Jugendamt erhält neue Struktur

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Mühldorf - Der Kreistag hat die Umstrukturierung des Jugendamts beschlossen. Elf neue Stellen sollen jetzt geschaffen werden.

Der Kreistag hat nach fünfstündigen Beratungen die Umstrukturierung des Jugendamts mit 30:13 Stimmen beschlossen. Elf neue Stellen sollen geschaffen werden, um die Vorbeugung in der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken.

Grundlage der Diskussion war ein Gutachten der Firma Rödl&Partner : "Prävention statt Reparatur steht dabei im Mittelpunkt", erklärte Thomas Seitz. Die Gutachter schlagen deshlab vor, dass die Sozialräume im Landkreis gezielt entwickelt werden sollten. Dadurch sehen sie gewährleistet, dass die Jugendhilfestrukturen planvoll entwickelt werden können. Zugleich fordern sie die Vernetzung aller Akteure der Jugendhilfe zur Aktivierung eines Netzwerks, um alternative Hilfe anbieten zu können. "Sie brauchen eine gezielte und nachhaltige Personalentwicklung, um die optimale inhaltliche Steuerung der Hilfefälle zu erbringen und eine geplante Weiterentwicklung zu gewährleisten", betonte Seitz.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die demografische Entwicklung der Jugendhilfe im Landkreis. Die Gutachter prognostizieren einen Rückgang der Gruppe der unter 21-Jährigen. Dies, so Seitz, werde aber nicht zu einem Rückgang der Hilfen durch den Landkreis führen.

Rödl&Partner empfahl dem Kreistag, 11,29 Vollzeitstellen zu schaffen. Die zusätzlichen Personalkosten belaufen sich auf 465.000 Euro pro Jahr. Nach den Berechnungen von Rödl&Partner würde dies in den kommenden Jahren bei den Kosten der Jugendhilfe, die derzeit bei acht Millionen Euro liegt, zu Einsparungen von rund 730.000 Euro führen. Abzüglich der gestiegenen Personalkosten bleibt ein Einsparpotenzial von rund 278.000 Euro pro Jahr.

Für Landrat Georg Huber und Geschäftsbereichsleiterin Claudia Holzner bietet nur eine völlige Neuausrichtung des Jugendamts die Gewähr, die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben zu erfüllen. Wenn der Landkreis wie bisher weitermache, brauche er 6,29 Vollzeitstellen, um die anfallende Arbeit zu bewältigen, betonten beide. Allein die Zahlen im Bereich der Heimunterbringung weisen eine Steigerung auf. I2006 musste das Amt für Jugend und Familie 450 Fälle mit Kosten von von 3,7 Millionen Euro bearbeiten, 2010 waren es knapp 470 Fälle, die 4,6 Millionen Euro kosteten.

Die überwiegende Mehrheit er Kreisräte beurteilte das Gutachten als innovativ und positiv. Siegfried Höpfinger (CSU) stellte heraus, dass der Landkreis präventiv arbeiten wolle und das Gutachten umsetzen solle. Eva Köhr nannte die Aussagen plausibel und nachvollziehbar.

"Kann dieses Gutachten auch in kleinen Schritten umgesetzt werden?", fragte Dr. Bernd Grabmeyer (WGW) und betonte: "Ich habe Zweifel, ob die Einsparungen erreichten werden können." Für Max Oelmaier (FDP) bestand noch Beratungsbedarf. "Ich muss mir das nochmals genau ansehen, denn wir schaffen elf neue Stellen, darüber will ich noch eine Nacht schlafen und dann erst entscheiden." WGW-Fraktionsvorsitzender Josef Schöberl stellte heraus, dass der Landkreis so ein Gutachten jahrelang nicht gebraucht habe.

Günther Knoblauch (SPD) erklärte, dass für ihn die Zielrichtung klar sei, er aber noch Zeit benötige. Knoblauch schlug vor, die Entscheidung um vier Wochen zu verschieben. Diesen Antrag lehnte der Kreistag mit 26:17 Stimmen ab. Mit 30:23 Stimmen beschloss der Kreistag schließlich, Gutachten und die Personalmehrung umzusetzen.

sb/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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