Die Jungen ziehen in die Städte

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Auch im Landkreis wird die Bevölkerung älter. Der Großteil ist über 40 Jahre alt.

Mühldorf - Der stark ansteigende Anteil älterer Menschen in der deutschen Gesellschaft ist auch im Landkreis Mühldorf klar erkennbar.

Während die Gesamtbevölkerung zahlenmäßig seit Jahren stabil bleibt, nimmt die Zahl der über 40-Jährigen zu, die der unter 40-Jährigen dagegen deutlich ab.

Derzeit leben 110.248 Einwohner im Landkreis. Davon sind 23.550 unter 20 Jahre alt. Im Jahr 2000 betrug diese Zahl noch 25.056. Die Zahl der 20- bis 40-Jährigen sank in den letzten acht Jahren von 30.124 auf 25.664. Die 40- bis 65-Jährigen haben in diesem Zeitraum von 35.343 auf 39.471 zugenommen. Die Zahl der 75-Jährigen und Älteren stieg von 8094 auf 9485 im Jahr 2008 an.

Die über 40-Jährigen sind im Landkreis deutlich in der Mehrheit. Waren es im Jahr 2000 noch 53.300 in dieser Altersgruppe, so stieg die Zahl bis 2008 auf 61.034 an. Bis zum Jahr 2002 haben sich die unter und über 40-Jährigen mit 55.132 und 55.438 Landkreisbewohnern noch die Waage gehalten. Ab diesem Jahr hat sich die Schere geöffnet und den Auf- und Abstieg in der Bevölkerungsentwicklung eingeleitet.

Fakt ist, dass die Alten bleiben, die Jungen wegziehen und ihr Gück im wahrsten Sinne des Wortes woanders suchen. Eine Tendenz zur Urbanisierung - Wegzug aus den ländlichen Gegenden in die Metropolen - ist im Landkreis gerade bei den 20- bis 40-Jährigen deutlich erkennbar.

Wie der Blick in die zentralistisch ausgelegten Nachbarstaaten in der EU wie Frankreich und Italien lehrt, ist dies keine Notwendigkeit und keine plakative Behauptung sondern feststehende Realität.

Der Landkreis will diesem Trend entgegensteuern. Er will als Flächenlandkreis die notwendigen Strukturen schaffen, um im Wettbewerb der Region bestehen zu können. Landrat Georg Huber sieht es als wichtigen Auftrag, die Bedürfnisse der Senioren und der jüngeren Landkreisbürger in den Fokus zu rücken.

"Ich bin der festen Überzeugung, dass wir nur dann mit der demografischen Entwicklung Schritt halten oder aktiv dagegensteuern können, wenn wir offen in die Diskussion mit älteren, aber vor allem auch mit der heute noch jungen Generation treten."

Mit dem "Seniorenpolitischen Konzept", das zurzeit im Landkreis umgesetzt wird, dem generationsübergreifenden und vor allen Dingen generationsverbindenden Projekt "Lernen vor Ort" will der Landkreis dieser Entwicklung Rechnung tragen. "Wir können es uns nicht leisten, das gesellschaftliche Potenzial, über das die ältere Generation verfügt, volkswirtschaftlich für unsere junge nachwachsende Generation nicht zu nutzen", betonte der Landrat.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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