Mehr Alkohol oder mehr Drogen?

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Mühldorf - Junge kiffen, Alte trinken: Was wie saloppes Dahergerede klingt, entspricht in auf Mühldorfs' Straßen der Wahrheit.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Junge kiffen - Alte trinken

Seit 2005 hat die Polizei im Landkreis 160 Verkehrsteilnehmer positiv auf Drogen getestet. Davon waren 85 Prozent unter 30 Jahre. In der Alkoholstatistik hinken die Jüngeren dagegen hinterher.

Mehrmals wöchentlich berichtet die Polizei über Alkohol- oder Drogenfahrten, mancher, der erwischt wird, hat sowohl Alkohol als auch Drogen genommen. Trotz der hohen Zahl von Drogenfahrten, bleiben betrunkene Autofahrer deutlich in der Überzahl: 617 alkoholisierte Fahrer spürte die Mühldorfer Polizei seit 2005 auf, 71 Prozent von ihnen waren älter als 30 Jahre. Auch in den Unfallzahlen zeigt sich, dass Alkohol das größere Problem im Straßenverkehr ist. In den vergangenen fünf Jahren passierten elf Unfälle unter Drogen- und 136 unter Alkoholeinfluss. Die am häufigsten konsumierte Droge im Straßenverkehr nach Alkohol ist Haschisch.

Während bei Alkoholfahrten neben den klassischen Schlangenlinien vor allem Bier- oder Weingeruch die Polizei auf die Spur von angetrunkenen Autofahrern bringt, fallen Geruchshinweise bei Drogenfahrten weg. Aber ähnlich wie beim Alkohol führen auch in diesen Fällen häufig Auffälligkeiten auf die Spur von Drogenkonsumenten, erklärt Polizeisprecher Roland Kauer. "Meistens werden wir auf einen Fahrer aufmerksam, weil er einen Fehler beim Fahren gemacht hat oder sein Fahrzeug einen Mangel hat."

Muss der Alkoholsünder blasen, gilt es bei Drogenfahrern andere Tests zu absolvieren. Reagieren beispielsweise die Pupillen verlangsamt oder ist der Kontrollierte extrem nervös, liegt der Verdacht laut Kauer nahe, dass er Drogen genommen hat. Mit einem Urintest in der Polizeistation oder im Krankenhaus ermitteln die Beamten, ob der Fahrer Drogen genommen hat. Ist der Urintest positiv, wird eine Blutentnahme angeordnet, die im Labor auf Art und Menge der konsumierten Substanz getestet wird. Im Urin sind diese bis zu einer Woche lang nachweisbar, im Blut im Schnitt einige Tage.

Jeder Verstoß eines Fahrers wird der Führerscheinstelle gemeldet. Wird man öfter wegen Drogendelikten am Steuer auffällig, kann, wie bei Alkoholdelikten, eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung ("Depperltest") angeordnet werden.

sag/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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