Kampf gegen Energiefresser

Gut saniert: Die Thermografie macht mit den vielen blauen Flächen deutlich: Nach der Sanierung strahlt das Landratsamt deutlich weniger Energie ab als vorher (Bild unten). Der Landkreis hat mit Unterstüztung des Konjunkturprogramms II 5,3 Millionen Euro investiert, um künftig weniger Geld für die Beheizung des Amts ausgeben zu müssen.

Mühldorf - Mit einer sogenannten Thermografieaktion will der Bund Naturschutz (BN) für bessere Wärmedämmung von Häusern werben. Das Ziel ist es, Energie zu sparen.

Thermografie - das ist die Darstellung der Wärme, die aus Häusern nach außen drängt. Sie hilft, die Schwachstellen, sogenannte Wärmebrücken, aufzudecken, deren Beseitigung dem Bauherrn bares Geld beschert und Energie spart. Denn genau darum geht es nach Ansicht von BN-Vorsitzendem Gerd Ruchlinksi: "Wir reden immer nur von neuen Energieformen. Es wird aber viel zu wenig davon geredet, Energie einzusparen."

Gemeinsam mit der Sparkasse und dem Landratsamt geht der BN in den nächsten Wochen auf Informationstour (siehe Kasten "Thermografie gewinnen"). Dabei stellt der BN die Möglichkeiten der Thermografie vor. Sparkassenvertreter sprechen über Fördermittel und günstige Kredite für Thermografie und Sanierung.

Denn schon die Untersuchung eines Hauses ist nicht billig, Energieberater Dieter Dirschedl spricht von etwa 6000 Euro für eine Untersuchung. Eine Investition, die sich nach Ansicht von Dr. Stefan Bill, Vorstand der Sparkasse, auszahlt: "Ziel muss es sein, dass möglichst viele Untersuchungen stattfinden. Denn erst dann wird klar, welches Einsparpotenzial es gibt." Für Energieberater Dirschedl ist aber auch klar: Eine Thermografie ist nur dann sinnvoll, wenn es anschließend eine Energieberatung gibt. Denn die großen Energiefresser sind bekannt (siehe Kasten "Die großen Energiefresser).

Ob mit oder ohne Thermografie: Eine Sanierung ist nach Ansicht der Sparkasse derzeit besonders günstig durchzuführen. Vorstand Bill sprach von "Bagatellzinsen im Bereich von einem Prozent", die Häuslebauer derzeit zahlen müssten, wenn sie ihr Haus neu dämmten.

BN-Chef Ruchlinski sieht in Sanierungen auch einen Gewinn für die heimische Wirtschaft. Die meisten Aufträge würden vor Ort vergeben und kämen damit den Handwerksbetrieben zugute. Landrat Georg Huber warnte allerdings vor schlechter Ausführung von Wärmedammungsmaßnahmen. Zu viele Anbieter hätten keine Ahnung, wie ein Altbau ordentlich saniert oder ein Neubau vernünftig gedämmt werden könnte; deshalb sei die Zusammenarbeit mit unabhängigen Energieberatern oder Fachfirmen wichtig.

Die bietet das Landratsamt bereits seit 2005 an. 690 Beratungsstunden hat es seitdem nach Angaben von Sprecherin Claudia Hausmann gegeben. Sie zogen Investitionen von 13,8 Millionen Euro nach sich.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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