Das Jugendzentrum M24 ist angekommen

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Mühldorf - 30 besuchen nach Angaben des Hausleiters Erwin Moritz das Jugendzentrum "M24" täglich, Hundert schauen zumindest regelmäßig mal vorbei.

In der Garage des Jugendzentrums (JUZ) steht ein alter Bus. Seine rote Farbe ist abgeschmirgelt, der große Schriftzug, der auf ihm prangte, ist nicht mehr zu sehen. "Baracke" stand da immer noch, so hieß das alte Jugendzentrum. Seit rund anderthalb Jahren, nach dem Umzug in die Mühlenstraße am Bahnhof, heißt es "M24". Jetzt lackieren JUZ-Besucher den Bus neu.

Moritz sagt: "Durch den Umbau haben wir fast ein Jahr zu gehabt, da sind uns die Leute weggeblieben." Die ältere Zielgruppe ist ausgedünnt, zu den Party-Nächten kommt nur ein Drittel der früher 100 Gäste. "Heute haben wir wieder viele Elf- und Zwölfjährige, da wächst jetzt was nach."

Drinnen Billard, draußen Zirkusnummern: Das Jugendzentrum stellte sich der Öffentlichkeit vor.

Das M24 hat auf zwei Etagen einen Band-Raum, eine Küche, schmucke Mädels- und Jungs-Zimmer, Räume für Malerei, Fotografie, Internet und Billard, einen kleinen Fitnessraum, in dem neben den Geräten Poster von Rapper Farid Bang und Models mit viel nackter Haut hängen. Buben-Träume halt.

Die Betreuer Moritz und Volker Ludwig bieten Zirkusgruppen und andere Kurse an. Moritz weiß, wie er mit den Jugendlichen umgehen muss, die eine schwierige Phase im Leben durchschreiten. Man müsse den jungen Leuten Freiräume zugestehen und ihnen unter die Arme greifen.

Eines hat sich aber im Vergleich zur Baracke kaum geändert: Es kommen hauptsächlich Kinder und Jugendliche mit niedrigem Bildungsniveau. Die Stadt Mühldorf, betont Bürgermeister Günther Knoblauch mehrmals, würde gerne auch Gymnasiasten ins M24 locken. Vorübergehend ist das gelungen, aus Wolfgang Hambergers Projekt-Seminar Sozialkunde waren zuletzt einige zu Gast. Die Gymnasiasten hielten am Tag der offenen Tür einen Vortrag über die Jugendarbeit als Merkmal der Kommunalpolitik. Sie berichteten von gesetzlichen Grundlagen, den M24-Gesamtkosten von 900.000 Euro sowie laufenden Kosten von 110.000 Euro, von denen einen Großteil die Personalkosten fressen.

Schulleiter Anselm Räde stellt sich vor, mit dem Projekt das Jugendzentrum "in die Schule hineinzutragen und beliebter zu machen". Dass langfristig Gymnasiasten ins M24 kommen, ist tortzdem nicht zu erwarten: Die Nachmittagsklassen des G8 überschneiden sich mit den Öffnungszeiten, und nach Schulschluss sind die Hausaufgaben noch nicht gemacht.

Bürgermeister Knoblauch treibt derweil ein neues Projekt voran: Der Rapper Christian "Coco" Miler soll in Kürze "Abgestürzte" (Knoblauch), also Jugendliche, die von der rechten Bahn abgekommen sind, fürs Musikmachen begeistern. In Waldkraiburg nennt sich das Projekt "School of hope". Jetzt soll die Schule der Hoffnung auch hier im M24 stattfinden.

wam/Mühldorfer Anzeiger

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