Junges Landestheater zieht nach Töging

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Neue Heimat unter gelber Sonne: Vera Schweinstetter und Matthias Fischer vor dem Gasthof Gillhuber.

Mühldorf/Töging – „Wie für uns gemacht“, schwärmt Intendant Matthias Fischer.Tatsächlich findet die Mannschaft des Jungen Landestheaters im ehemaligen Gasthof Gillhuber nahezu ideale Bedingungen.

Der alte Saal ist kaum wiederzuerkennen, von Wirtshausatmosphäre keine Spur mehr: Schwarzer Filz klebt an den Wänden, Scheinwerfer werden montiert, der Parkettboden ist unter einem dunklen Teppich verschwunden.

Die Umbauarbeiten im ehemaligen Gasthof Gillhuber in Töging gehen voran. Mittendrin: die erste Vorsitzende Vera Schweinstetter und Intendant Matthias Fischer. „Ein wunderbarer Ort“, schwärmt Fischer. „Wie für uns gemacht.“ Tatsächlich findet die Mannschaft des Jungen Landestheaters an der Hauptstraße in Töging nahezu ideale Bedingungen. „Toiletten, Garderobe, Foyer, Parkplätze: alles schon vorhanden“, betont Schweinstetter. „Ein Glücksfall.“

Das „Theater am Tor“ haben Fischer & Co. in den letzten Wochen geräumt, nachdem klar war, dass der Mietvertrag für eine weitere Spielzeit nicht verlängert wird. „Wir wussten frühzeitig Bescheid, hatten keinen Druck“, sagt Vera Schweinstetter und schickt ein Dankeschön an die Vermieterin: „Sie hatte immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen.“ So habe man zeitweise das Gebäude sogar kostenlos als Lager verwenden dürfen.

Nach drei Aufführungen in Mühldorf – „Pinocchio“, „Harald, Maude und das Bunkergelände“ sowie „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ – geht der Blick nun nach vorne: Das Theaterstück „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth soll Anfang Oktober Premiere feiern und bis Ende Dezember vor allem wieder für Schulklassen gezeigt werden. Zielgruppe sind dieses Mal Jugendliche ab 13 Jahre. „Das Oktoberfest, auf dem das Stück seinen Anfang nimmt, verlegen wir in ein ehemaliges Wirtshaus. Wenn das keine Fügung ist“, sagt Fischer, der noch eine andere Parallele ausmacht: „Altötting kommt im Original ebenfalls vor.“

Schon nach ein paar Wochen ist das Junge Landestheater angekommen in Töging. Eine Überraschung ist das nicht: Schließlich gehört der regelmäßige Wechsel des Spielorts im Rahmen des Projekts „Theater auf Zeit“ zum Auftrag. Von Waldkraiburg ging es vor ein paar Jahren nach Mühldorf, und nun eben nach Töging. Mit offenen Armen sei man hier empfangen worden, sagt Fischer. Der erste Kontakt kam über eine Immobilienanzeige im Mühldorfer Anzeiger zustande, Werbering-Vorsitzender Romuald Schmidpeter öffnete dann die Türen. „Wir haben auch einen Blick in das alte Kino geworfen“, erzählt Fischer. „Aber als wir zum ersten Mal hier im Gillhuber waren, stand die Entscheidung eigentlich schon fest.“ Zumal sich die neuen Vermieter nicht nur als kulturinteressiert, sondern auch sehr aufgeschlossen gegenüber den Ideen des Jungen Landestheaters gezeigt hätten. „Es passt, dass der Töginger Maler Toni Eckert den Gastraum vorne als Atelier nutzt. Da trifft Kunst auf Theater“, sagt Fischer, der im Kopf schon die Vision eines „Hauses der Kunst“ an der Töginger Hauptstraße hat. „Hier ist vieles möglich. Zumal es oben im alten Hotel genügend Übernachtungsmöglichkeiten für Musiker und Schauspieler gäbe.“

Nach der positiven Beurteilung der Arbeit des JLTB durch den Bayerischen Rechnungshof im vergangenen Jahr planen Fischer und Schweinstetter langfristig in der Region zu bleiben – mit dem Projekthaus in Mühldorf am Landratsamt als fester Basis. „Daran ändert sich natürlich nichts“, sagt Fischer.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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