vor dem Einstieg in die eigene Suchkarriere geschützt werden."

Oskar Rau (Grüne) warnte vor den bevorstehenden Kampagnen der Tabaklobby, die das Bild von Zigarette und Bier als Zeichen bayerischer Gemütlichkeit bemühen würden. Dass es ohne Zigarette für alle Beteiligten gemütlicher sei, zeige das Bürgerhaus in Rattenkirchen. ÖDP-Kreisvorsitzender Reinhard Retzer betonte, dass nach der Aufweichung des Nichtraucherschutzes durch die Staatsregierung allein ein klares Ja beim bevorstehenden Volksentscheid für klare Luft und klare Verhältnisse in der bayerischen Gastronomie sorgen werde. "Ansonsten wird sich der Nichtraucherschutz wieder in Rauch auflösen".

re/Mühldorfer Anzeiger

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